(Vorabversion)
von Joachim Lorenz, Karlstein a. Main
Die Kiesgrube der Fa. Volz und
Herbert zwsichen Dettingen und Hörstein
Die Kiesgrube der Fa. Weber (Miltenberger
Industriewerk)
Sand- und Kieswerke Fritz Weber GmbH & Co. Werk Großostheim.
Wichtiger Hinweis:
Vorsicht an Wänden und Schüttkegeln, denn sie können
plötzlich rutschen. Auch an den Absetzteichen für das Wasser
besteht die Gefahr, dass man im Schlamm einsinkt!
Leider wurde in diesen Kiesgruben die Aufbereitung so gebaut,
so dass man nach der Aufgabe das Material durch den Brecher laufen
lässt, so dass keine ungebrochenen Überkornhalden mehr entstehen.
Für den Sammler von Mainschottern bedeutet dies, dass man
nur im Bereich der Wände ungebrochene Kieselsteine sehen kann.
Zusammenfassung
In den meist flächenreichen Kiesgruben können bei entsprechenden
Verhältnissen die vielflätigen Gesteine, Fossilien und Mineralien
in unterschiedlich großen Stücken gefunden werden, die oberhalb
der Lage vom Main und seinen Nebenflüssen aufgenommen und hier
mehr oder weniger gerundet und zerkleinert abgelagert wurden.
Lage
Kies- und Sandgruben gibt es von Wertheim dem Main folgend bis
nach Mainz, besonders in der Nähe der Ortschaften Miltenberg, Obernau,
Großostheim, Niedernberg, Stockstadt, Kleinostheim, Mainhausen,
Babenhausen, Alzenau, Langen, Frankfurt, ......
Hier sollen bespielhaft zwei der vielen Kiesgruben aufgeführt werden:
Geologie
Unter einer geringmächtigen Bodenbedeckung von ca. 0,5 -
4 m beginnt ein lehmiger, sehr zäher Kies, der nach 1,5 m in den
gewünschten ton- und lehmfreien Kies übergeht. Der Grundwasserspiegel
liegt innerhalb der Mainniederungen bei ca. 3-4 m unter der Geländeoberfläche.
Diese pleistozänen Ablagerungen des Maines aus wechsellagernden
Sanden und Kiesen, oft schräg geschichtet, sind hier ca. 6-7 m mächtig:
Unter ihnen folgen pliozäne Tone und Sande, leicht erkennbar an der
gelblichen bis grauen Färbung und an der darin vorkommenden Braunkohle
(Lignit). Stellenweise wurden auch so große Holzmengen sedimentiert,
so dass diese als Braunkohlen-Lagerstätten abgebaut wurden. Ein
Teil der Seen zwischen den Ortschaften Großwelzheim, Kahl, Alzenau
und Großkrotzenburg sind dabei entstanden. Die Kohle wurde im Kraftwerk
des RWE bei Großwelzheim verstromt. Infolge der Kleinheit der Vorkommen
und der strukturellen Verhältnisse (Trinkwassergewinnung, Überbauung,
forstliche Nutzung usw.) ist ein Abbau der noch vorhandenen Vorräte
realitätsfern.
Infolge der gestiegenen Niederschläge ist der Grundwasserspiegel
in den letzten Jahren um etwa 1 m angestiegen.
Historie der Fa. Volz
Die Gewinnung von Sand und Kies hat in der Region lange Tradition.
Früher wurde das Material von Hand gewonnen und mit Pferdewagen
abgefahren. Später wurde mit Baggern und LKW, dann in großen
Anlagen mit Schwimmbaggern und Förderbändern gearbeitet, wobei
das Gestein auch gesiebt und gewaschen wird. Die meist mit Grundwasser
gefüllten Seen wurden lange Jahre als Müllkippen genutzt, teilweise
aber auch zur Schwimmbädern eingerichtet. Auch finden sich Mehrfachnutzungen,
z. B. für Freizeitangler, Windsurfer usw.
Die Kiesgrube der Fa. Volz und Herbert in Hörstein wurde ca. 1990
begonnen, nachdem sich der Betrieb in Kahl nicht mehr ausdehnen konnte.
Man kann aber insgesamt auf eine 100 jährige Tradition zurückblicken.
Die Firma produziert und liefert Sand, Kies, Böden für den
Gartenbau, Recycling-Materialien - z. B. für den Wegebau, Schotter,
Brechsande und Steine für die Gartengestaltung. Seit dem Sommer 2008
auch einen Fertigbeton bereits ab 150 kg für Selbstabholer, wenn
man beispielsweise eine Gartenmauer oder einen Weg damit befestigen will.
Die Betonmischanlage für Fertigbeton in kleinen Mengen am
26.07.2008
Mineralien und Gesteine
Der Kies besteht im Bereich der Überkornhalden (siehe Bild
unten) aus folgenden Bestandteilen, wobei der Buntsandstein bei weitem
überwiegt (ca. 60-70%):
Überkornhalden der Kiesgrube, rechts am 15.12.2007 in der
winterliechen Nachmittagssonne
Eine Rarität ist das Auffinden
eines Gerölles eines Holzes der Gattung Woodworthia:
Das ca.
8 cm breite, angeschliffene und polierte Stück wurde erst im Jahr
2002 gefunden. Es könnte der Trias zuzuordnen sein. Ein primäres
Vorkommen im Einzugsgebiet des Maines ist nicht bekannt.
Die Korngröße reicht vom Ton über Sand bis zu mehreren Tonnen schweren Driftblöcken aus Sandstein, Diorit, verkieselter Zechstein-Dolomit und Gneis, die in die Gartengestaltung in der Umgebung der Kiesgruben Verwendung finden.
Die Fundmöglichkeiten sind nach längeren Regenperioden am besten.
Es lohnt sich in der Regel nur die Geröllhalden abzusuchen, da
hier das Überkorn vor dem Brechen zwischengelagert wird.
Suchbild.
Typische Fundsituation am 15.12.2007 an einem sauber geregneten
Haufen: eines der Steine ist ein versteinertes Holz. Es ist die Kunst
unter den tausenden von Geröllen die wenigen interessanten Stücke
zu sehen und dann herauszulesen. Man erkennt hauptsächlich Sandstein,
Quarz, Gneis und infolge des Frostes zerfallene Tonbrocken.
Faszinierend:
Verkieseltes Holz aus dem Bild oben, nach der Reinigung, Bildbreite
ca. 13 cm. Dieses Stück weist eine Besonderheit auf, denn es ist
im Innern des ehemaligen Stammes (oben und rechts im Bild) merkwürdig
narbig ausgebildet. Man kann diese Art der Erhaltung als auch als fossile
"Rotfäule", also einen fossil überlieferten Pilzbefall mit teilzerstörtem
Holz deuten. Randlich ist die Holzsubstanz noch intakt (vorne und links)
und im Innern bereits zerstört, wie bei heutigen Bäumen auch
- nur dass hier mehr als 100 Millionen Jahre vergangen sind. Die Hohlräume
sind mit farblosen Quarzkristallen ausgekleidet.
Im fast grenzenlosen Vertrauen auf die
Ehrlichkeit der Exkursionteilnehmer
zeigte ich das Stück während einer VHS-Exkursion am 30.05.2010
in der Kiesgrube, in der ich es fand - und es wurde nicht mehr zurück
gegeben. Leider bemerkte ich den Verlust erst, als die Teilnehmer nach
Hause gefahren waren. So warte/hoffe ich jetzt auf die Rückgabe/Rücksendung
...
Gold
Wäscht man eine größere Masse an Sand und Kies
durch, so erhält man die dunkle Schwermineralfraktion aus Hämatit,
Magneit, Ilmenit, Granat, Staurolith und anderen Mineralien. Das Verfahren
ist sehr anstrengend, kann im Winter nicht ausgeführt werden und
die Ausbeute liegt im Bereich von µg.
Darunter auch etwas gediegen Gold, wie im Bild rechts zu sehen
ist. Die Flitter sind nur 0,1 mm groß!.
Der Gehalt ist sehr klein und hat selbst im Mittelalter nicht
für ein Waschen ausgereicht. Details zu dem Goldfund können
Sie hier nachlesen.
Das Gold kommt wahrscheinlich aus dem Fichtelgebirge; hier ist
die Korngröße deutlich größer (Sammlung A. MOHRHARD,
Aschaffenburg).
Wer sich über die Herkunft des Goldes informieren will,
dem sei das Goldmuseum in Goldkronach bei Bayreuth wärmstens empfohlen.
Links ist das alte Forstgebäude zu sehen, in dem das Museum eingerichtet
wurde. Rechts sieht man eine Lupe vor einem Stück Quarz, in dem
etwas von dem mm-großen Gold als Berggold zu sehen ist.
Literatur
[Anon.] (1966): Aus der Geschichte der RWE-Betriebsverwaltung
Dettingen und ihrer Vorgängerin, der "Gewerkschaft Gustav".- Unser
Kahlgrund Heimat Jahrbuch für den Landkreis Alzenau, S. 134 - 143,
Alzenau.
[Anon.] (1999): 100 Jahre Firma Volz: Vom Einmann-Betrieb zum
kompetenten Partner der Bauwirtschaft.- Main-Echo vom Donnerstag, 19.
August 1999, S. 19, [Main-Echo & Kirsch] Aschaffenburg.
ALTMEYER, H. (1964): Reste devonischer Algenbäume als Rheingerölle.-
Der Aufschluss 15, S. 209 - 212, Heidelberg.
ALTMEYER, H. (1964): Zur Bestimmung verkieselter Hölzer
aus Rheingeröllen bei Köln.- Der Aufschluss 15, S.
287 - 291, Heidelberg.
ALTMEYER, H. (1989): Über weitere Rheingerölle.- Aufschluss
40, S. 197 - 200 Heidelberg.
Autorenkollektiv (1936): Die nutzbaren Mineralien, Gesteine und
Erden Bayerns.- II Band Franken, Oberpfalz und Schwaben nördlich
der Donau, 509 S., [Verl. R. Oldenbourg und Piloty & Loehle] München.
Autorenkollektiv (1986): 400 Millionen Jahre Wald.- Aktuelle
Geo-Information der Freunde der Bayerischen Staatssammlung für
Paläontologie und historische Geologie, 64 S., München.
Autorenkollektiv (1998): 100 Jahre RWE 70 Jahre RWE Dettingen
40 Jahre VAK.- Karlsteiner Geschichtsblätter 8, November 1998, 36
S., [Kolb-Druck] Karlstein.
EIKAMP, H. (1976): "Blitzröhren" - Bildung von Sand- und
Felsfulguriten.- Aufschluss 27, S. 225 - 227, Heidelberg.
GARUTT, W. E. (1964): DAS MAMMUT.- Die neue Brehm Bücherei,
Band 331, 140 S., Wittenberg-Lutherstadt.
Gewerkschaft Gustav & Geschichtsverein Karlstein a. Main
(2004): 100 Jahre Gewerkschaft Gustav.- Karlsteiner Geschichtsblätter
Ausgabe 9, August 2004, 56 S., zahlreiche SW-Abb., [Kolb Offsetdruck]
Karlstein.
HARDER, H. (1993): Zur Entstehung von verkieselten Hölzern.-
Aufschluss 44, S. 23 - 31, Heidelberg.
HEINRICH, A. (1984): Eine neue Skelettrekonstruktion des Wollnashorns
Coelodonta antiquitatis BLUMENBACH im Museum Bottrop.- Aufschluss 35,
S. 391 - 394, Heidelberg.
KRÜGER, F. J. (1977): Ein Flintgeröll mit Nasenmarken.-
Aufschluss 28, S. 401 - 402, Heidelberg.
KÜHNE, W. G. (1983): Gold für uns aus der Kiesgrube.-
Aufschluss 34, S. 215 - 218, Heidelberg.
KÜHNE, W. G. (1985): Paläontologische Silexforschung
I, ein Programm.- Aufschluss 36, S 239 - 243, Heidelberg.
LORENZ, J. & WEIS, T. (2008): Gediegen Gold aus den Mainschottern
am Unterman.- Der Aufschluss 59, S. 213 - 219, 4 Abb., 2 Tab.,
[VFMG] Heidelberg.
LORENZ, J. & JUNG, J. (2009): Die Mainkiesel. Quarz, Sandstein,
Gold und Fulgurite. Ein Beitrag zu den Sedimenten des Maines und seiner
Zusammensetzung, der Herkunft und wie man daraus den früheren Mainlauf
ableiten kann.- Spessart Monatszeitschrift für die Kulturlandschaft
Spessart 103. Jahrgang, Heft 6/2009, S. 3 - 29, 85 Abb., [Main-Echo
GmbH & Co KG] Aschaffenburg.
LORENZ, J. mit Beiträgen von M. OKRUSCH, G. GEYER, J.
JUNG, G. HIMMELSBACH & C. DIETL (2010): Spessartsteine.
Spessartin, Spessartit und Buntsandstein – eine umfassende Geologie
und Mineralogie des Spessarts. Geographische, geologische, petrographische,
mineralogische und bergbaukundliche Einsichten in ein deutsches
Mittelgebirge.- s. S. 767ff.
OKRUSCH, M., GEYER, G. & LORENZ, J. (2011): Spessart.
Geologische Entwicklung und Struktur, Gesteine und Minerale.- 2. Aufl.,
Sammlung Geologischer Führer Band 106, VIII, 368 Seiten, 103
größtenteils farbige Abbildungen, 2 farbige geologische Karten
(43 x 30 cm) [Gebrüder Borntraeger] Stuttgart.
OKRUSCH, M., STREIT, R. & WEINELT, Wi. (1967): Erläuterungen
zur Geologischen Karte v. Bayern. Blatt 5920 Alzenau i. Ufr.- 336 S.
München 1967
PÄTZ, H., RASCHER J. & SEIFERT, A. (1986): Kohle - ein
Kapitel aus dem Tagebuch der Erde.- 150 S., Frankfurt.
PROBST, E. (1986): Deutschland in der Urzeit. Von der Entstehung
des Lebens bis zum Ende der Eiszeit.- 479 S., München.
RENFTEL, L.-O. (1995): Verbreitung und Ausbildung pliozäner
Ablagerungen in der Umgebung von Hanau.- Jber. wetterau. ges. Naturkunde
146 - 147, S. 55 - 70, Hanau.
RÜCKER, E. (1974): Erinnerungen an das Braunkohlenbergwerk
in Großwelzheim.- Unser Kahlgrund Heimat Jahrbuch 19, S.
90 - 92, Alzenau.
RÜCKER, E. (1980): Torfstich vor 150 Jahren in Großwelzheim,
Kahl und Emmerichshofen.- Unser Kahlgrund Heimatjahrbuch 25, S.
86 - 89, Alzenau.
RÜCKER, E. (1982): Kahl am Main im Wandel der Jahrhunderte.-
Hrsg. von der Gemeinde Kahl am Main, 544 S., [D. Steiner] Kahl.
RUTTE, E. (1987): Rhein.Main.Donau. Wie - wann - warum sie wurden.
Eine geologische Geschichte.- 154 S. Sigmaringen
SEIDENSCHWANN, G. (1980): Zur pleistozänen Entwicklung des
Main-Kinzig-Kahl-Gebietes.- Rhein-Mainische Forschungen Heft 91, 194
S., Frankfurt
SEIDENSCHWANN, G., GRIES, H. & THIEMEYER, H. (1995): Die
fluvatilen Sedimente in den Baugruben des Wohnparks Mühlheim zwischen
Ebertstraße und Offenbacher Straße in Mühlheim/Main.-
Jber. wetterau. ges. Naturkunde 146 - 147, S. 71 - 86, Hanau.
STÜRMER, W. (1959): Untersuchungen an Kieselschiefer-Geröllen
des Maines.- Nachr. Naturw. Museum Aschaffenburg 63, S. 1 - 25,
5 Tafeln, Aschaffenburg.
TYROFF, H. (1978): Fossile Kieselhölzer im Maintal von Weilbach
bei Flörsheim.- Aufschluss 29, S. 287 - 297, Heidelberg.
Kiesgrube Fa. Weber bei Großostheim
In der Kiesgrube bei Großostheim werden die Kiese mittels eines Schwimmbaggers
abgebaut. Man fördert bis aus einer Tiefe von 22 m dann tertiäre
Sande und Kiese ab. Diese werden in einer aufwändigen Aufbereitung zu
verschiedenen Klassierungen verarbeitet.
Der Abbau stellt auch bis zm Grundwasserspiegel Wände frei, die
aber aufgrund der geringen Bindung keine lange Standzeit haben. Der Kies
zeichnet sich durch einen hohen Anteil an Sandsteingeröllen aus. Kristalliengesteine
fehlen fast völlig. Vulkanische Gesteine wie Basalt stammen wohl
größtenteils aus dem nahen Odenwald, die vielen Kieselschiefer
bezeugen einen pleistozänen bis holozänen Schotterkörper
des Mains. Selten finden sich Stücke aus verkieseltem Holz.
Der Kies ist stellenweise sehr reich an Geröllen und ein typisches Produkt eines extremes Kaltklimates; aufgenommen am 30.04.2011
Kieselschiefer - oder ein dunkler Hornstein? Bildbreite 7 cm |
Eisdriftblöcke bis zu einem Gewicht von ca. 1 t bestehen vorwiegend aus schlecht gerundeten Buntsandstein-Felsen, die in den Schotterkörper eingestreut sind. Diese Steine werden ausgehalten, an zentraler Stelle aufgeschüttet und zur Gartengestaltung verwandt. Aufgenommen am 30.04.2011. |
Verkieseltes Holzm, Bildbreite 5 cm
Durch Quarz versteinertes Holz (Stammhälfte) mit Anwachsstreifen und Markstrahlen, gefunden von Herrn W. Keßler, Marktheidenfeld, Bildbreite 16 cm |
Über dem Schotter sind Sandlagen mit Tropfen- und Würgeböden angeschnitten, die das Periglazial der Region bezeugen, aufgenommen am 30.04.2011 |
Ungebrochener Kies, hauptsächlich aus Sandsteingeröllen bestehend |
Attraktives Kieselholz, angeschliffen und poliert, Sammlung Wilhelm Keßler, Marktheidenfeld |
Teil eines außergewöhnlichen Stückes aus verkieseltem Holz (Stammviertel) mit Strukturerhaltung und zahlreichen, das Stück längs durchziehenden Hohlräumen, ausgekleidet von farblosen bis leicht rauchigen Quarzkristallen, Gewicht ca. 18,5 kg, Sammlung Willi Schlegel, Miltenberg. |
Teil eines Stückes aus verkieseltem Holz mit Strukturerhaltung; in den Hohlräumen sind Quarzkristalle gebildet worden, Sammlung Willi Schlegel, Miltenberg. |
Außergewöhnlich großes Stück aus verkieseltem Holz (Stammhälfte) mit Strukturerhaltung aus einem sehr dichten und massivem Quarz und zahlreichen Astansätzen an der Außenseite. Die Oberfläche ist wahrscheinlich teilweise auch durch Windschliff geglättet, Gewicht ca. 20,5 kg, Sammlung Willi Schlegel, Miltenberg. |
Ausschnitt aus dem Stück links: verkieseltes Holz mit Strukturerhaltung und zahlreichen Astansätzen. Die Oberfläche ist wahrscheinlich hier zusätzlich durch Windschliff geglättet, Sammlung Willi Schlegel, Miltenberg. |
Schilf im Gegenlicht der Wintersonne
Kiesgruben sind auch biologisch sehr schnelllebige Orte; die
Sukzession der Pflanzen führt in wenigen Jahren zur Verlandung
von (flachen) Seen (Wasserlinsen, Schilf, Erlen ...) und dem völligen
Zuwachsen bis zum Wald (Klimax in der Region). Wenn Bodendecker den Boden
begrünt haben, folgen Brombeeren und dann in deren Schutz Birken.
Dies dauert nur wenige Jahre. In deren Schatten folgen dann weitere Baumarten.
So ist nach ca. 50 Jahren von einer Kiesgrube nichts mehr zu sehen.
Kieselsteine oder Gerölle sammeln
Der Anfang einer Leidenschaft:
Das ist der Stein mit dem im Frühjahr 1969 mein Interesse
an den Steinen geweckt wurde
Der ca. 3 cm große, aus Hornstein bestehende Kieselschwamm fand
ich in einer Baugrube zur Errichtung eines Wohnhauses in der Nachbarschaft.
Durch die Strucktur erinnert das Stück wegen des "Stielansatzes"
an einen vertrockneten Pfirsich. Die Neugier war geweckt, auch wenn niemand
aus meiner Umgebung sagen konnte, was das ist.
Dass es kein Pfirsich sein kann, erfuhr bzw. erlernte ich erst viele
Jahre Später, als ein Paläontologe das Stücke sah und
ich die wahre Natur erklärt bekam. Aber fortan suchte ich wegen der
Nähe zu den Kiesgruben nach den Mineralien und Gesteinen der Mainschotter.
Zurück zur Homepage
oder an den Anfang der Seite