Das Foto des Monats:
Bariumpharmakosiderit,
im braunen Goethit, schwarzen Romanechit und mit weißem Baryt aus
dem bekannten Vorkommen vom Kalmus bei Schöllkrippen,
gefunden sicher vor 1900, aus der Sammlung von Carl Schiffner (links) und
der Staatlichen Mineralien-Niederlage in Freiberg, Sa[chsen] (rechts),
Bildbreite 17 cm.
Solche Stücke stammen aus der Zeit eines offenen Tagebaues und sind
infolge der geringen Beständigkeit des Bariumpharmakosiderits
nicht mehr zu finden.
Diese Stücke und weitere Mineralien und Gesteine aus dem Raum
Schöllkrippen können Sie ab dem
12. März 2010 um 15 Uhr in der 11. Ausstellung unter dem Motto "Wanderbarer
Spessart" im Hans-Kyle-Museumsraum
im Sackhaus von Schöllkrippen sehen. Es ist eine Gemeinschalftsveranstaltung
des Heimat- und Geschichtsvereins
Oberer Kahlgrund e. V. und des Spessartbundes Ortsgruppe Schöllkrippen
e. V.
Das jetzt spätwinterliche bis
vorfrühlingsartige Wetter mit -5 bis +12 °C und ohne geschlossene
Schneedecke, viele Wolken, viel Regen, wenig Sonne lässt kein
Sammeln zu. Infolge des Wetters sind Gummistiefel notwendig.
Die im Betrieb befindlichen Steinbrüche bauen derzeit
keine Felsmassen mehr ab. Der Betrieb wird wahrscheinlich in den nächsten
Wochen wieder aufgenommen.
Bleiben Sie in jedem Fall fern von
den bis zu 30 m hohen Wänden der Steinbrüche
- bei Regen, nach Frost und längerem Sonnenschein
ist immer mit herabfallenden Steinen zu rechnen!
Eine gefährliche Unsitte, das Herabschmeißen
von Steinen an den Steinbruchwänden wird zunehmend
beobachtet (dabei wird man an die Autobahnbrücken erinnert).
Es gefährdet nicht nur die Besucher, sondern die kullernden
Steine lösen auch weitere Steine aus der Wand, die
dann abstürzen. Oder sie lockern Steine, die später
fallen. Die auf den Fahrwegen liegenden Steine müssen dann
von den Steinbruchbetreibern weggeschafft werden, das diese
die Reifen der Fahrzeuge beschädigen können.
Der große Steinbruch im Rhyolith der Hartkoppe bei Sailauf:
Auf der 6. Sohle wurde der Abbau wieder aufgenommen,
nachdem das Wasserloch zunächst vertieft und jetzt
zu einer neuen Teilsohle vergrößert wurde:
Ich sah zuletzt im Herbst keines der seltenen Mineralien
in den restlichen Haufwerken im Bild in Mitte unten, aber dafür
calcitreiches Gangmaterial, so dass sich wieder Mineralien finden lassen.
Neben reichlich Calcit, Manganocalit, Hämatit, Fluorit, Todorokit,
Braunit, Seladonit und etwas Rhodochrosit. Ohne Gummistiefel kommt man nicht
an die interessanten Stellen.
Achtung: Im Zuge des Abbaues werden auch Steine
und Schotter vom Rehberg in der Hartkoppe gelagert, so
dass man Mineralien von dort auch hier finden kann. Dies gilt
insbesonder für die an den Wänden abgelegten Freisteine.
Der Steinbruch am Rehberg
bei Sailauf:
In einem weiteren Rhyolith-Vorkommen am ca. 0,5
km von der Hartkoppe entfernten Rehberg wurde ein Steinbruch
eingerichtet. Der Abbau erfolgte seit Frühjahr 2007 schneller,
da in der Hartkoppe nur wenig abgebaut wurde. Das stark alterierte
Gestein wird teilweise auch in einer mobilen Brecheranlage
gebrochen und gesiebt oder zur Anlage in der Hartkoppe gefahren.
Auch etwas weiter östlich ist an einem Schurf
ein plattig absondernder Gneis aufgeschlossen.
Infolge des Autobahnbaues bei Waldaschaff wurde auch
2009 schnell abgebaut, ohne dass es bis jetzt hier interessante,
seltene Mineralisationen gibt. Leider scheint es hier
keine der für die Hartkoppe so typischen Gangmineralisationen
zu geben. Die Zone mit dem Azurit und Malachit ist nicht mehr
vorhanden.
Lithophysen kann man kaum noch finden, aber auch
hier ist abzusehen, wann die Fundstelle abgebaut wird - der
Abbau steht unmittelbar davor.
Der Steinbruch im Diorit bei Dörrmorsbach:
Der Abbau erfolgt gegenwärtig besonders auf
der 2. und 3. Sohle und geht langsam voran. Dabei werden die
mehr ober minder stark verwitterten Bereiche aus den oberen Teilen
des Steinbruches hereingewonnen und zerkleinert. Dabei werden
auch größere Mengen an Verwitterungsgrus frei.
Auf der untersten Sohle des Steinbruches liegen
derzeit nur Reste von Haufwerk (und reichlich Eis), leider nur
sehr wenige Pegmatite oder mineralisierte Klüfte. Ich sah zuletzt
keine mitnehmenwerte Mineralien, da kaum Pegmatite zu sehen sind. Für
den Betreiber ist die Qualität sehr gut.
In dem Grabstein- und sonstigen
Gesteinsabfall finden sich immer wieder bemerkenswerte Gesteine
- meist bereits geschliffen und poliert.
Der kleine Steinbruch der
Fa. HUFGARD bei Feldkahl:
Der Abbau
hat den alten Steinbruch fast gänzlich geleert, so dass ein neuer
Steinbruch eingerichtet wird. Hier sind infolge der geringen Abbautiefe
derzeit nur unbedeutende Funde möglich.
Der Dolomit
ist im Bereich der Mineralisation schwarz und tonreich -
so dass die Kleider anschließend entsprechend gefärbt
sein können. Da bisher nur die oberflächennahen Partien
erschlossen sind, gab es nur Residualtone, Spuren von Baryt und
keine Drusen mit Calcit. Ohne Gummistiefel kein Zugang möglich.
Faszinierend war der 2009 aufgeschlossene Paläokarst
unter dem Residualton, teils spitzkegelige Rippen aus Dolomit,
und das Ganz noch mit Löss bedeckt, aber durch den Regen wieder
verwaschen.
Bemerkenswert sind die vielen Golfbälle, die
man hier finden kann.
Die Autobahnbaustelle der A3 bei Waldaschaff:
Die Fa.
Hohenwarter aus Karlstadt trägt derzeit eine Hangschulter
ab, so dass die Autobahn A3 nach Süden zur neuen Brücke
verlegt werden kann. Dazu werden einige 10.000 m³ Fels
abgetragen und zu den Brückenrampen weiter nach Osten verfahren.
Die Baustelle ist von der derzeitigen A3 zu sehen, kann aber nur
über Waldaschaff angefahren werden.
Hinweis zur Führung am 05.07.2009
um 15 Uhr.
Die Baustelle ruht wegen der winterlichen Witterung
(27.02.2010), wird aber
Anfang März 2010 wieder aufgenommen.
In Erwartung, dass hier in den metamorphen Gesteinen
des kristallinen Grundgebirges interessante Mineralisationen freigelegt
werden würden, wurden man als Mineraliensammler enttäuscht.
Man sprengt großflächig vor und erzeugt so ein
baggerfähiges Gut aus chaotisch liegenden Felsen, die
kaum mehr einen Verband erkennen lassen. Die größeren
Blöcke werden mit einem "Picker" zerkleinert, dann auch für
die Brückenwiderlager abgefahren.
.
Die hier anstehenden, teils harte, teils
tiefgründig verwitterten Diorite sind nahezu steril.
Die sehr grobkörnigen Pegmatite aus grauem Quarz und sehr
großen (Kali-)Feldspäten enthalten zwar bis zu 20 cm
große, angewitterte Biotit-Tafeln, aber sonst kaum akzessorische
Phasen. Der in der GK 1:25000 eingezeichnete Baryt-Gang wurde
angetroffen, aber der ist nur ca. 5 cm mächtig und führt
nur etwas Calcit und schuppiger Hämatit. Klüfte mit
Epidot, Chlorit, Quarz usw. wurden im Diorit kaum angetroffen und die
meisten Klüfte sind einfach mit einer dünnen Calcit-Tapete
überkrustet. Die Mineralvielfalt wie in Dörrmorsbach fehlt
bisher. Inzwischen kam auch Epidot als cm-lange, dünne Kluftbeläge
hinzu.
Hinweis: Man arbeitete von 7 bis 19 Uhr und auch
samstags, so dass die stark befahrene Baustelle nur sonn- und
feiertags besucht werden kann. Der größte Teil der Bauarbeiten
sind abgeschlossen, so dass die Felsen beiderseits der späteren
Autobahn studiert werden können. Derzeit werden die Reste zerkleinert
und abgefahren; der Rest liegt jetzt als langer
Haufen in der Baustelle. Der Endausbau der Autobahntrasse
mit dem vollen Profil und den Anschluss an die gegenwärtige
Autobahn wurde dann Ende 2009 begonnen.
Derzeit wird ein Durchlass betoniert, bei dem Wollsackverwitterungen
mit einer tiefgründigen Vergrunsung des Diorites zu sehen waren;
die Böschungen wurden mit Folie abgedeckt.
Der Bröckelschiefer ist bereits weitgehend begrünt,
so dass von dem Gestein nichts mehr zusehen ist.
Alle anderen Aufschlüsse weisen keine nennenswerten
Veränderungen auf; meist weil sie aufgelassen
sind, Naturschutzgebiet oder ~denkmal oder sind so
nur historisch interessant.
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