Aktueller Fundbericht - Stand: 27.12.2011


 

Das Foto des Monats:

    Aktuelles Bild
Die ersten Exemplare des Spessart-Führers
aus der Reihe Sammlung Geologischer Führer Band 106
Spessart, 
zur Buchvorstellung am 18.11.2011,

Bildbreite 38 cm
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Auf dieser Seite werden die aktuellen Fundverhältnisse in den in Betrieb befindlichen Steinbrüchen des kristallinen Vorspessarts beschrieben, so wie sie der Autor Joachim Lorenz beim letzten Besuch vorgefunden hat:

Das jetzt frühwinterliche Wetter mit -7 bis +3 °C, mit wenig Sonne, immer noch sehr reichlich Regen, ab und zu mal Schnee macht das Sammeln sehr schwer. Alle Steinbrüche arbeiten nicht mehr und bauen keine Gesteinsmassen ab.

Bleiben Sie in jedem Fall fern von den bis zu 30 m hohen den Wänden der Steinbrüche - bei Regen, nach Frost und längerem Sonnenschein ist immer mit herabfallenden Steinen zu rechnen!

Eine gefährliche Unsitte, das Herabschmeißen von Steinen an den Steinbruchwänden wird zunehmend beobachtet (dabei wird man an die Autobahnbrücken erinnert). Es gefährdet nicht nur die Besucher, sondern die kullernden Steine lösen auch weitere Steine aus der Wand, die dann abstürzen. Oder sie lockern Steine, die später fallen. Die auf den Fahrwegen liegenden Steine müssen dann von den Steinbruchbetreibern weggeschafft werden, das diese die Reifen der Fahrzeuge beschädigen können.
 
 

Der große Steinbruch im Rhyolith der Hartkoppe bei Sailauf:
Der Abbau steht auf der 7. Sohle:
aktuelles Foto des Steinbruches im Rhyolit von Sailauf (Hartkoppe)
Im Steinbruch wurde die unterste Sohle vergrößert. Infolge des hohen Wasserstandes kann man keine Haufwerke erreichen, so dass ich keine mitnehmenswerte Stücke oder Mineralien fand bzw. sah. 

Achtung: Im Zuge des Abbaues werden auch Steine und Schotter vom Rehberg in der Hartkoppe gelagert, so dass man Mineralien von dort auch hier finden kann. Dies gilt insbesonder für die an den Wänden abgelegten Freisteine.
 

Der Steinbruch am Rehberg bei Sailauf:
In einem weiteren Rhyolith-Vorkommen am ca. 0,5 km von der Hartkoppe entfernten Rehberg wurde ein Steinbruch eingerichtet. Der Abbau erfolgte seit Frühjahr 2007 schneller, da in der Hartkoppe nur wenig abgebaut wurde. Das stark alterierte Gestein wird teilweise auch in einer mobilen Brecheranlage gebrochen und gesiebt oder zur Anlage in der Hartkoppe gefahren.
Auch etwas weiter östlich ist an einem Schurf ein plattig absondernder Gneis aufgeschlossen.

aktuelles Foto des Steinbruches im Rhyolith vom Rehberg bei Sailauf
Infolge des Autobahnbaues bei Waldaschaff wurd auch 2011 schnell abgebaut, ohne dass es bis jetzt hier interessante, seltene Mineralisationen gibt. Leider scheint es hier keine der für die Hartkoppe so typischen Gangmineralisationen zu geben. Die Zone mit dem Azurit und Malachit ist nur noch in Resten vorhanden und schwer erreichbar, da hier Aushub eingefüllt wird.
Lithophysen kann man kaum noch finden, aber auch hier ist abzusehen, wann die Fundstelle abgebaut wird - der Abbau steht unmittelbar davor.
Im Haufwerk fand sich neben etwas Calcit auch Spuren von Fluorit.  

 

Der Steinbruch im Diorit bei Dörrmorsbach:
Der Abbau erfolgt gegenwärtig besonders auf der 3. Sohle und geht langsam voran. Dabei werden auch größere Mengen an Verwitterungsgrus frei.
aktuelles Foto des Steinbruches im Diorit von Dörrmorsbach
Im restlichen Haufwerk in links der Bildmitte sah ich nur "sterile" (d. h. ohne akzessorische Mineralien) Pegmatite und so guit wie keine mineralisierte Klüfte - nur etwas Epidot in nicht sammelwürdiger Menge als Kluftbelag. So ist der Steinbruch wie gefegt.
In dem Grabstein- und sonstigen Gesteinsabfall finden sich immer wieder bemerkenswerte Gesteine - meist bereits geschliffen und poliert.
 

Der kleine Steinbruch der Fa. HUFGARD bei Feldkahl:
Der Abbau hat den alten Steinbruch fast gänzlich geleert, so dass ein neuer Steinbruch eingerichtet wurde. Hier waren infolge der geringen Abbautiefe bisher nur unbedeutende Funde möglich.
aktuelles Foto des Steinbruches im Zechstein-Dolomit von Feldkahl
Im abgebauten Dolomit finden sich weißer Baryt, aber ohne weitere Mineralien. Die damit mineralisierten Partien sind dunkelbaun bis schwarz und färben stark ab.
Der Dolomit ist im Bereich der Mineralisation schwarz und tonreich - so dass die Kleider anschließend entsprechend gefärbt sein können. Da bisher nur die oberflächennahen Partien erschlossen sind, gab es nur sehr reichlich Residualtone, Stückchen von weißem Baryt und wenige Drusen mit Calcit.
Faszinierend war der 2009 aufgeschlossene Paläokarst unter dem Residualton, teils spitzkegelige Rippen aus Dolomit, und das Ganz noch mit Löss bedeckt, aber durch den Regen wieder verwaschen.
Bemerkenswert sind die vielen Golfbälle, die man hier finden kann.


 
Die ehemalige Autobahnbaustelle der A3 bei Waldaschaff:
Die Baustelle ist so weit fortgeschritten, dass seit 19.08.2011 die Fahrzeuge auf 2 Fahrspuren in Richtung Würzburg die neue Trasse und die neue Brücke befahren können. Am 22.12.2011 wurde die gesamte Strecke für den Verkehr frei gegeben. 

Die Untersuchungen zu den Gesteinen sind noch nicht abgeschlossen und werden später publiziert.
 
Autobahnbaustelle
Die neue Trasse im Bereich des Diorit-Komplexes bei Waldaschaff,
aufgenommen 20.08.2011.

Wenn die restlichen Arbeiten abgeschlossen sind, ist die Baustelle Geschichte.


Die Autobahnbaustelle der A3 westlich Bischbrunn 

Baustelle Bischbrunn
Hier wurde ein beeindruckender Aufschluss im Mittleren Buntsandstein geschaffen,
aufgenommen am 01.05.2011 mit Blick nach Osten. Inzwischen ist der Baufortschritt
soweit, dass die Böschung fertig gestellt ist. Auch hier erfolgte die Fertigstellung. 



Die hier vorgestellten Bilder sind Dokumente des letzten Besuchs. Infolge der Lage ist es oft nicht möglich die guten Fundchancen und gute Bilder gleichermaßen haben bzw. zu machen. Für gute Funde muss man früh unterwegs sein, weil man sonst oft nur die Reste der Konkurrenz auflesen kann. Da die Steinbrüche oder Aufschlüsse oft erst am Nachmittag oder im Winter gar keine Sonne erhalten, kann man morgens oft keine guten Fotos schießen. So sind die Bilder ein Kompromiss und Zeitdokumente.

Alle anderen Aufschlüsse weisen keine nennenswerten Veränderungen auf; meist weil sie aufgelassen sind, Naturschutzgebiet oder ~denkmal oder sind so nur historisch interessant.


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