Der Buntsandstein - das am weitesten
verbreitete Gestein im Spessart

Der Sandstein war das Gestein des Jahres 2008*

von Joachim Lorenz, Karlstein a. Main


Steinbruch im Heigenbrückener Sandstein Delicate Arch USA
Der alte Steinbruch im Sandstein bei Heigenbrücken - der Heigenbrückener Sandstein,
aufgenommen am 12.10.2002
Natürliche Sandsteinskulptur in seiner schönsten Form: Der Delicate Arch im Arches National Park, USA, mit Joachim Lorenz gegen den Schatten am Bogen in der Sonne,
aufgenommen am 03.09.1994,


*Wie es eine Pflanze, einen Vogel oder ein Insekt des Jahres gibt, so wurde vom Berufsverband Deutscher Geowissenschaftler (BDG) und der Deutschen Gesellschaft für Geowissenschaften (DGG) auch ein Gestein des Jahres gekürt.

 
Sandsteine gehören weltweit zu den häufigen Gesteinen, mit einer Verbreitung von Grönland bis zur Antarktis (YOUNG et al. 2009). Sie sind oft bunt gefärbt, oft mit einer verschiedenartigen Schichtung überliefert, ganz hart bis weich, grob- bis feinkörnig, aber ebenso strukturlos eintönig; und es gibt sogar Arten, die in dünnen Stücken biegsam sind! Sandsteine sind Sedimentgesteine die zu mehr als 50 % aus den Komponenten der Sandfraktion (0,063 - 2 mm) bestehen. Sie werden auch als Arenite und Grauwacken bezeichnet. Verbreitet sind Quarzsandsteine, wenn mehr als 25 % Feldspat enthalten sind, sind dies Arkosen. Weiter gibt es auch Kalksandsteine, pyroklastische Sandsteine, glaukonitische Sandsteine oder Kohle führende Sandsteine. 
Sie bilden eindrucksvolle Felsen, die nahezu jeder schon gesehen hat, hier angeführt in einer beispielhaften, aber bei Weitem nicht vollständigen Aufzählung:


Sandsteine sind damit faszinierende Felsbildner. Hinzu kommen bis vor kurzem noch recht unverstandene Merkwürdigkeiten, dass so stabile - weil Quarz-haltige Gesteine - unter geeigneten Bedingungen der Tropen so löslich sind, dass es sogar Höhlen darin gibt!  
Vorausgesetzt, wir hätten ein dauerhaft arides oder semiarides Klima, dann hätten wir im Spessart sicher auch Felstürme, Schluchten und spektakuläre Erosionsformen. Derzeit verhindert die üppige Vegetation eine schnellere Erosion.


Wie kein anderes Gestein hat der Buntsandstein den Spessart geprägt: Waldbau, Formenschatz der Berge und Täler, Werkstein, Glasmacher, Steinbrüche, Arbeitgeber für die Steinhauer des Mittelalters bis ins 20. Jahrhundert bis hin zum Sand in den Kies- und Sandgruben der Niederungen. Der "Miltenberger Sandstein" wurde als geschätzter Baustein sogar ins europäische Ausland exportiert!

Schrägschichtung im Sandstein
Sandstein mit farblich abgesetzter Bänderung und Schrägschichtung;
Steinbruch der Fa. Wassum, Miltenberg



Historisches:
Der Name Buntsandstein steht für den ältester Abschnitt der Trias, dessen Name auf Friedrich von ALBERTI  (1795-1878) zurück geht. Gleichzeitig versteht man darunter den Sandstein aus den gleichen Zeit in Deutschland.
Im Spessart wird der leicht zu bearbeitende Sandstein mindestens seit römischer Zeit zur Werksteingewinnung abgebaut.Im Verbreitungsgbiet gab es früher in jedem Ort mind. einen Steinbruch in dem man für den örtlichen Bedarf die Bausteine gewann. Hunderte solcher Abbaue und Steinbrüche sind inzwischen von der Vegetation zurück erobert worden und meist nur noch schwer erkennbar. Die Entwicklung erreichte sicher an der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert ihren Höhepunkt. Heute stehen nur noch sehr wenige Steinbrüche im Abbau (z. B. die Firmen Wassum in Miltenberg; das seit ca. 100 Jahren bestehende Natursteinwerk bricht ca. 5.000 m³ Fels pro Jahr und Fa. Zeller betriebt mehrere Steinbrüche im Mainsandstein und verarbeiten diesen zu vielfältigen Bausteinen).

Man errichtete insbesondere im 19. und anfangs des 20. Jahrhunderts nahezu alle öffentlichen Bauwerke wie Brücken, Schulen, Bahnhöfe, Forstgebäude, Schlösser und Burgen, Kirchen, aber auch Stützmauern, Fundamente der Häuser, Treppen und Fenstereinfassungen aus dem leicht zu bearbeitenden Baustoff. Auch Mühlsteine, Tröge, Tränken und sehr viele Skulpturen (Bildstöcke, Feldkreuze, Grenzsteine, ...) wurden daraus gefertigt. Aus dem Sand des Buntsandsteins gewann man den Quarz als Rohstoff der vielen Glashütten im Spessart. Der Sand aus dem Sandstein diente an vielen Stellen geschürft als Scheuersand für die Dielenböden der Vergangenheit. 


Sandstein-Bildergalerie: 

Steinmetzarbeiten an einem Fenster
Fenster an der Kirche in Oberbessenbach am 24.05.2003
 
Bildstock in Alzenau
Bildstock bei Alzenau am 01.05.2005
Steinmetz bei der Arbeit
Der Steinmetz Reiner Großmann aus Haibach beim
Bearbeiten eines Buntsandsteinstückes am 16.05.2005
in Rothenbuch anlässlich 10 Jahre kurfürstliches
Schlosshotel Rothenbuch
Kilometerstein
Kilometer-Stein aus dem Buntsandstein
(Heigenbrücker Sandstein) zwischen
Vormwald und Engländer
Treppe aus Sandstein
Uralte Treppe aus dem Sandstein von
Eichelsbach,
aufgenommen am 21.1.2012
Taufstein Großauheim
Taufe (16. Jahrhundert) aus Mainsandstein
in der Kirche St. Jakobus in Großauheim,
aufgenommen am 15.09.2012.
Schnecke aus Mainsandstein  
Die Schnecke aus Mainsandstein am oberen Ende der
Treppe zur Empore im Senckenberg-Museum in
Frankfurt a. Main, wohl ein Symbol für die Mühen des Aufstiegs,
aufgenommen am 13.1.2013
Findberg Haibach
Der stark mit Brombeeren verwachsene und seit langem
auflässige Steinbruch im Heigenbrückener Sandstein
(Unterer Buntsandstein) auf dem Gipfel des Findbergs
bei Haibach, aufgenommen am 21.01.2012. Der
Sandstein wurde auch bis nach Aschaffenburg und über
den Main dann auch mainabwärts verkauft.
Achtung:
Der gesamte Weg zum Steinbruch ist mit dem
sehr dauerhaften Diorit-Schotter von Dörrmorbach
befestigt!
Calcit im Sandstein
Typische Spaltenfüllung aus gelblichem bis weißlichem
Calcit in kleinen skalenoedrischen Kristallen. Solche
Stücke wurden Anfang der 1970er Jaher in großen
Massen in einem alten Steinbruch südlich von Obernburg
gefunden,
Bildbreite 14 cm
Birkenhainer Straße
Harald Rosmanitz von Ärchäologischen Spessartprojekt
erklärt den Besuchern die Funktion der mittelalterlichen
Fernstraße am 07.07.2012. Die Birkenhainer Straßen
nahe dem Kloster Einsiedel zwischen Lohrhaupten und
Rieneck wurde bis auf den felsigen Untergrund des hier
anstehenden Mittleren Buntsandsteins (Volpriehausen-
Formation) ausgefahren, so dass ein Hohlweg entstand.
Durch die Befahrung mit eisernen Rädern schnitt sich die
Spurbreite in den Fels und übermittelte eine Spurbreite
von 1,05 m. Der Weg verfiel und ist nur noch als Graben
im Wald erkennbar. 

Teilnehmer einer Wanderung durch die Seltenbach-
Schlucht
bei Klingenberg am 15.07.2012. Das Kerbtal
weist einige felsige Stellen auf, an denen der Mittlere Buntsandstein angesehen werden kann. Das Tal ist im
oberen Teil sicher mittelalterlich überprägt worden, so
dass die steilen, V-förmigen Talflanken sehr jung sind.
Die Wanderung war vom LBV organisiert worden, der
das ehemalige Gelände des Tonbergwerks pflegen will.
Museum Großauheim
Ehemaliges Elektrizitätswerk von Großauheim (Hanau),  
heute Museum mit Dampfmaschinen, die mit echtem
Wasserdampf betrieben werden können! Das Gebäude
besteht in Teilen aus dem Plattensandstein (stellenweise
gegen das Lager eingebaut) mit dem Schriftzug des
Jugendstils, aufgenommen am 15.09.2012
Mainsandstein Mainz
Bauplastiken aus Mainsandstein von einem Kaufmanns-
aus in Mainz um 1317 einer mittelrheinischen oder
mainzer Werkstatt, ausgestellt im Landesmuseum in
Mainz,
aufgenommen am 17.07.1012
Schloss Mainz außen
Das Schloss in Mainz mit den Ausstellungsräumen des Römisch-Germanischen Zentralmuseums. Das Gebäude
wurde aus "Mainsandstein" erbaut. Dies ist aber nicht
sichtbar, da man die Fassade überstrichen har, so dass
man die Farbe, aber nicht die Struktur des Sandsteins
sehen kann. Nur dort wo die Farbe oder der Stein
bröckelt, ist die Natur des Steins sichbar, aufgenommen
am 17.07.2012.
Absanden am Sandstein
Typisches Schadbild am Heigenbrückener Sandstein an
der Kirche in Heigenbrücken durch aufsteigendes Wasser
im Porenraum des Sandsteins,
aufgenommen am 01.05.2013
Sandsteinfassade Aschaffenburg
Typisch im Aussehen ist die Sandsteinfassade aus
Mainsandstein am Ärztehaus neben dem Huaptbahnhof in
Aschaffenburg, aufgenommen in der Morgensonne
am 25.07.2012
Wurmspuren
Etwa 4 mm breite Wurmspuren (oder vielleicht auch
Krebsspuren) in der Schichtfläche eines großen
Sandsteinblocks, aufgenommen am 25.08.2012 südlich
von Röllbach, unmittelbar südlich des Eselsweg gelegen.
Tongalle
Tongalle mit einem Entfärbungssaum im Sandstein eines
Maingerölls, gefunden am 20.05.1971 in der Kiesgrube
Schulz zwischen Dettingen und Kleinostheim,
Bildbreite 2 cm
Moltke-Brücke
Zwischen dem Hauptbahnhof von Berlin und dem
Bundestag quert die Willy-Brandt-Straße (früher
Moltkestr.) über die Moltkebrücke die Spree. Sie wurde
nach einem Vorgängerbau an gleicher Stelle 1886 - 91
aus rotem Mainsandstein erbaut. Als Herkunft des
Buntsandsteins werden Kleinheubach, Kreuzwertheim
und Dietenhan angeführt. Der rote Sandstein weist
zahlreiche Beschädigungen aus dem 2. Weltkrieg auf,
aufgenommen am 15.02.2013
Moltke-Brücke Berlin
Namenschild der Moltke-Brücke über die Spree in
Berlin mit den Gebäuden der Bundesregierung in Berlin
im Hintergrund,
aufgenommen am 15.02.2013
Sandsteinhaus Berlin
Das durch die Deutsche Bank genutzte, 1899 errichtete
Gebäude an der Straße Unter den Linden Nr. 13 hat eine
üppig ornamentale Fassade mit Balkonen und Säulen aus
rotem Mainsandstein (Rötsandstein). Infolge der
Leuchtenmaste und der Bäume in geringer Entfernung vor
dem Gebäude ist die Fassade auch im Winter ohne das
Laub nicht gut zu sehen. Es fällt zwischen den anderen
Bauwerken durch den dunklen Stein auf. Der untere
Teil der Fassade ist mit einer Farbe überstrichen,
aufgenommen am 15.02.2013.
Kalkofen Homburg
Ehemaliger Kalkofen, gemauert aus den Quadern des
Oberen Buntsandsteins. Der Schachtofen zeigt die
Technik des späten 18. oder des frühen 19. Jahr-
hunderts,wurde aber nach den Berichten bis um 1920 unregelmäßig betrieben. Der einzig erhaltene Ofen des
Spessarts sollweiter ausgegraben und erhalten werden,
aufgenommen am 07.05.2013
Heunsäule Miltenberg
Heunesäule (siehe weiter unten) am Main in Miltenberg -
durch die Bananenstauden ergibt sich ein südliches Flair.
Oben erkennt man noch die gegenüberliegend
vorstehenden Nocken für das Anschlagen zum
Transport,
aufgenommen am 29.09.2012
Feuerwehrhaus
1948 ganz aus dem örtlichen Sandstein des
Buntsandsteins erbaut: Das kombinierte Rathaus
mit Feuerwehrhaus in Dornau,
aufgenommen am 09.05.2013
Mainsandstein in Offenbach
Offenbach, Ludwigstraße (gegenüber der IHK): Hier
steht ein Jugenstiel-Doppelhaus aus dem lokalen Basalt
erbaut. Die Gesimse und Laibungen, an Ecken, Fenstern
und an den Erkern sind in Mainsandstein ausgeführt,
aufgenommen am 14.05.2013
Wasserbecken  
Wasserbecken aus Buntsandstein am Museum Papier-
mühle Hormburg; man beachte das Pflaster aus
Sandstein,
aufgenommen am 30.05.2013
Drache am Wolzenkeller
Hier schaut der steinerne "Lindwurm" aus der Sandstein-
wand der Gaststätte Wolzenkeller in Homburg (Gemeinde
Triefenstein) am Rand des Spessarts. Oben der Kopf, in
der Mitte etwas Bauch und des Schwanzende ist eine
Blumenschale,
aufgenommen am 30.05.2013  
Krankenhaus Wasserlos
Der Neubau des Kreiskrankenhauses in Wasserlos mit
einervorgehängten Fassade aus Sandstein, vermutlich
aus dem Spessart,
aufgenommen am 18.05.2013
Trafohaus  
TRAFO-Haus aus Sandstein westlich von Eschau, nahe
der Straßenkreuzung an der Straße nach Streit,
aufgenommen am 20.04.2014
Kapelle Frohnhofen
Die Kapelle in Frohnhofen ist aus einem weißen
Sandstein erbaut, wie man ihn in Eichenberg gewann,
aufgenommen am 16.11.2013
Sandstein-Zaun
Zaun aus Sandstein in Großwallstadt,
aufgenommen am 12.01.2014
Zaun aus Sandsteinquadern
Zaun eines Hofes aus sehr großen Sandsteinquadern bei
Großwallstadt,
aufgenommen am 12.01.2014
Hafen Hanau
Im Gebäude aus Main-Sandstein an der Hafenstraße 7
im Hafen von Hanau ist der Chemiekalien-Händler
Stockmeier untergebracht. Das Gebäude wurde um
1924 gebaut, 
aufgenommen am 16.04.2014
Ablauf
Ablauf aus Sandstein unter einer Fensterbank; dahinter
war der Spülstein, einst wohl auch aus Sandstein - aus
der Zeit, in der es keine Abflussrohre im Haus gab,
aufgenommen am 18.05.2013
Sandsteinschäden
Typische Verwitterung des schlecht gebundenen
Sandsteinsaus Weibersbrunn mit einem Einbau gegen das
Lager (rechts oben) und der Verwendung mit
Portlandzementmörtel. Dies führt zumErhalt des Mörtels
und zur Zerstörung des Sandsteins, Rathaus
Weibersbrunn,
aufgenommen am 18.06.2014
Altäre aus Stockstadt
Im römischen Kastelle der Saalburg bei Bad Homburg
stehen 7 römische Ältäre (6 hier zu sehen) aus dem
Unteren Buntsandstein (vermutlich aus dem Sandstein
von Obernburg), gefunden im Römerkastell von
Stockstadt am Main,
aufgenommen am 20.06.2014
Netzleisten
Miltenberger Sandstein mit Netzleisten als Denkmal
auf einem Kreisel der Umgehungsstraße von Faulbach,
aufgenommen am 05.07.2014
Calcit Wüstenzell
Calcit-Kristalle und Calcit als "Zement" einer Sandstein-
Brekzie aus dem Steinbruch im Oberen Buntsandstein
bei Wüstenzell, gefunden vor 1980,
Bildbreite 10 cm
Steinsalz-Spuren
Netzleisten und Spuren ehemaliger Steinsalzkristalle im
Volpriehausen-Basis-Sandstein in der Mauer der
Zehntscheune in Bad Soden-Salmünster. In den Mauern
sind weiter zu sehen: Dendriten, Rippelmarken,
Konglomerate und Verwitterungsbildungen,
aufgenommen am 16.10.2014
In dem Gebäude frimiert die Kletter-Spezial-Einheit,
ein Unternehmen welches Industrie-Kletterer beschäftigt
und einen Laden nebst Versnadhandel betreibt.
Sandstein Gussform
Nachbau einer Gussform für Bronze, ausgestell im
Museum Steinheim a. Main.
Ich denke, dass das nicht funktioniert, denn man müsste
die Form bei so dünnwandigen Objekten erheblich
vorwärmenund dafür ist der Sandstein nicht geeignet,
aufgenommen am 19.10.2014
Blidenkugeln
Bis über 30 kg schwere Blidenkugeln, meist aus
Sandstein,im Museum Miltenberg, hergestellt zwischen
dem 13. und 16. Jahrhundert,
aufgenommen am 23.01.2015
Wasserleitung
Wasserleitungsrohre aus Sandstein von der Mildenburg,
zurecht gehauen im 13. Jahrhundert,
aufgenommen am 23.01.2015
Sandsteinschäden
Die Alte Schule in Hofstetten: Salzausblühungen im
Sockelbereich mit starken Absandungen und
Rückverwitterung,
aufgenommen am 14.05.2015
Nadelkissen aus Sandstein
Ein Nadelkissen aus Sandstein - gesehen in der
Ausstellung"Steinreich Buntsandstein in Wertheim und
Umgebung" am 25.07.2015 im Grafschaftsmuseum in
Wertheim am Main
Mosaik aus Sandstein
"Baum der Hoffnung" des Künstlers R. M. SEILER
aus einem Mosaik aus dem Sandstein Klingenbergs
aufgenommen am 01.01.2016
Grenzstein
Grenzstein aus Sandstein mit der Nr. 31 aus dem Jahr
1618 zwischen dem gemeindefreien Gebiet Aschaffen-
burgs und Volkersbrunn im Hohewart-Wald,
aufgenommen am 26.03.2016
Kreisel Großwelzheim
"Willkommen in Karlstein" - zusammen mit blauen
Fröschenauf einem Sandsteinblock im Innern des
Kreisels an der B8 zwischen Kahl und Großwelzheim (Gemeinde Karlstein),
aufgenommen am 07.09.2016

Leider ist der hohe Anteil an Quarz bei der trockenen Bearbeitung der Grund für die nur geringe Lebenserwartung der "Steinhauer" (Steinmetze). Der lungengängige Feinanteil erzeugt beim Menschen die gefürchtete Silikose (lokal als "Steinhauerkrankheit" bezeichnet), die nach schleichendem Siechtum immer zum Tode führt. Dies gilt noch mehr und schneller für die Kombination Rauchen und Steinbearbeitung. Aber die geringen sonstigen Verdienstmöglichkeiten im Spessart ließen oft keine andere Wahl.

Heunesäule in Mainz
Heunesäule aus Sandstein auf dem Marktplatz vor
dem Dom in Mainz, aufgenommen am 01.09.2007

Die Heunensäule am Dom in Mainz soll über 1000 Jahre alt sein. Auf den Mainzer Marktplatz gelangte die zu einem Denkmal mit Bronze "verzierte" Buntsandsteinsäule erst aus Anlass des 1000jährigen Domjubiläums im Jahre 1975. Die senkrecht stehende Säule wiegt ca. 16 Tonnen, ist 6,40 Meter hoch und hat einen Durchmesser von 1,20 Meter. Am oberen Ende sind zwei herausstehende Nocken zu sehen, die man für das sichere Anbringen von Seilen stehen ließ. Die eindrucksvolle Säule stammt vom Osthang des Bullauer Berges bei Miltenberg am Main, wo mehrere solcher Säulen als "Heunensäulen" liegen. Hier an einem Felsenmeer sollen im 17. Jahrhundert noch 14 Säulen gelegen haben. Man glaubt dass sie für einen frühen Kirchenbau, vielleicht sogar in Mainz, verwandt werden sollten. Weitere Säulen wurden nach Nürnberg und München gebracht und dort aufgestellt. 

Sandsteinschaden
Außenwand einer Scheune in Dörrmorsbach, aufgenommen am 07.07.2012.
Sandsteine sind hervorragende Baustoffe, aber nicht alle Sandsteine des Buntsandsteins im Spessart eignen sich zur Errichtung dauerhafter Gebäude. Insbesondere bei der Vermauerung mit kalkarmen Mörteln und Feuchte können erhebliche Absandungen beobachtet werden, so dass der Mauerverband nicht mehr sicher gestellt ist.
Die Sandsteine des Mittleren Buntsandsteins eignen sich nur bedingt für eine Verwendung, weshalb es hier nur wenige Steinbrüche gibt.  

Denkmäler?
Bei der Restaurierung von denkmalgeschützten Gebäuden kann es zu Schwierigkeiten kommen, dass man das originale Gestein (z. B. Gelnhäuser Sandstein) nicht mehr kaufen kann, weil es nicht mehr abgebaut wird und auch keine Steinbrüche mehr gibt (Basalt von Hanau), in denen sich ein gleiches Gestein gewinnen ließe. Hier gibt es die Möglichkeit, ein ähnliches Gesteine zu verwenden - oder man baut in einem der alten Steinbrüche wieder Material ab - dies würde die Geowisschaftler am meisten freuen. Eine Gewinnung von einigen m³ Gestein ist in der Regel problemlos, wenn Besitzverhältnisse und Zufahrten geklärt sind.
Mit der Suche nach einem gleichwertigen und akzeptablen Ersatz wende man sich an die unten aufgeführten Firmen.  

 

Geologie:
Ca. 75 % der Fläche des Spessarts werden vom Buntsandstein überdeckt, nur der westliche Teil des Vorspassarts ist davon frei; d. h. hier wurde er von der nach Osten rückschreitenden Erosion abgeführt. Als markante Geländekante - meist mit Wald bestanden - ist er Landschaftsbild leicht erkennbar. Infolge der Nährstoffarmut werden die Bundsandsteinflächen tradionell mit Waldbau genutzt:

Blick auf Schöllkrippen Mittlerer Buntsandstein
Links: Blick auf Schöllkrippen mit dem Wald über dem Buntsandsteins in der Bildmitte, 
Rechts: der Mittlere Buntsandstein zwischen Rohrbrunn und der Haseltalbrücke an der Autobahn A3 westlich von Bischbrunn - ein beeindruckender Aufschluss!

Verwerfung im Sandstein bei Weibersbrunn
Beim Bau der neuen Trasse der Autobahn A3 zwischen Weibersbrunn und Waldaschaff wurden ab 2013 sehr eindrucksvolle Aufschlüsse im obersten des Unteren
Buntsandsteins geschaffen. Diese waren nur kurzfristig, aber jede Woche anders.

Aus dem überlieferten Formenschatz kann man die Geschichte rekonstruieren:


Der Sandstein wurde zu einer Zeit gebildet (251 - 247 Millionen Jahre), als das heutige Deutschland dort lag wo sich heute die Sahara ausdehnt (ca. 20° nördlicher Breite)! Während der Trias drifteten wir dann ca. 10° weiter nach Norden. Hier wurden unter kontinentalen Bedingungen enorme Sandmassen mit einem nassen, aber trotzdem ariden Umfeld abgelagert. Dazwischen gab es auch lokal marine Phasen und Ablagerungen aus Stillwässern. Der grösste Teil wurde von mehr oder minder periodisch laufenden Flüssen bewegt und als Spendergebirge wird das im Süden liegende Vindelizische Hochland angenommen. Gröbere Anteile repräsentieren Schichtfluten wie auch häufig eine eine Sortierung der Korngrößen zu beobachten ist (unten größere Körner und oben feineres Korn).

Trockenrisse im Sandstein
Dass es zu langen Trockenperioden kam, belegen die Trockenrisse (Netzleisten) im Ton (siehe Bild oben, Bildbreite ca. 28 cm). In diesem Falle wurde der Ton sanft von Sand überdeckt und beim Spalten dann wieder frei gelegt (das Stück lag bereits lange im Steinbruch, so dass der Ton bis auf Reste abgefallen ist. Die hellen Punkte sind Flechten. Der Glanz enstand durch die Fixierung der nur ca. 1 cm dicken Platte mit Kunststoff; gefunden im Steinbruch Wassum, Miltenberg)
Dies betrifft auch die verbreiteten Tongallen - diese erreichen 10 cm Größe. Deren Entstehung kann man sich so vorstellen: Nach einer Überflutung wurde zurest der Sand und später dann auch der Ton in den Stillwässern abgesetzt. Nach dem Eintrocknen bildeten sich Risse und der Ton zerfiel in blättrige Brocken. Beim Überfluten mit den nächsten Flut wurde der Ton leicht abgerollt und im Sand neu fixiert. Dies erfolgte aber so schnell, dass der Ton weder weich noch aufgelöst wurde. Bei der heute angreifenden Verwitterung werden die Tongallen zuerst ausgewaschen und hinterlassen dann die linsenförmigen Hohlräume.
Tongallen im Sandstein große Tongallen (teilweise ausgewaschen) im Sandstein, Miltenberg

Die Tonsteinablagerungen sind in den sich nicht bewegenden Flußarmen und Restseen gebildet worden. Die Schrägschichtung sind Rinnensedimente eines weit das Gelände überdeckenden, mäandernden Flußsystems, welches das sich absenkende Germanische Becken von Süden mit Sedimenten füllte. Wellenrippeln sind verbreitet überliefert, Trockerisse selten und ganz selten Steinsalzpseudomorphosen. Auch kugelförmige Konkretionen sind schichtweise zu erkennen. Als Zeichen einer früheren Bodenbildung wird der Karneol-Dolomit-Horizont gedeutet.

Kugeln im Sandstein konkretionäre Kugeln im Sandstein (Spessart-Museum, Lohr am Main)

An Fossilien sind selten Pflanzenreste und Abdrücke von Sauriern (Chirotherium sp.) überliefert. Verbreiterter sind Rollmarken und Grabgänge. Diese sind aber auch leicht mit den Druckmarken zu verwechseln.

Abdrücke vom Chirotherium Chirotherium-Fährte (Spessart-Museum, Lohr am Main)

Auch wenn es nicht mehr der klassische Spessart ist, aber bei Külsheim (westlich von Tauberbischofsheim) gibt es einen geologisch-naturkundlichen Wanderweg von 5,5 km Länge. An einem Parkplatz ca. 2 km nördlich des Ortes an der Straße nach Bronnbach wurde unter einem kleinen Dach eine ca. 5 x 2 m große Buntsandsteinplatte aus dem Plattensandstein (Oberer Buntsandstein) aufgestellt, die ca. 20 Abdrücke des Chirotheriums spec. beinhaltet. Leider ist die Platte mit der tonigen Oberfläche seit 1997 der Witterung und den Besuchern ausgesetzt, so dass die diagonal verlaufenden Abdrücke in der hangenden Platte nur noch schemenhaft erkennbar sind. Eine rechts angebrachte Tafel hilft bei der Interpretation.

Die Seltenheit der Fossilien, die geringen Abbaumengen und der maschinelle Abbau macht Fossilfunde nahezu unwahrscheinlich.

Der Buntsandstein des Spessarts besteht meist aus fein- bis grobkörnigen Sandsteinen mit tonigen, eisenhalten oder gar quarzitischen Bindemitteln. Das kann man im Dünnschliff besonders gut sehen:
Dünnschliff-Bild eines Sandsteines
Das Dünnschlifffoto zeigt einen leicht eisenhaltigen Sandstein von Obernburg, der
neben den eckigen Quarzkörnern auch noch angewitterte Feldspäte enthält
(Bildbreite ca. 2 mm, #Polarisatoren)

Infolge der unterschiedlichen Bindungen der Körner ist der Sandstein leicht zu bearbeiten - aber dann auch weniger Verwitterungsresistent. Man kann das an den heute noch stehenden Bauten gut sehen, dass insbesondere in dem ersten Meter über dem Boden eine mehr oder minder starke Absandung erfolgt (Tafonibildung). Aber auch Skulpturen in schattigen Standorten können stark beschädigt sein.

Die einzelnen Lagen werden durch Tonsteinlagen unterbrochen (bis zu 15 % der Schichtmächtigkeit). Man unterscheidet heute den Unteren- (aus Gelnhausen- und Salmünster-Folge), Mittleren- (aus Volpriehausen-, Detfurth-, Hardegsen- und Solling-Folge) und Oberen Buntsandstein (aus Rötfolge). Die Einheitennamen wie Miltenberger- und Heigenbrückener Sandstein haben heute nur noch lokale Bedeutung. Die Mächtigkeiten und Fazies unterliegen starken Schwankungen.
 
Steinbruch Aubach Wiesen
Der "Miltenberger Sandstein" (Calvörde-Formation) knapp unterhalb der Bernburg-Formation im Steinbruch Aubach (Wanderer-Parkplatz) ca. 900 SO von Wiesen an der Straße von Wiesen nach Frammersbach. Der Steinbruch wurde dankenswerterweise im April 2012 vom Bewuchs frei gestellt (durch Bayerische Biodiversitätstrategie, Main-Echo vom 11. Mai 2012 S. 21), so dass man die Sandsteinwände wieder gut sehen kann; aufgenommen am 01.05.2012 (siehe Spessartführer Aufschluss Nr. 133 S. 227, GPS-Koordinaten: N 50° 6,316´ E 9° 22,708´). Der Steinbruch war zumindest zeitweise bis 1928 im Betrieb, meist im Winter. 

Die Mächtigkeit der Sandsteine liegt im zentralen Spessart bei ca. 530 m und es ist damit die mächtigste Gesteinsabfolge in Unterfranken! Der Name Buntsandstein ist im Spessart kaum gerechtfertigt, da fast nur rote und gelbliche Farben vorkommen. Die rote Farbe wird von einer sehr dünnen Ümhüllung der Sandkörner mit dem Eisenoxid Hämatit verursacht. Stellenweise sind die Feldspatanteile in weiße Tone verwittert, so dass auch lokal (z. B. bei Eichenberg) weißliche Sandsteine vorkommen.

Sandstein-Harnisch
Auch so etwas gibt es: Ein Harnisch im Sandstein,
gefunden von Maria Lindner bei Ebenheid, kanpp südlich des Spessarts, Bildbreite 7 cm
Der Sandstein ist hier stark beansprucht und gestaffelt verschoben, so dass rundliche Bruchstücke entstehen, die wegen der Striemung als "Pflanzenfossilien" interpretiert werden könnten. Aber es ist nur Sandstein. Die gestriemten Harnischflächen sind überzigen von Muskovit-Schüppchen, Tonmineralien und feinstschuppigem Hämatit, der dem Begutachter rote Finger erzeugt. Dies zeigt, wie schwer eine sichere Ansprache von Gesteinen sein können. 


Haus aus weißem Sandstein
Früheres Wohnhaus des Steinbruchbesitzers an der Kuppe bei Eichenberg.
Das frei stehende Haus wurde aus dem hellen bis weißen Sandstein gefertigt.


Die Geschichte des Buntsandsteins ist dem im Vergleich zu anderen Gesteinen wenig attraktiven Sandstein nur schwer zu entlocken, weshalb sich nur sehr wenige Geologen diesem Gestein verschrieben haben. Das Gestein ist sehr gleichförmig, beinhaltet keine visuell schönen Mineralien und es gibt nur wenige, gute Aufschlüsse trotz des großen Verbreitungsgebietes.

Die anderen Gesteine - Muschelkalk und Keuper - die in die Trias gehören, sind im Spessart bis auf einen Erosionsrest bei Unterwittbach abgetragen worden.
 

Mineralien:
Der Buntsandstein äußerst arm an neugebildeten Mineralien. Verbreitet ist nur Calcit, der als weiße bis braune Kristalle (Skalenoeder) und Krusten in Spalten gebildet wurden. Weiter gibt es dabei den Formenschatz wie in Tropfsteinhöhlen zu beobachten, allerdings in sehr bescheidenem Umfang. Solche Bildung werden an geeigneter Stelle noch heute gebildet (z. B. neben dem Möbelgeschäft "Spilger" bei Obernburg, südlich von Obernburg oder auch aus Steinbrüchen bei Weibersbrunn). Diese Calcite zeigen auch eine sehr intensive gelbe bis rote Fluoreszenz und teilweise auch eine Phosphoreszenz (Nachleuchten).

Verbreitet sind auch Eisen- und Manganerze als synsedimentäre Bildungen lokal angereichert ("Eisensandsteinbank"). Diese enthalten dann erdigen bis glaskopfartigen Goethit und schlecht kristalline Manganoxide. Stellenweise versuchte man einen Abbau der Erze, was sich jedoch aufgrund der geringen Fe-Gehalte kaum lohnte.

Die verbreiteten Baryt-Gänge (auch Schwerspat genannt) im Sandstein wurden viel später aus hydrothermalen Lösungen in den Störungen ausgeschieden. Da sie bis in den Buntsandstein reichen, wurden sie später gebildet. Heute geht man von einem jurassischen bis kreidezeitlichen Alter aus. Die an vielen Stellen des Spessarts bergbaulich genutzten Gangzüge mit den reichen Schwerspat-Vorkommen von bis zu 5 m Mächtigkeit bestehen meist aus weißem Baryt ohne eine größere Vielfalt an Begleitmineralien.
 


Von den einst vielen Steinbruchbetrieben um Miltenberg existieren nur noch die Fa. Wassum und die Fa. Zeller.

Steinbruch der Fa. Wassum, Miltenberg
1904 gründete der Straßenbauunternhemer Friedrich Wassum einen Steinbruchbetrieb. Dieser wurde von Erich Wassum fortgeführt und wird heute von Thomas Wassum geleitet. In dem treppenförmig angelegten Steinbruch werden Werksteine gewonnen. Man bohrt senkrecht nahe nebeneinander ab und sprengt die großen Blöcke vorsichtig ab.
Steinbruch der Fa. Wassum, Miltenberg (Panorama-Bild)

Im eigenen Betrieb erfolgt das Sägen und die weitere Zurichtung zu den zahlreichen Produkten. Der Miltenberger Sandstein wird als "Roter Mainsandstein" gehandelt. Man gewinnt in dem kleinen Steinbruch nördlich von Miltenberg jährlich ca. 5.000 m³ Werkssandstein und stellt daraus Werksteine, Blockstufen, Restaurierungs- und Bildhauerarbeiten, Bossenverblender, Fassaden- und Fußbodenbeläge und Bruchsteine für die Gartengestaltung her. Referenzobjekte sind beispielsweise: Obermainbrücke und der Eiserne Steg in Frankfurt, die Erf-Brücke in Riedern, Bahnhof Schöllkrippen, Fa. NUKEM in Alzenau, Schloss Maisenhausen, diverse Kirchen, ....

Die braurote Farbe, die weißgraue Streifung und eine Pigmetierung aus Eisenoxiden machen den besonderen Reiz des Sandsteins aus. Der dickbankige Sandstein wird durch 2 Hauptkluftsysteme in klotzige Quader gegliedert. Die braunen Tüpfel im Sandstein sind wohl Pseudomorphosen von Eisenoxiden nach früheren Carbonaten (aus diesem Grund wurde der Sandstein früher "Pseudomorphosensandstein" genannt). Die bis zu 40 cm mächtigen, dünnplattigen Zwischenschichten aus Tonsteinlagen sind stellenweise reich an Muskovit. Stratigraphisch gehört der Miltenberger Sandstein heute zur in die höchste Calvörde(-Gelnhausen)-Folge und in die tiefere Bernburg(-Salmünster)-Folge.

Die Fa. Wassum, Miltenberger Natursteinwerk Peter Wassum GmbH, Im Söhlig 9, 63897 Miltenberg, Tel.: 09371/2781 betreibt neben dem Steinbruch eine Steinbearbeitung. Hier arbeiten derzeit ca. 30 Menschen in allen Betriebsteilen.

Zum Besuch fahre man in Miltenberg in Richtung Klingenberg, überquere am Bahnhof die Bahngleise und biege bei der nächsten Straße rechts ab ins Industriegebiet "Nord". Hier folge man der Beschilderung.
Betriebsgelände der Fa. Wassum, Miltenberg
Im weitläufigen Betriebsgelände steht ein geschmackvoll eingerichtetes Bürogebäude mit einem hübschen Ausstellungsraum, in dem man den Sandstein in seiner vollen Schönheit anschauen kann. Auf den Freiflächen werden die zugesägten und bearbeiteten Steinblöcke gelagert.
 


 
Steinbruch der Fa. Franz Zeller (Umpfenbach) in Kirschfurt:
Am 1.1.1890 wurde die die Fa. Franz Zeller gegründet (man feiert 2015 125-jähriges Firmenjubiläum); vorher war er Geschäftsführer der Fa. Winterhelt in Miltenberg. 1892 unterstützen die Söhne Ludwig und Edmund den Betrieb und man besaß 4 Steinbrüche und Werkplätze in Bürgstadt und Miltenberg. In der Gründerzeit groß geworden (vor dem 1. Weltkrieg waren durchschnittlich 300 Mitarbeiter angestellt), beschäftigte man 1926 130 Mitarbeiter. Ab 1953 leitete Ernst (Sohn von Ludwig) die Geschicke des Unternehmens. 1963 trat Franz Zeller in den Betrieb ein und führte ihn bis 2009. Seit dieser Zeit leiten den Betrieb die Tochter Martina Zeller-Braun und der Steinmetz Dieter Braun.
Werk Franz Zeller Umpfingen
Die Fa. Zeller (Franz Zeller KG Natursteinwerke, Eichenbühler Str. 11, 63930 Umpfenbach, Tel. 09378/777) betreibt in der 5. Generation mit ca. 50 Mitarbeitern noch heute in der Region 8 Steinbrüche, von denen der in Kirschfurt innerhalb des Spessarts liegt. Man stellt in einem neuen Produktionswerk in Umpfingen bei Miltenberg daraus eine große Vielfalt an Sandsteinprodukten her. Dies reicht von Restaurationen für historische Gebäude bis hin zu Fassadenelementen von Neubauten. Typische Arbeitsfelder sind Brücken, Krankenhäuser, Kirchen, chemische Industrie, Sparkassen und Banken, Villen, Einfriedigungen, Brunnen und Grabsteine.

Auch die Fa. Zeller wie Winterheld u. a. betrieb als Abbaumethode zur Felsgewinnung das Unterhöhlen. Dabei wurde am Wandfuß eine bis zu 2 m hohe Kerbe bis zu 10 m in den Fels geschlagen. Man ließ dabei Pfeiler stehen und stützte mit Holstempeln zusätzlich ab. Anschließend wurde mit Schwarzpulver diese Stützen weggesprengt, so dass die bis zu 50 m hohen Wände einstürzten. Dieses Verfahren führte infolge der nach "Gefühl" ausgelegten Sicherheiten zu Unfällen.

Heute sind die Abbauwände bis zu 10 m hoch. Man bohrt senkrechte Löcher in dichtem Abstand und sprengt dann die Blöcke ab. Auch werden große Blöcke durch Abkeilen gewonnen. Die so gewonnen Steine werden mittels Radlader, Bagger und Krane bewegt und dann ins Werk nach Umpfenbach verfahren. 

Der Steinbruch der Miltenberger Industriewerk KG
Industriestraße 4, 63927 Bürgstadt, Tel: 09371/4005-0, e-mail: info@miltenberger-industriewerk.de, wird auch von der Fa. Zeller genutzt. Der sehr große Steinbruch liegt nahe des Theresienhofs bei Kirschfurt.

Steinbruch Kirschfurt
Der nur wenig verwachsene Steinbruch Kirschfurt mit den schön gebänderten Sandsteinen (nördliche Steinbruchwand im Januar 2008). Früher wurden mit einer Anlage Schotter gebrochen, die mit Schiffen auf dem Main abgefahren wurden. Es bestand Ende der 1970er Jahren eine Kapazität von ca. 400.000 t pro Jahr. Aufgrund von geänderten Anforderungen an den Schotter für die Bahn musste der Betrieb eingestellt werden.
Der hier gewonnene Sandstein wird als "Mainsandstein" bezeichnet. Er wurde weit geliefert und man kann ihn beispielsweise in folgenden Städten bewundern: Frankfurt, Wiesbaden, Mainz, Karlsruhe, Freiburg, Dortmund, Hamburg, Chemnitz, Lübeck, Berlin, Zürich, St. Petersburg, ...

Reduktionshöfe
Im Bild (Bildbreite ca 40 cm) oben sieht man kleine, weiße Flecken. Dabei handelt es sich um Reduktionshöfe. Diese entstanden, weil das färbende Eisenpigment im Sandstein kugelförmig um ein Zentrum - oft aus einem Erzkörnchen - weggeführt wurde. Der diesem zugrunde liegende Prozess ist bisher kaum verstanden, da diese Höfe besonders in geologisch alten Gesteinen ganz unterschiedlicher Art zu beobachten sind.

gebänderter Sandstein Tongallen und gezeichneter Sandstein
Im beeindruckenden Steinbruch Kirschfurt sind schön gezeichnete Sandsteine weit verbreitet. Hier wechseln helle Partien mit wenig Eisenoxiden mit sehr eisenreichen in schönder Schräg- und Kreuzschichtung ab. Ein großer Teil der Färbungen ist synsedimentär angelegt worden. Die großen, rotbraunen Tongallen belegen eine fluvatile Genese des Sandsteins (die gezeigten Blöcke wurden aus dem Produktionsprozess aussortiert). Insbesondere die Toneinschlüsse wittern sehr schnell aus und hinterlassen Löcher, die kaum ein Kunde in einer Fassade toleriert. 

Die nicht zur Werksteingewinnung nutzbaren Steine und Felsen werden vielfältig verarbeitet (hinter den Wörtern sind Prospekte im PDF-Format hinterlegt):

Sandstein für Gabionen
Die Partien, die nicht zur Werksteingewinnung verwandt werden können, gehen in den Gartenbau oder werden zu Schrotten gebrochen, so dass man das bunte Gemisch aus unterschiedlich gefärbten Lagen zur Füllung von Gabionen verwenden kann. Das Material wird im Sand- und Kieswerk der Fa. Fritz Weber GmbH & Co. Miltenberger Industriewerke KG in Bürgstatt gebrochen und ausgesiebt. Die Reste werden dann zu einem scharfen, braunroten Brechsand aufgemahlen.



Die großen, alten und aufgelassenen Steinbrüche sind nicht ganz ungefährlich. Am 28.03.2005 stürzte eine größere Menge Gesteinbrocken bis zu einigen Tonnen Gewicht auf ein Autohaus in Miltenberg (siehe Main-Echo vom 29.03.2005 auf Heimat-Rundschau-Seite) und erzeugte hier Schäden. Anschließend erfolgten umfangreiche Sicherungsmaßnahmen.




Reistenhausen, eine einst berühmte Sandsteingemeinde am Main

(heute Ortsteil von Collenberg am Main)
Reistenhausen Sandsteinhaus
An der Hauptstraße in Reistenhausen: Sandsteinhäuser

Hier schaut der Sandstein aus allen Mauern.
Hier lebten die die Steinbarone der Arnolds und Henchs.
Hier gibt es alte Steinbrüche.
Hier wurden die Steine am Main behauen und auf Schiffe verladen.

Museums-Baustein
Baustein für 2 € zugunsten des Museums (Bildbreite 12 cm).

Hier gibt es ein im Werden begriffenes Heimatmuseum:
Der Förderverein zur Erhaltung der Bildstöcke und historischen Werte e. V. unterhält in einem Haus an der Brunnenstraße 27 (97903 Collenberg) ein Museum. Das Haus wurde als Donation von dem "Steinbaraon" Venantius Arnold um 1940 als Kindergarten an die Gemeinde vermacht. Im Jahr 2001 begann man mit der Einrichtung eines lokalen Museums zum Erhalt der Historie. Bei dem in einfachem Sandstein erreichtete Gebäudekomplex ist selbst das Hofplaster aus Sandstein gelegt. Im Innern sind historische Bilder und Werkzeuge der einstigen Steinhauerei ausgestellt.
Der Schwerpunkt ist sicher die handwerkliche Tradition des Ortes; derzeit werden textile Erzeugnisse und Fertigkeiten gezeigt. Die Öffnungszeiten (unregelmäßig) erfrage man bei der Gemeinde oder beim Trägerverein.
Museum Reistenhausen Fußboden Museum Reistenhausen Werkzeug
Das Museum direkt an der Durchgangsstraße von Miltenberg nach Kreuzwertheim (Kirschfurt nach Fechenbach).


Wenn man Reistenhausen besucht, dann versäume man nicht, sich auch den Friedhof mit vielen alten Grabsteinen aus Sandstein anzuschauen - darunter sind viele Steinhauer. Dieser Friedhof liegt nur wenige hundert Meter vom Museum entfernt am Hang.
Friedhof Reistenhausen Friedhof Reistenhausen
Sandstein in Vollendung.
Das monumentale Grabmahl der Arnolds (links) und der "Friedhof" für nicht mehr benötigte Grabsteine - außerhalb der Friedhofsmauer (rechts).





Der geologische Wanderweg an der Grenze zwischen Schöllkrippener Gneis, Zechstein und Buntsandstein:

Im Vorspessat, östlich von Schöllkrippen, wurde am Samstag, den 11. September 2010 der Kulturrundweg Schöllkrippen 2 "Streifzug durch die Erdgeschichte" zusammen mit dem Spessartbund Ortsgruppe Schöllkrippen eingeweiht. Unter reger Teilnahme von etwa 80 Besuchern aus der Umgbung* konnte im Anschluss der ca. 4 km lange Weg bei schönem Wetter begangen werden; Erläuterungen gaben die Herren Himmelsbach, Schlenke, Stühler und Lorenz. An der Strecke wurden 7 große Tafeln aufgestellt, die die lokale Geologie im regionalen Kontext darstellen. Der Weg fußt auf einem bereits vor 40 Jahren begründeten Lehrpfad von Dr. Gerhard Kampfmann; er ist somit der älteste Lehrpfad des Spessarts. 
Schöllkrippen 2 Eröffnung Menschen
Die Eröffnung des Rundweges fand bei ausgezeichnetem Wetter und musikalischer Unterhaltung durch die Kahlgründer Sänger statt. Der pyramidale Felsblock
links besteht aus dem Schöllkrippener Gneis. Rechts im Bild (von links) Akkordeonspieler der Kahlgründer Sänger, Dr. Gerrit Himmelsbach, Frau Hain, Bürgermeister
von Schöllkrippen Rainer Pistner, stellvertrende Landrätin Marianne Krohnen, Dr. Walter Mergner von den Bayerischen Staatsforsten und Joachim Lorenz (Foto
Helga Lorenz).

Der Beginn ist entweder vom Naturschwimmbad oder vom Hof Schabernack (Gaststätte; nahe an Vormwald) aus möglich. Der Weg ist leicht begehbar; der größte Höhenunterschied führt zum Standort der Alteburg, einer mittelalterlichen Motte. Entlang des Weges passiert der Wanderer den Schöllkripper Gneis (anstehend und als Felsblock), dann die Sedimente des Zechsteins (als dunkelbraune bis schwarze Tonsteine und Dolomit, darin eingestreut weißer Baryt (Schwerspat), einen eindrucksvollen Steinbruch im Unteren Buntsandstein (auch Heigenbrückener Sandstein, heute Calvörde-Formation genannt), ein kleines "Felsenmeer" und die Wasseraufbereitung von Schöllkrippen (Arsenproblematik). Das zugehörige blaue Faltblatt ist beim Archäologischen Spessartprojekt, der Gemeinde Schöllkrippen und beim Spessartbund Ortsgruppe Schöllkrippen erhältlich.
Wasserwerk Schöllkrippen
Die Teilnehmer der Schlussrunde während der Eröffnung hatten spontan die Gelegenheit,
das Wasserwerk von Schöllkrippen auch von Innen anschauen zu können. Der
Bürgermeister Rainer Pistner gab dazu ausführliche Erläuterungen.

Dabei ist der Sandsteinbruch am Röderhof (unweit der Rodberghütte des Spessartbundes) nach seiner Freistellung von den Bäumen durch die Bayerische Staatsforsten unter der Leitung von Herrn Schlenke besonders beeindruckend (als Geologe wünscht man sich aber, dass die östliche Hälfte des Steinbruches auch noch vom Baumbewuchs befreit wird). In der ca. 20 m hohen Felswand sind die typischen Merkmale des Buntsandsteines erkennbar: Schrägschichtungen, Tonklasten, Störungen und die sandige Verwitterung an der Oberfläche. Infolge der vielen Klüften und losen Felsen kann man nur davor warnen, ohne Schutzhelm an die stellenweise überhängende Steinbruchswand zu gehen.
Sandsteinsteinbruch am Röderhof
Die mächtige Felswand des Unteren Buntsandsteins im Steinbruch am Röderhof
östlich von  Schöllkrippen (Foto Helga Lorenz).

Die Wegführung durch auch außerhalb des Waldes eröffnet bei gutem Wetter zahlreiche Fernblicke in den Kahlgrund und damit auch zu anderen geologisch-mineralogischen Besonderheiten, wie z. B. zum Kalmus.
Blick zum Hahnekamm
Über dem Kalmus erhebt sich der aus Quarziten und Glimmerschiefern bestehende
Hahnenkamm (436 m), erkennbar an den Sendemasten.


*Die Schöllkrippener Bevölkerung hatte bis auf weinge Teilnehmer keine Zeit, da gleichzeitig der Spessartbund Ortgruppe Schöllkrippen auf eine 125jährige Geschichte zurück blicken konnte und dies an der Rodberghütte gefeiert werden musste.

Am 13.10.2012 wurde in einem sehr familiären Kreis und in Anwesenheit der Witwe, Kinder und Enkel von Dr. Kampfmann der Geologische Rundweg mit einer Tafel auf Schöllkripper Gneis ausgerüstget, die an den Spessartforscher aus Schöllkrippen erinnern soll:
die Einweihung  Kampfmann-Tafel
Die Redner Gerhard Stühler, Bürgermeister Rainer Pistner, ein Enkel von Gerhard Kampfmann, Dr. Dieter Mollenhauer und Dr. Gerrit Himmelsbach würdigten das Lebenswerk des Forstdirektors Dr. Gerhard Kampfmann (*8. Oktober 1923, +15. Mai 2012).




Römermuseum Obernburg
Untere Wallstr. 14
Obernburg a. Main

Weihesteine Grundstein römischer Grabstein
Hier kann man römische Sandsteine anschauen:
Links: Eine bedeutende Sammlung von ca. 35 Weihesteinen aus beschrifteten Sandsteinen der Benefiziarien, von denen aber nur wenige ausgestellt sind.
Mitte: Der (Sand-)Stein mit der Inschrift zur Errichtung des Kastells Obernburg (heute würde man vom Grundstein sprechen)
Rechts: Der Leiter des Museums, Dr. Leo Hefner, erläutert die Bedeutung der Funde aus der obernburger Nekropole am Beispiel eines Grabsteines aus Sandstein in einer Nachbildung des eigentliches Grabes.
Ein Teil der ausgestellten Steine wurden aus Kirchen und Mauern gerettet (man hatte die behauenen Steine aus der römischen Produktion weiter verwandt). Die Steine waren nach der Herstellung in römischer Zeit weiß gekalkt worden, dann die Schrift farbig hervorgehoben und der Stein schön bunt bemalt worden - also völlig anders als heute.
Das kleine Museum zeigt im Gewölbekeller des Untergeschoßes einen Mithraskult, im EG die Steine und im 1. Obergeschoß die Keramiken, Münzen, Beschlagteile, Werkzeug, Glas und Neuerwerbungen.



Burg Partenstein

Ein eindrucksvolles Beispiel für die mittelalterliche Verwendung des hier anstehenden Heigenbrücker Sandsteins ist die Burg Partenstein, kanpp außerhalb und über dem Ort auf der Westseite auf einer Bergschulter gelegen. Wie man aus den Funden weiß, war auch diese Burg von ca. 30 x 20 m Größe im unteren Teil völlig aus dem Sandstein erstellt. Die Steine waren aus den wenig behauenen oder zugerichteten Steinen mit einem Kalkmörtel vermauert. Lediglich die Ecken waren aus großen Bossenquadern gefertigt, die man aus den dickeren Bänken herstellte. 

Hier hat der örtliche Geschichts- und Burgverein Partenstein in Zusammenarbeit mit der Archäologischen Spessartprojekt unter Leitung von Harald Rosmanitz neben den Ausgrabungen auch eine mittelalterliche Baustelle nachempfunden, so dass man sich eine Vorstellung machen kann, wie man z. B. die Mauersteine mit einem einfachen Kran angehoben hat. Das hölzerne Hebewerk wurde von einem Tretrad angetrieben, in dem ein oder mehrere Menschen laufen mussten. Zum jährlichen Burgfest wird die Funktion vorgeführt.

Tretrad am Kran
Das Tretrad mit einer Last aus Sandstein, aufgenommen am 26.06.2011.

 

Burg Wildenstein


Burg Wildenstein
Die Doppeltoranlage im Zugang der Burg Wildenstein

Burggraben
Die Burg Wildenstein knapp oberhalb des gleichnamigen Ortes bei Eschau ist vom Mittleren Buntsandstein (Volpriehausen-Wechselfolge) umgeben und daraus erbaut. Davon zeugen die beiden Steinbrüche, die gleichzeitig als Burggraben fungieren. Der Sandstein führt wenige Tongallen. Die einzelnen Sandstein-Bänke sind durch Tonsteine unterbrochen, die eine leichte Geinnung von Bausteinen ermöglichen. Der graubraune Sandstein glitzert schön in der Sonne, ist also kieselig gebunden, aber nur relativ schwach, so dass das Gestein nur bedingt als Baustein geeignet ist, weil es bei einer Belastung oberflächlich absandet.
Mauerwerk aus Sandstein Riss im Stein Umfassungsmauer
Das Mauerwerk der Umfassungsmauer ist sorgfältig ausgeführt worden und stammt etwa aus dem 13. Jahrhundert. Die Mauern des Palas dagegen wurden nicht so sorgfältig hergestellt. Dabei sind die einzelnen Steine nur ganz grob zugerichtet worden und auch nicht satt in das Mörtelbett gelegt worden, so dass es Zwischenräume gab, die der Belastung nicht stand hielten und so sind in den Mauern zahlreiche Risse zu sehen, die aufgrund von Druckbelastung in der Zugzone der Steine entstanden sind. Diese Risse sind sicher sehr alt und haben sich wahrscheinlich bereits kurz nach dem Bau gebildet, da die Kanten bereits genau so stark erodiert sind, wie die übrigen Kanten der Bausteine. Die sicher nachträglich angebrachten Stützmauern konnten diesen Fehler in der Bauausführung nicht korrigieren. Die mittigen Zangenlöcher in den Quadern der Umfassungsmauer stammen noch aus der Bauphase, wo man die Quader mittels einer Zange und einem Kran an die Bestimmungstelle hob, aufgenommen am 09.06.2012..

Gewölbekeller
Ehemaliger Pallas: Das beeindruckende Gewölbe des Kellers ist sehr sorgfältig aus ganz groben Steinen - nahezu mörtellos - gesetzt worden, aufgenommen im Rahmen einer Führung durch den Archäologen Harald Rosmanitz vom Archäologsichen Spessartprojekt beim Burgfest am 09.06.2012.



Grafschaftsmuseum Wertheim


Ausstellung "Steinreich - Buntsandstein in Wertheim und Umgebung" 25. Juli 2015 - 14. Februar 2016:

Ausstellungseroeffnung Sandstein-Ausstellung
Zur Eröffnung kamen ca. 75 Besucher in den Modersohnsaal, meist Unterstützer, Leihgeber und Förderer des Grafschaftmuseums. Es begrüßten der Oberbürgermeister Stefan Mikulicz, die Kuratorin Frau Ursula Wehner und der Leiter des Museums Dr. Jörg Paczkowski. In der Einführung wurde berichtet, dass der Ausdruck "steinreich" seine Wurzeln im Mittelalter hat, als der Normalbürger ein Fachwerkhaus aus Holz und Lehm bauen konnte und nur ganz reiche Menschen ein Haus aus Stein erbauen lassen konnten. Weiter erfuhren die Zuhörer, dass ein Künstler beim Anblick der vielen Sandsteinbauten in Wertheim von einem "Terra-pozzuoli-Farbton" des Sandsteins gesprochen hat.
Die Ausstellung im Keller bietet eine Kollektion aus Sandsteinen der Umgebung von Bernd WOLZ, Werkzeuge der Steinhauer, alte Fotografien der Belegschaften in den Steinbrüchen, dingliche Zeugnisse aus den Familien und die sozialen Auswirkungen der Steingewinnung,
 


Literatur:
ADER, U. [Hrsg.] (2014): Die Aschaffenburger Meisterschüler und ihr Schloss in der Zeit des Wiederaufbaus. Zeitdokumente Erinnerungen Anekdoten.- 112 S., zahlreiche, meist SW-Abb., Repliken, Fachschule (Meisterschule) für Steinmetzen und Steinbildhauer, [Druckerei und Verlag Valentin Bilz GmbH] Goldbach.
ALBERTI, F. v. (1834): Beitrag zu einer Monographie des Bunten Sandsteins, Muschelkalks und Keupers, und die Verbindung dieser Gebilde zu einer Monographie.- ohne Abb., 366 S., 2 gefaltete Tafeln in Umschlagklappe, [J. G. Cotta´schen Buchhandlung]Stuttgart. Reprographischer Nachdruck von 1998 mit einem Vorwort und einer Biographie (46 S.) im Anhang, Friedrich Alberti-Stiftung der Hohenloher Muschelkalkwerke, Ingelfingen.
Anonym (1967): Bericht über die 88. Tagung des Oberrheinischen Geologischen Vereins e. V. in Aschaffenburg.- Jahresberichte und Mitteilungen des Oberrheinischen Geologischen Vereins N. F. 49, S. 5 - 9, [E. Schweizerbart´sche Verlagsbuchhandlung] Stuttgart.
Autorenkollektiv (1964): Erläuterungen zur Geologischen Karte von Bayern 1:500000.- 2. Aufl., 343 S., München.
Autorenkollektiv (1996): Geologische Karte von Bayern 1:500000 mit Erläuterungen.- 4. neubarbeitete Aufl., 329 S., 61 Abb., 21 Tab., 8 Beil., [Bay. Geolog. Landesamt] München.
BACKHAUS, E. (1964): Zur Frage der Einwirkung des Pleistozäns auf dem Buntsandstein in Odenwald und Spessart.- Zeitschrift der Deutschen Geologischen Gesellschaft Band 116, 3. Teil, S. 984 - 985, Hannover, [Verl. F. Enke] Stuttgart.
BACKHAUS, E. (1967): Beiträge zur Geologie des Aschaffenburger Raumes.- Veröffentlichungen des Geschichts- und Kunstvereins Aschaffenburg e. V. 10, 260 S., Aschaffenburg.
BACKHAUS, E. (1967): EXCURSIONSFÜHRER zur 88. JAHRESTAGUNG des OBERRHEINISCHEN GEOLOGISCHEN VEREINS vom 28. März - 1. April 1967 in Aschaffenburg.- Nachrichten des Naturwissenschaftlichen Museums der Stadt Aschaffenburg, Heft 74, 113 S., Aschaffenburg.
BAUEREISS, L. (1935): Die Steinhauererkrankungen des Mainsandsteingebietes. Nach Untersuchungen an Kranken mit Silikose der Würzburger Medizinischen Universitätsklinik.- 19 S., ohne Abb., Inaugural-Dissertation der Hohen Medizinischen Fakultät der Bayer. Julius-Maximilians-Universität Würzburg zur Erlangung der Medizinischen Doktorwürde, [Buchdruckerei Richard Mayr] Würzburg.
BERBERICH, L. (1990): 100 Jahre Franz Zeller Natursteinwerke 63897 Miltenberg.- Festschrift anlässlich der 100-Jahr-Feier am 14. und 15. September 1990, 48 S., 54 meist farb. Abb., [Caruna Druck] Miltenberg.
BOCK, H., FREUDENBERGER, W., LEPPER, J., SCHMITT, P. & WEBER, J. (2005): Der Buntsandstein in Main-Tauberfranken (Exkursion B am 31. März 2005).- Jahresberichte und Mitteilungen des Oberrheininschen Geologischen Vereines Neue Folge Band 87, S. 65 - 96, 18 Abb., 2 Tab., [E. Schweizerbart´sche Verlagsbuchhandlung] Stuttgart.
CRAMER, P. & WEINELT, W. (1978): Geologische Karte von Bayern 1:25000 Erläuterungen zum Blatt Nr. 5922 Frammersbach.- 137 S., München.  
Deutsche Stratigraphische Kommission [Hrsg.] (2013): Stratigraphie von Deutschland XI, Buntsandstein.- Schriftenreihe der Deutschen Gesellschaft für Geowissenschaften Heft 69, 657 S., sehr viele meist farb. Abb. als Karten, Profile, Fotos und Zeichnungen, 1 farb. gefaltete geolog. Karte, 1 ausklappbare Profiltafel, [E. Schweizerbart´sche Verlagsbuchhandlung] Stuttgart. 
DIEDERICH, G. (1964): Zur Stratigraphie des Unteren Buntsandstein im deutschen Buntsandsteinbecken.- Zeitschrift der Deutschen Geologischen Gesellschaft Band 116, 3. Teil, S. 875 - 890, 2. Tab., Hannover, [Verl. F. Enke] Stuttgart.
DIEDERICH, G. & LAEMMLEN, M. (1969): Buntsandsteingliederung in Bayern und Hessen.- Notitzblatt des Hessischen Landesamtes für Bodenforschung zu Wiesbaden Bd. 97, S. 195 - 205, 1 Abb., Wiesbaden.
GEYER, G. (2002): Geologie von Unterfranken und angrenzenden Regionen.- Fränkische Landschaft Arbeiten zur Geolgraphie von Franken Band 2, 588 S., 234 Abb., 5 Tab., 1 Geologische Karte lose im Anhang, [Klett-Perthes] Gotha.
GEYER, G. & LORENZ, J. (2014): Quo vadis Buntsandstein? Ungeahnte Fallstricke der Nomenklatur und Stratigraphie im Spessart.- Jahresberichte der wetterauischen Gesellschaft für die gesamte Naturkunde zu Hanau/gegr. 1808 163 - 164, Themenband Spessart, S. 33 - 73, 22 Abb., Hanau.
HADERER, F.-O. (1997): Die Saurierfährten von Hardheim.- fossilien 14, S. 100 - 106, [Goldschneck Verl.] Korb.
HENNINGSEN, D. (1986): Einführung in die Geologie der Bundesrepublik Deutschland.- 3. Aufl., 140 S., Stuttgart.
JUNG, J. (1996): Die quartäre Aufarbeitung der  kretazo-tertiären Verwitterungsdecke im süd-westlichen Buntsandstein-Spessart - dargestellt anhand einiger Hangprofile bei Kleinwallstadt am Main.- unveröffentlichte Diplomarbeit der Bayerischen Julius Miximilians Universität Würzburg Istitut für Geographie, Teil I - Texband 128 S., Teil II - Anhang 58 S., Würzburg.
KELBER, K.-P. (1990): Die versunkene Pflanzenwelt aus den Deltasümpfen Mainfrankens vor 230 Millionen Jahren.- Beringeria, Sonderheft 1, 67 S., Würzburg.
KOWALCZYK, G. & PRÜFERT, J. (1978): Exkursion F in das Oberrotliegende und den Zechstein am Rand von Spessart und Vogelsberg am 1. April 1978.- Jber. Mitt. oberrhein. geol. Ver., N. F. 60, S. 87 - 108, 7 Abb., 1 Tab. Stuttgart.
LEPPER, J. (2004): 100 Jahre Wassum Miltenberger Natursteinwerk in Miltenberg: Stein und Wein am Untermain.- Naturstein 6/2004, S. 54  - 57.
LORENZ, J. (2007): Der Buntsandstein - der Stein aus der Wüste.- Nobless, Ausgabe 01/2007, S. 40 – 41, 8 Abb., [Media-Line@Service] Aschaffenburg.
LORENZ, J. mit Beiträgen von M. OKRUSCH, G. GEYER, J. JUNG, G. HIMMELSBACH & C. DIETL (2010): Spessartsteine. Spessartin, Spessartit und Buntsandstein – eine umfassende Geologie und Mineralogie des Spessarts. Geographische, geologische, petrographische, mineralogische und bergbaukundliche Einsichten in ein deutsches Mittelgebirge.- s. S. 689ff, 774ff.
LOTH, G., GEYER, G., HOFFMANN, U., JOBE, E., LAGALLY, U., LOTH, R., PÜRNER, T., WEINIG, H. & ROHRMÜLLER, J. (2013): Geotope in Unterfranken.- Erdwissenschaftliche Beiträge zum Naturschutz Band 8, S. 65ff,  zahlreiche farb. Abb. als Fotos, Karten, Profile, Hrsg. vom Bayerischen Landesamt für Umwelt, [Druckerei Joh. Walch] Augsburg.
MADER, D. (1985): Beiträge zur Genese des germanischen Buntsandsteins. Entstehungmechanismen fluvatiler Ablagerungen als Beispiele für die sedimentologische Erforschung kontinentaler Rotserien.- 630 + X S., [Sedimo] Hannover.
MURAWSKI, H. (1992): "Nur ein Stein" Geologie des Spessarts.- 308 S., 58 teils farb. Abb., Museen der Stadt Aschaffenburg.
OKRUSCH, M., GEYER, G. & LORENZ, J. (2011): Spessart. Geologische Entwicklung und Struktur, Gesteine und Minerale.- 2. Aufl., Sammlung Geologischer Führer Band 106, VIII, 368 Seiten, 103 größtenteils farbige Abbildungen, 2 farbige geologische Karten (43 x 30 cm) [Gebrüder Borntraeger] Stuttgart.
OKRUSCH, M. & WEINELT, W. (1965): Erläuterungen zur Geologischen Karte von Bayern 1:25000 Blatt Nr. 5921 Schöllkrippen.- 327 S., 53 Abb., 10 Tab., 3 Beil. [Bayerisches Geologisches Landesamt] München.
PRINZ-GRIMM, P. & GRIMM, INGEBORG (2002): Wetterau und Mainebene.- Sammlung Geologischer Führer 93, 167 S., 50 Abb. u. 1 Tab. im Text, Exkursionrouten und 1 Tab. im Umschlag, [Gebrüder Borntraeger] Berlin.
RÖDER, J. (1960): Toutonenstein und Heunesäulen bei Miltenberg  Ein Beitrag zur alten Steinindustrie am Untermain.- Materialhefte zur Bayerischen Vorgeschichte Heft 15, 32 Abb. im Text, 30 Tafeln im Anhang und 3 farb. Kartenbeilagen in Umschlagtasche, [Verlag M. Lassleben] Kallmünz/Oberpf.
RUTTE, E. (1981): Bayerns Erdgeschichte. Der geologische Führer durch Bayern.- 1. Aufl., 266 S., München.
SCHÄFER, A. (2005): Klastische Sedimente. Fazies und Sequenzstratigraphie.- 414 S., zahlreiche Profile, Zeichnungen, Karten, Tab., [Elsevier - Spektrum Akademischer Verlag] München.
SCHEINPFLUG, R. (1994): Als der Spessart Saurierland war. Im Buntsandstein haben sich Spuren von Saurierarten erhalten: Von Reptilien Fußabdrücke, von Amphibien wenige Knochenspuren.- Spessart Heft 5/1994, S. 11 - 13, Aschaffenburg.
SCHMITTNER, M. (1997): Steinbrucharbeiter haben mehr verdient als die Beschäftigten anderer Wirtschaftszweige. Sie sind aber früher gestorben.- Spessart 1997, Heft 8/1997, S. 3 - 12 [Main-Echo Kirsch GmbH] Aschaffenburg.
STREIT, R. & WEINELT, W. (1971): Geologische Karte von Bayern 1:25000 Erläuterungen zum Blatt Nr. 6020 Aschaffenburg.- 398 S., 52 Abb., 14 Tab., 5 Beilagen, Bayerisches Geologisches Landesamt, München.
Subkommission Perm/Trias (1993): Beschlüsse zur Festlegung der lithostatigraphischen Grenzen Zechstein/Buntsandstein/Muschelkalk und zur Neubenennungen im Unteren Buntsandstein in der Bundesrepublik Deutschland.- Z. angew. Geol. 39, S. 20 - 22, [Akademie] Berlin.
Subkommission Perm-Trias (SKPT) (2011): Beschlüsse der Deutschen Stratigraphischn Kommission 1991 - 2010 zu Perm und Trias von Mitteleuropa.- Zeitschrift der Deutschen Gesellschaft für Geowissenschaften, Band 162, Heft 1, S. 1 - 18, 2 Abb., 4 Tab, [E. Schweizerbart´schen Verlagsbuchhandlung] Stuttgart.
WEINELT, W. (1962): Erläuterungen zur Geologischen Karte von Bayern 1:25000 Blatt Nr.6021 Haibach.- 246 S., mit 41 Abb., 4 Tab, 2 Beilagen, Bayerisches Geol. Landesamt München.
WERNER, WOLFGANG,  WITTENBRINK, JENS,  BOCK, HELMUT & KIMMIG, BIRGIT (2014): Naturwerksteine aus Baden-Württemberg – Vorkommen, Beschaffenheit und Nutzung.- 765 S., 1.248 Abb., 45 Tab., herausgegeben vom Landesamt für Geologie und Bergbau, Regierungspräsidium Freiburg. 
WITTMANN, O. (1972): Geologische Karte von Bayern 1:25000 Erläuterungen zum Blatt Nr. 6022 Rothenbuch.- 102 S., München..
YOUNG, R. W.,  WRAY, R. A. L. & YOUNG, A. R. M. (2009): Sandstone Landforms.- 304 p., einige SW-Abb., Diagramme und wenige Tab., [Cambridge University Press] Cambridge UK


Kerzenhalter aus Sandstein
Ein Kerzenhalter aus Miltenberger Sandstein der Fa. Zeller, Umpfenbach
hergestellt 2010.


Zurück zur Homepage oder zum Anfang der Seite