



Es muss nochmals angemerkt werden, dass die höffigen Partien einen nur sehr kleine Anteil am Fördergut ausmachen - Funde sind deshalb nur mit sehr viel Ausdauer und Aufmerksamkeit zu tätigen.
Der Abbau geht nicht mehr so rasch voran wie früher: der Grund
dafür ist die zunehmende Praxis, Altmaterial (Straßenaufbruch,
Betonteile, Abfall der gesteinsverabeitenden Industrie usw.) aufzuarbeiten
und erneut zu verwenden (Stichwort: Recycling!).
Da auch in Sailauf Altmaterial angefahren und seit Juli 1992 in einer
mobilen Anlage verarbeitet wird, muss zukünftig stärker damit
gerechnet werden, dass ortsfremde Stücke im Bruch verschleppt werden.
So konnte der Autor im trockenen Juli 1993 auf der 1. Sohle, als neben
dem Recycling-Material der Kontakt zum Gneis erneut freigeschürft
wurde, eine Stelle mit "Azurit" in erdiger, aber cm-großer Form im
Gneis finden und bergen. Bei der Untersuchung stellte es sich als blaue
Schreibkreide (!) heraus, die wohl mit dem Straßenaufbruch in den
Bruch und mit der Baggerschaufel an die Wand mit dem zersetzten Gneis gelangte.
Der Bruch ist nach Anmeldung noch immer zugänglich (Hartsteinwerk Sailauf GmbH, Zur Hart, 63846 Sailauf, Tel.: 06093/8044). Ausgelöst durch verschiedene Ereignisse, soll hier nochmals ein Appell erfolgen, dass sich Sammler und Interessierte nach den einschlägigen Regeln als Besucher verhalten müssen. Sonst ist auch hier mit einem generellen Betretungsverbot zu rechnen, wie es leider immer häufiger bei anderen Steinbrüchen oder Fundstellen ausgesprochen wird.
Bei Regen oder danach sind die winzigen Kristalle der As-Mineralien,
insbesondere Pharmakolith, Arsenolith, Brandtit oder Tilasit nicht zu erkennen.
Ein Sammeln ist deshalb aussichtslos. Fündig sind in der Regel nur
die aktuellen Abbaustellen.
Hinweise zur Sicherheit:
Es ist unbedingt notwendig festes Schuhwerk und einen Schutzhelm zu
tragen! Nach Regenfällen und bei auftauendem Frost ist es lebensgefährlich,
sich unmittelbar an die senkrechten Steinbruchwände zu begeben!
Unmittelbar nach den Sprengungen treten aus dem Haufwerk Stickoxide
aus; das Ausgasen kann sich über einen Tag hinziehen. Entsprechende
Vorsicht ist geboten! (Das Haufwerk "riecht" je nach Witterung bis zu 3
Tage lang, man kann so auch noch den Zeitpunkt der Sprengung abschätzen).
Auch ist Vorsicht geboten, da besonders große Steine sehr lose liegen
können. Beim Begehen rutschen sie dann in eine stabile Lage.