Das Foto des Monats:
Das neue Buch Spessartsteine,
ganz aktuell: die Einladung zur Subskription
des Buches zum Untergrund des Spessarts.
Mehr Infolramtionen können Sie dem Prospekt entnehmen. Verpassen
Sie nicht die
einmalige Gelegenheit.
Das jetzt vorfrühlingsartige
Wetter mit +7 bis +36 °C und viel Sonne und wenig Regen,
lässt wieder Sammeln zu. Infolge des Wetters sind Gummistiefel
nicht mehr notwendig - aber ein Schweißtuch und viel Mineralwasser.
Die im Betrieb befindlichen Steinbrüche
bauen derzeit wieder Felsmassen mehr ab.
Bleiben Sie in jedem Fall fern von
den bis zu 30 m hohen Wänden der Steinbrüche
- bei Regen, nach Frost und längerem Sonnenschein
ist immer mit herabfallenden Steinen zu rechnen!
Eine gefährliche Unsitte,
das Herabschmeißen von Steinen an den Steinbruchwänden
wird zunehmend beobachtet (dabei wird man an die
Autobahnbrücken erinnert). Es gefährdet
nicht nur die Besucher, sondern die kullernden Steine
lösen auch weitere Steine aus der Wand, die dann abstürzen.
Oder sie lockern Steine, die später fallen. Die
auf den Fahrwegen liegenden Steine müssen dann von den
Steinbruchbetreibern weggeschafft werden, das diese die
Reifen der Fahrzeuge beschädigen können.
Der große Steinbruch im Rhyolith der Hartkoppe bei Sailauf:
Auf der 6. Sohle wurde der Abbau
wieder aufgenommen, nachdem das Wasserloch zunächst
vertieft und jetzt zu einer neuen Teilsohle vergrößert
wurde:
Ich sah keines der seltenen Mineralien
in den restlichen Haufwerken im Bild in Mitte. Neben
wenig Calcit, Manganocalcit, Hämatit, Seladonit, Fluorit, Romanechit
und etwas Rhodochrosit. Neues Gangmaterial ist nicht vorhanden.
Achtung: Im Zuge des Abbaues
werden auch Steine und Schotter vom Rehberg in der Hartkoppe
gelagert, so dass man Mineralien von dort auch hier
finden kann. Dies gilt insbesonder für die an den
Wänden abgelegten Freisteine.
Der Steinbruch am Rehberg
bei Sailauf:
In einem weiteren Rhyolith-Vorkommen
am ca. 0,5 km von der Hartkoppe entfernten Rehberg wurde
ein Steinbruch eingerichtet. Der Abbau erfolgte seit Frühjahr
2007 schneller, da in der Hartkoppe nur wenig abgebaut
wurde. Das stark alterierte Gestein wird teilweise
auch in einer mobilen Brecheranlage gebrochen und gesiebt
oder zur Anlage in der Hartkoppe gefahren.
Auch etwas weiter östlich
ist an einem Schurf ein plattig absondernder Gneis aufgeschlossen.
Infolge des Autobahnbaues bei
Waldaschaff wurde auch 2010 schnell abgebaut, ohne
dass es bis jetzt hier interessante, seltene Mineralisationen
gibt. Leider scheint es hier keine der für die Hartkoppe
so typischen Gangmineralisationen zu geben. Die Zone
mit dem Azurit und Malachit ist nicht mehr vorhanden.
Lithophysen kann man kaum noch
finden, aber auch hier ist abzusehen, wann die Fundstelle
abgebaut wird - der Abbau steht unmittelbar davor.
Der Steinbruch im Diorit bei Dörrmorsbach:
Der Abbau erfolgt gegenwärtig
besonders auf der 2. und 3. Sohle und geht langsam voran.
Dabei werden die mehr ober minder stark verwitterten Bereiche
aus den oberen Teilen des Steinbruches hereingewonnen und
zerkleinert. Dabei werden auch größere Mengen
an Verwitterungsgrus frei.
Auf der untersten Sohle des
Steinbruches liegen derzeit nur Reste von Haufwerk, leider
gar wenig Pegmatite oder mineralisierte Klüfte. Ich sah
zuletzt keine mitnehmenwerte Mineralien, da wenig Pegmatite zu
sehen sind und diese sind steril oder stark verwittert. Für den Betreiber
ist die Qualität sehr gut.
In dem Grabstein- und
sonstigen Gesteinsabfall finden sich immer wieder
bemerkenswerte Gesteine - meist bereits geschliffen und
poliert.
Der kleine Steinbruch der
Fa. HUFGARD bei Feldkahl:
Der Abbau hat den alten Steinbruch fast gänzlich
geleert, so dass ein neuer Steinbruch eingerichtet wird. Hier
sind infolge der geringen Abbautiefe derzeit nur unbedeutende Funde
möglich.
Der Dolomit ist im Bereich der Mineralisation
schwarz und tonreich - so dass die Kleider anschließend
entsprechend gefärbt sein können. Da bisher
nur die oberflächennahen Partien erschlossen sind, gab
es nur sehr reichlich Residualtone, Stückchen von weißem Baryt
und wenige Drusen mit Calcit.
Faszinierend war der 2009 aufgeschlossene
Paläokarst unter dem Residualton, teils spitzkegelige
Rippen aus Dolomit, und das Ganz noch mit Löss bedeckt,
aber durch den Regen wieder verwaschen.
Bemerkenswert sind die vielen Golfbälle,
die man hier finden kann.
Die Autobahnbaustelle
der A3 bei Waldaschaff:
Die Fa. Hohenwarter aus Karlstadt trägt
derzeit eine Hangschulter ab, so dass die Autobahn A3 nach
Süden zur neuen Brücke verlegt werden kann. Dazu werden
einige 10.000 m³ Fels abgetragen und zu den Brückenrampen
weiter nach Osten verfahren. Die Baustelle ist von der derzeitigen
A3 zu sehen, kann aber nur über Waldaschaff angefahren
werden.
Hinweis zu einer geologischen
Führung am 18.09.2010
um 15 Uhr.
Die Baustelle wird sehr intensiv, auch
samstags gearbeitet (18.07.2010).
In Erwartung, dass hier in den metamorphen Gesteinen
des kristallinen Grundgebirges interessante Mineralisationen
freigelegt werden würden, wurden man als Mineraliensammler
enttäuscht. Man sprengt großflächig vor
und erzeugt so ein baggerfähiges Gut aus chaotisch liegenden
Felsen, die kaum mehr einen Verband erkennen lassen. Die
größeren Blöcke werden mit einem "Picker"
zerkleinert, dann auch für die Brückenwiderlager abgefahren.
.
Die hier anstehenden,
teils harte, teils tiefgründig verwitterten Diorite
sind nahezu steril. Die sehr grobkörnigen Pegmatite aus
grauem Quarz und sehr großen (Kali-)Feldspäten
enthalten zwar bis zu 20 cm große, angewitterte Biotit-Tafeln,
aber sonst kaum akzessorische Phasen. Der in der GK 1:25000
eingezeichnete Baryt-Gang wurde angetroffen, aber der ist
nur ca. 5 cm mächtig und führt nur etwas Calcit
und schuppiger Hämatit. Klüfte mit Epidot, Chlorit,
Quarz usw. wurden im Diorit kaum angetroffen und die meisten Klüfte
sind einfach mit einer dünnen Calcit-Tapete überkrustet.
Die Mineralvielfalt wie in Dörrmorsbach fehlt bisher. Inzwischen
kam auch Epidot als cm-lange, dünne Kluftbeläge hinzu.
Hinweis: Man arbeitete von 7 bis
19 Uhr und auch samstags, so dass die stark befahrene
Baustelle nur sonn- und feiertags besucht werden kann. Der
größte Teil der Bauarbeiten sind abgeschlossen, so dass
die Felsen beiderseits der späteren Autobahn studiert werden
können. Derzeit werden die Reste zerkleinert und abgefahren; der Rest liegt jetzt als langer Haufen in der Baustelle. Der Endausbau der Autobahntrasse mit dem vollen Profil und
den Anschluss an die gegenwärtige Autobahn wurde dann
Ende 2009 begonnen.
Derzeit wird sehr großflächig der
Boden abgetragen und die Baumstümpfe wurden zerkleinert und aufgehaldet-
sie Bild oben.
Der Bröckelschiefer ist bereits weitgehend begrünt,
so dass von dem Gestein nichts mehr zusehen ist.
Alle anderen Aufschlüsse weisen keine nennenswerten
Veränderungen auf; meist weil sie aufgelassen
sind, Naturschutzgebiet oder ~denkmal oder
sind so nur historisch interessant.
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