Aktueller Fundbericht - Stand: 27.02.2010


 

Das Foto des Monats:

Cancrinit, Maine, USA
Bariumpharmakosiderit,
im braunen Goethit, schwarzen Romanechit und mit weißem Baryt aus dem bekannten Vorkommen vom Kalmus bei Schöllkrippen,
gefunden sicher vor 1900, aus der Sammlung von Carl Schiffner (links) und der Staatlichen Mineralien-Niederlage in Freiberg, Sa[chsen] (rechts),
Bildbreite 17 cm.
Solche Stücke stammen aus der Zeit eines offenen Tagebaues und sind infolge der geringen Beständigkeit des Bariumpharmakosiderits
nicht mehr zu finden.

Diese Stücke und weitere Mineralien und Gesteine aus dem Raum Schöllkrippen können Sie ab dem 
12. März 2010 um 15 Uhr in der 11. Ausstellung unter dem Motto "Wanderbarer Spessart" im Hans-Kyle-Museumsraum
im Sackhaus von Schöllkrippen sehen. Es ist eine Gemeinschalftsveranstaltung des Heimat- und Geschichtsvereins
Oberer Kahlgrund e. V. und des Spessartbundes Ortsgruppe Schöllkrippen e. V.



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Auf dieser Seite werden die aktuellen Fundverhältnisse in den in Betrieb befindlichen Steinbrüchen des kristallinen Vorspessarts beschrieben, so wie sie der Autor Joachim Lorenz beim letzten Besuch vorgefunden hat:

Das jetzt spätwinterliche bis vorfrühlingsartige Wetter mit -5 bis +12 °C und ohne geschlossene Schneedecke, viele Wolken, viel Regen, wenig Sonne lässt kein Sammeln zu. Infolge des Wetters sind Gummistiefel notwendig.
Die im Betrieb befindlichen Steinbrüche bauen derzeit keine Felsmassen mehr ab. Der Betrieb wird wahrscheinlich in den nächsten Wochen wieder aufgenommen.

Bleiben Sie in jedem Fall fern von den bis zu 30 m hohen Wänden der Steinbrüche - bei Regen, nach Frost und längerem Sonnenschein ist immer mit herabfallenden Steinen zu rechnen!
Eine gefährliche Unsitte, das Herabschmeißen von Steinen an den Steinbruchwänden wird zunehmend beobachtet (dabei wird man an die Autobahnbrücken erinnert). Es gefährdet nicht nur die Besucher, sondern die kullernden Steine lösen auch weitere Steine aus der Wand, die dann abstürzen. Oder sie lockern Steine, die später fallen. Die auf den Fahrwegen liegenden Steine müssen dann von den Steinbruchbetreibern weggeschafft werden, das diese die Reifen der Fahrzeuge beschädigen können.
 
 

Der große Steinbruch im Rhyolith der Hartkoppe bei Sailauf:
Auf der 6. Sohle wurde der Abbau wieder aufgenommen, nachdem das Wasserloch zunächst vertieft und jetzt zu einer neuen Teilsohle vergrößert wurde:
aktuelles Foto des Steinbruches im Rhyolit von Sailauf (Hartkoppe)
Ich sah zuletzt im Herbst keines der seltenen Mineralien in den restlichen Haufwerken im Bild in Mitte unten, aber dafür calcitreiches Gangmaterial, so dass sich wieder Mineralien finden lassen. Neben reichlich Calcit, Manganocalit, Hämatit, Fluorit, Todorokit, Braunit, Seladonit und etwas Rhodochrosit. Ohne Gummistiefel kommt man nicht an die interessanten Stellen. 
Achtung: Im Zuge des Abbaues werden auch Steine und Schotter vom Rehberg in der Hartkoppe gelagert, so dass man Mineralien von dort auch hier finden kann. Dies gilt insbesonder für die an den Wänden abgelegten Freisteine.
 

Der Steinbruch am Rehberg bei Sailauf:
In einem weiteren Rhyolith-Vorkommen am ca. 0,5 km von der Hartkoppe entfernten Rehberg wurde ein Steinbruch eingerichtet. Der Abbau erfolgte seit Frühjahr 2007 schneller, da in der Hartkoppe nur wenig abgebaut wurde. Das stark alterierte Gestein wird teilweise auch in einer mobilen Brecheranlage gebrochen und gesiebt oder zur Anlage in der Hartkoppe gefahren.
Auch etwas weiter östlich ist an einem Schurf ein plattig absondernder Gneis aufgeschlossen.

aktuelles Foto des Steinbruches im Rhyolith vom Rehberg bei Sailauf
Infolge des Autobahnbaues bei Waldaschaff wurde auch 2009 schnell abgebaut, ohne dass es bis jetzt hier interessante, seltene Mineralisationen gibt. Leider scheint es hier keine der für die Hartkoppe so typischen Gangmineralisationen zu geben. Die Zone mit dem Azurit und Malachit ist nicht mehr vorhanden.
Lithophysen kann man kaum noch finden, aber auch hier ist abzusehen, wann die Fundstelle abgebaut wird - der Abbau steht unmittelbar davor. 
 

Der Steinbruch im Diorit bei Dörrmorsbach:
Der Abbau erfolgt gegenwärtig besonders auf der 2. und 3. Sohle und geht langsam voran. Dabei werden die mehr ober minder stark verwitterten Bereiche aus den oberen Teilen des Steinbruches hereingewonnen und zerkleinert. Dabei werden auch größere Mengen an Verwitterungsgrus frei.
aktuelles Foto des Steinbruches im Diorit von Dörrmorsbach
Auf der untersten Sohle des Steinbruches liegen derzeit nur Reste von Haufwerk (und reichlich Eis), leider nur sehr wenige Pegmatite oder mineralisierte Klüfte. Ich sah zuletzt keine mitnehmenwerte Mineralien, da kaum Pegmatite zu sehen sind. Für den Betreiber ist die Qualität sehr gut.
In dem Grabstein- und sonstigen Gesteinsabfall finden sich immer wieder bemerkenswerte Gesteine - meist bereits geschliffen und poliert.

 

Der kleine Steinbruch der Fa. HUFGARD bei Feldkahl:
Der Abbau hat den alten Steinbruch fast gänzlich geleert, so dass ein neuer Steinbruch eingerichtet wird. Hier sind infolge der geringen Abbautiefe derzeit nur unbedeutende Funde möglich.
aktuelles Foto des Steinbruches im Zechstein-Dolomit von Feldkahl
Der Dolomit ist im Bereich der Mineralisation schwarz und tonreich - so dass die Kleider anschließend entsprechend gefärbt sein können. Da bisher nur die oberflächennahen Partien erschlossen sind, gab es nur Residualtone, Spuren von Baryt und keine Drusen mit Calcit. Ohne Gummistiefel kein Zugang möglich.
Faszinierend war der 2009 aufgeschlossene Paläokarst unter dem Residualton, teils spitzkegelige Rippen aus Dolomit, und das Ganz noch mit Löss bedeckt, aber durch den Regen wieder verwaschen.
Bemerkenswert sind die vielen Golfbälle, die man hier finden kann.


 
Die Autobahnbaustelle der A3 bei Waldaschaff:
Die Fa. Hohenwarter aus Karlstadt trägt derzeit eine Hangschulter ab, so dass die Autobahn A3 nach Süden zur neuen Brücke verlegt werden kann. Dazu werden einige 10.000 m³ Fels abgetragen und zu den Brückenrampen weiter nach Osten verfahren. Die Baustelle ist von der derzeitigen A3 zu sehen, kann aber nur über Waldaschaff angefahren werden.
Hinweis zur Führung am 05.07.2009 um 15 Uhr.

 
Autobahnbaustelle
Die Baustelle ruht wegen der winterlichen Witterung (27.02.2010), wird aber
Anfang März 2010 wieder aufgenommen.

In Erwartung, dass hier in den metamorphen Gesteinen des kristallinen Grundgebirges interessante Mineralisationen freigelegt werden würden, wurden man als Mineraliensammler enttäuscht. Man sprengt großflächig vor und erzeugt so ein baggerfähiges Gut aus chaotisch liegenden Felsen, die kaum mehr einen Verband erkennen lassen. Die größeren Blöcke werden mit einem "Picker" zerkleinert, dann auch für die Brückenwiderlager abgefahren.
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Die hier anstehenden, teils harte, teils tiefgründig verwitterten Diorite sind nahezu steril. Die sehr grobkörnigen Pegmatite aus grauem Quarz und sehr großen (Kali-)Feldspäten enthalten zwar bis zu 20 cm große, angewitterte Biotit-Tafeln, aber sonst kaum akzessorische Phasen. Der in der GK 1:25000 eingezeichnete Baryt-Gang wurde angetroffen, aber der ist nur ca. 5 cm mächtig und führt nur etwas Calcit und schuppiger Hämatit. Klüfte mit Epidot, Chlorit, Quarz usw. wurden im Diorit kaum angetroffen und die meisten Klüfte sind einfach mit einer dünnen Calcit-Tapete überkrustet. Die Mineralvielfalt wie in Dörrmorsbach fehlt bisher. Inzwischen kam auch Epidot als cm-lange, dünne Kluftbeläge hinzu.
Hinweis: Man arbeitete von 7 bis 19 Uhr und auch samstags, so dass die stark befahrene Baustelle nur sonn- und feiertags besucht werden kann. Der größte Teil der Bauarbeiten sind abgeschlossen, so dass die Felsen beiderseits der späteren Autobahn studiert werden können. Derzeit werden die Reste zerkleinert und abgefahren
; der Rest liegt jetzt als langer Haufen in der Baustelle. Der Endausbau der Autobahntrasse mit dem vollen Profil und den Anschluss an die gegenwärtige Autobahn wurde dann Ende 2009 begonnen.
Derzeit wird ein Durchlass betoniert, bei dem Wollsackverwitterungen mit einer tiefgründigen Vergrunsung des Diorites zu sehen waren; die Böschungen wurden mit Folie abgedeckt.

Der Bröckelschiefer ist bereits weitgehend begrünt, so dass von dem Gestein nichts mehr zusehen ist.


Alle anderen Aufschlüsse weisen keine nennenswerten Veränderungen auf; meist weil sie aufgelassen sind, Naturschutzgebiet oder ~denkmal oder sind so nur historisch interessant.


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