Aktueller Fundbericht - Stand: 28.03.2017


 

Das Foto des Monats:

    Aktuelles Bild
Sand!
Die Mitglieder und Freunde des Naturwisschenschaftlichen Vereines Aschaffenburg
waren bei Eiswetter in der eiszeitlichen Sandgrube in Alzenau:
zum weiter Lesen.




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Auf dieser Seite werden die aktuellen Fundverhältnisse in den in Betrieb befindlichen Steinbrüchen des kristallinen Vorspessarts beschrieben, so wie sie der Autor Joachim Lorenz beim letzten Besuch vorgefunden hat:

Der Vorfrühling mit Sonne und blauem Himmel, aber auch mit Wolken und (Hoch-)Nebel ist da. Die Temperaturen liegen jetzt bei bis zu +20° C am Tag und in der Nacht mit nicht mehr kühlen 4° C.
Alle Betriebe arbeiten wieder.

Bleiben Sie in jedem Fall fern von den bis zu 30 m hohen den Wänden der Steinbrüche - bei Regen, nach Frost mit Schnee und längerem Sonnenschein ist immer mit herabfallenden Steinen zu rechnen!

Eine gefährliche Unsitte, das Herabschmeißen von Steinen an den Steinbruchwänden wird zunehmend beobachtet (dabei wird man an die Autobahnbrücken erinnert). Es gefährdet nicht nur die Besucher, sondern die kullernden Steine lösen auch weitere Steine aus der Wand, die dann abstürzen. Oder sie lockern Steine, die später fallen. Die auf den Fahrwegen liegenden Steine müssen dann von den Steinbruchbetreibern weggeschafft werden, das diese die Reifen der Fahrzeuge beschädigen können.
 
 

Der große Steinbruch im Rhyolith der Hartkoppe bei Sailauf:
Der Abbau steht auf der 7. Sohle:
aktuelles Foto des Steinbruches im Rhyolit von Sailauf (Hartkoppe)
Im Steinbruch wurde der Abbau fortgesetzt, in dem auf der 2. Sohle hinter dem Brecher Gestein gewonnen wird. Dabei wurden keine der bekannten und mineralreichen Gangzonen abgebaut. Auf der untersten Sohle liegen kleine Haufwerke, aber man findet darin keine bemerkenswerten Mineralien.  

Achtung: Im Zuge des Abbaues werden auch Steine und Schotter vom Rehberg in der Hartkoppe gelagert, so dass man Mineralien von dort auch hier finden kann. Dies gilt insbesonder für die an den Wänden abgelegten Freisteine.
 

Der Steinbruch am Rehberg bei Sailauf:
In einem weiteren Rhyolith-Vorkommen am ca. 0,5 km von der Hartkoppe entfernten Rehberg wurde ein Steinbruch eingerichtet. Der Abbau erfolgte seit Frühjahr 2007 schneller, da in der Hartkoppe nur relativ wenig abgebaut wurde. Das stark alterierte Gestein wird teilweise auch in einer mobilen Brecheranlage gebrochen und gesiebt oder zur Anlage in der Hartkoppe gefahren.
Auch etwas weiter östlich ist an einem Schurf ein plattig absondernder Gneis aufgeschlossen.

aktuelles Foto des Steinbruches im Rhyolith vom Rehberg bei Sailauf
Wie zu erkennen ist, findent der Abbau auf der vorletzten Sohle statt. Ich sah keine interessanten Mineralien.
Leider scheint es hier keine der für die Hartkoppe so typischen Gangmineralisationen zu geben. Die Zone mit dem Azurit und Malachit ist nur noch in Resten vorhanden und schwer erreichbar, da hier Aushub eingefüllt wird.
Die Achatfundstelle ist abgefahren worden, so dass man auch keine Achate mehr finden kann. 
 

Der Steinbruch im Diorit bei Dörrmorsbach:
Der Abbau erfolgt gegenwärtig besonders auf der 3. Sohle und geht langsam voran. Dabei werden auch größere Mengen an Verwitterungsgrus frei.
aktuelles Foto des Steinbruches im Diorit von Dörrmorsbach
Der Abbau wurde an mehreren Stelle fortgesetzt.  
In dem Grabstein- und sonstigen Gesteinsabfall finden sich immer wieder eindruckvolle Gesteine - meist bereits geschliffen und poliert.

 

Der kleine Steinbruch der Fa. HUFGARD bei Feldkahl:
Der Abbau hat den alten Steinbruch fast gänzlich geleert, so dass ein neuer Steinbruch eingerichtet wurde. Hier waren infolge der geringen Abbautiefe bisher nur unbedeutende Funde möglich.
aktuelles Foto des Steinbruches im Zechstein-Dolomit von Feldkahl
Der Abbau hat an der Verwerfung ihr Ende gefunden (Überschiebung links oben). Im anstehenden Dolomit finden sich etwas weißer Baryt, dazu auch etwas Calcit in kleinen Kristallen, Goethit und Romanechit, aber ohne weitere Mineralien.
In dem Steinbruch wurde eine gestaffelte Verwerfung mit einer Sprunghöhe von ca. 15 m frei gelegt, die mit Baryt mineralisiert ist. Leider sind darin keine weiteren Mineralien gebildet worden.
Bemerkenswert sind auch selten Golfbälle, die man hier finden kann.


Die Autobahnbaustelle der A3 zwischen Waldaschaff und Rohrbunn bei Weibersbrunn 

Baustelle Bischbrunn  Autobahn Weibersbrunn
Es wurde hier nur den uniforme und mineralarme Buntsandstein abgebaut. Der Sandstein war in immer kurzen Zeitfenstern sehr
schön aufgeschlossen, aber wenn man von etwas Baryt und Goethit absieht, gab es keine Mineralien. Der Gesteinsabbau wurde
Ende Juli 2014 eingestellt, erst im April 2015 wieder aufgenommen und inzwischen fertig gestellt. Die Fahrbahn wurde bereits
asphaltiert - siehe Foto oben vom 02.08.2015. Inzwischen wurde der Verkehr über die Fahrbau gelenkt, so dass die Restarbeiten
an der bergwärts führenden Seite erledigt werden können.


Die neue Autobahnbaustelle der A3 bei Rohrbunn: Wieder Buntsandstein! 

Sandstein bei Rohrbunn  Sprenglöcher    
Derzeit wird der Erdbau für die Verlegung der B8 ausgeführt, weshalb die Abzweigung nach Schollbrunn gesperrt ist. Die östliche Schulter der Sonnhöh (mit 572 m einer der höchsten Berge im Spessart) wird für die Verlagerung der Autobahntrasse abgetragen; dabei werden die Schichten des Mittleren Buntsandsteins in Höhe des Hardegsener Grobsandsteins (Hardegsen-Formation) frei gelegt. Der Sandstein ist tiefgründig gebleicht und sandig vergrust, so dass er ohne Schwiergkeiten mit dem Bagger gelöst werden kann;
siehe Foto oben vom 25.09.2016.
Im Februar 2017 wurde das Abtragen des Sattels zwischen den beiden Brücken für und über die A3 bei Rohrbunn begonnen. Der Sandstein ist hier so wenig verwittert, dass Lockerungssprengungen getätigt werden müssen, Dazu muss die Autobahn A3 jeweils kurzzeitig gesperrt werden. 
aufgenommen am 19.02.2017

Die Tunnelbaustelle zwischen Laufach-Hain und Heigenbrücken: "Umfahrung Schwarzkopftunnel" - die Jahrhundertbaustelle. 

Baustellenschild bei Hain aktuelles Foto aus der Baustelle  
Die Bahn ersetzt in den kommenden Jahren das Schwarzkopftunnel aus dem Jahr 1854 durch zwei Tunnelröhren, die weniger
Steigung für die Züge bedeuten. Dabei wurden mit dem Tunnelbau vom kristallinen Grundgebirge bis zum Sandstein alle
Schichtglieder durchörtet. Die Erdbauarbeiten sind weitgehend abgechlossen.
Links: der Blick auf das Viadukt der Bundesstraße 26 von Hain am 13.09.2013 mit der Baustellentafel.
Rechts: der Blick von der Zufahrt zur Gaststätte Seebachtal auf das Westportal des Tunnels Metzberg am 27.02.2016. 

Seebachtal
Zum Vergleich: 05.02.2017

Die hier vorgestellten Bilder sind Dokumente des letzten Besuchs. Infolge der Lage ist es oft nicht möglich die guten Fundchancen und gute Bilder gleichermaßen haben zu wollen bzw. zu machen. Für gute Funde muss man früh unterwegs sein, weil man sonst oft nur die Reste der Konkurrenz auflesen kann. Da die Steinbrüche oder Aufschlüsse oft erst am Nachmittag oder im Winter gar keine Sonne erhalten, kann man morgens oft keine guten Fotos schießen. So sind die Bilder ein Kompromiss und Zeitdokumente.

Alle anderen Aufschlüsse weisen keine nennenswerten Veränderungen auf; meist weil sie aufgelassen sind, als Naturdenkmal geschützt oder sind so nur historisch interessant sind.


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