Das Foto des Monats:
Die ersten Exemplare des Spessart-Führers
aus der Reihe Sammlung Geologischer Führer Band 106
Spessart,
zur Buchvorstellung am 18.11.2011,
Bildbreite 38 cm.
Das jetzt frühwinterliche Wetter
mit -7 bis +3 °C, mit wenig Sonne, immer noch sehr reichlich
Regen, ab und zu mal Schnee macht das Sammeln sehr schwer. Alle Steinbrüche
arbeiten nicht mehr und bauen keine Gesteinsmassen ab.
Bleiben Sie in jedem Fall fern von
den bis
zu 30 m hohen den Wänden der Steinbrüche
- bei Regen, nach Frost und längerem
Sonnenschein ist immer mit herabfallenden
Steinen zu rechnen!
Eine gefährliche
Unsitte, das Herabschmeißen
von Steinen an den Steinbruchwänden
wird zunehmend beobachtet (dabei wird man an die
Autobahnbrücken erinnert).
Es gefährdet nicht nur die Besucher, sondern
die kullernden Steine lösen auch
weitere Steine aus der Wand, die dann abstürzen.
Oder sie lockern Steine, die später
fallen. Die auf den Fahrwegen liegenden Steine
müssen dann von den Steinbruchbetreibern weggeschafft
werden, das diese die Reifen der Fahrzeuge beschädigen
können.
Der große Steinbruch im Rhyolith der Hartkoppe bei Sailauf:
Der Abbau steht auf der 7. Sohle:
Im Steinbruch wurde die unterste Sohle
vergrößert. Infolge des hohen Wasserstandes kann man keine
Haufwerke erreichen, so
dass ich keine mitnehmenswerte Stücke oder Mineralien fand bzw. sah.
Achtung: Im Zuge des Abbaues
werden auch Steine und Schotter vom Rehberg in der Hartkoppe
gelagert, so dass man
Mineralien von dort auch hier finden kann.
Dies gilt insbesonder für die an
den Wänden abgelegten Freisteine.
Der Steinbruch am Rehberg
bei Sailauf:
In einem weiteren Rhyolith-Vorkommen
am ca. 0,5 km von der Hartkoppe entfernten
Rehberg wurde ein Steinbruch eingerichtet.
Der Abbau erfolgte seit Frühjahr 2007 schneller,
da in der Hartkoppe nur wenig abgebaut wurde.
Das stark alterierte Gestein wird teilweise
auch in einer mobilen Brecheranlage gebrochen und
gesiebt oder zur Anlage in der Hartkoppe gefahren.
Auch etwas weiter östlich
ist an einem Schurf ein plattig absondernder
Gneis aufgeschlossen.
Infolge des Autobahnbaues
bei Waldaschaff wurd auch 2011 schnell
abgebaut, ohne dass es bis jetzt hier interessante,
seltene Mineralisationen gibt. Leider scheint
es hier keine der für die Hartkoppe
so typischen Gangmineralisationen zu geben.
Die Zone mit dem Azurit und Malachit ist nur noch in Resten
vorhanden und schwer erreichbar, da hier Aushub eingefüllt wird.
Lithophysen kann man
kaum noch finden, aber auch hier ist abzusehen,
wann die Fundstelle abgebaut wird - der
Abbau steht unmittelbar davor.
Im Haufwerk fand sich neben etwas Calcit auch Spuren
von Fluorit.
Der Steinbruch im Diorit bei Dörrmorsbach:
Der Abbau erfolgt gegenwärtig
besonders auf der 3. Sohle und geht langsam
voran. Dabei werden auch größere Mengen
an Verwitterungsgrus frei.
Im restlichen Haufwerk in links der Bildmitte
sah ich nur "sterile" (d. h. ohne akzessorische Mineralien) Pegmatite
und so guit wie keine mineralisierte Klüfte - nur etwas Epidot
in nicht sammelwürdiger Menge als Kluftbelag. So ist der Steinbruch
wie gefegt.
In dem Grabstein- und sonstigen Gesteinsabfall
finden sich immer wieder bemerkenswerte
Gesteine - meist bereits geschliffen
und poliert.
Der kleine Steinbruch
der Fa. HUFGARD bei Feldkahl:
Der Abbau hat den alten Steinbruch
fast gänzlich geleert, so dass ein neuer
Steinbruch eingerichtet wurde. Hier waren infolge
der geringen Abbautiefe bisher nur unbedeutende
Funde möglich.
Im abgebauten Dolomit finden sich weißer Baryt,
aber ohne weitere Mineralien. Die damit mineralisierten Partien
sind dunkelbaun bis schwarz und färben stark ab.
Der Dolomit ist
im Bereich der Mineralisation schwarz und
tonreich - so dass die Kleider anschließend
entsprechend gefärbt sein können.
Da bisher nur die oberflächennahen
Partien erschlossen sind, gab es nur sehr reichlich
Residualtone, Stückchen von weißem Baryt
und wenige Drusen mit Calcit.
Faszinierend war der 2009 aufgeschlossene
Paläokarst unter dem Residualton,
teils spitzkegelige Rippen aus Dolomit, und
das Ganz noch mit Löss bedeckt, aber durch den
Regen wieder verwaschen.
Bemerkenswert sind die
vielen Golfbälle, die man hier finden
kann.
Die ehemalige Autobahnbaustelle
der A3 bei Waldaschaff:
Die Baustelle ist so weit fortgeschritten, dass seit 19.08.2011
die Fahrzeuge auf 2 Fahrspuren in Richtung Würzburg die neue Trasse
und die neue Brücke befahren können. Am 22.12.2011 wurde die
gesamte Strecke für den Verkehr frei gegeben.
Die Untersuchungen zu den Gesteinen sind noch nicht
abgeschlossen und werden später publiziert.
Die neue Trasse im Bereich des Diorit-Komplexes
bei Waldaschaff,
aufgenommen 20.08.2011.
Wenn die restlichen Arbeiten abgeschlossen sind, ist die
Baustelle Geschichte.
Die Autobahnbaustelle der A3 westlich Bischbrunn
Hier wurde ein beeindruckender Aufschluss im
Mittleren Buntsandstein geschaffen,
aufgenommen am 01.05.2011 mit Blick nach Osten.
Inzwischen ist der Baufortschritt
soweit, dass die Böschung fertig gestellt ist. Auch
hier erfolgte die Fertigstellung.
Die hier vorgestellten Bilder sind Dokumente des letzten Besuchs. Infolge
der Lage ist es oft nicht möglich die guten Fundchancen und gute Bilder
gleichermaßen haben bzw. zu machen. Für gute Funde muss man früh
unterwegs sein, weil man sonst oft nur die Reste der Konkurrenz auflesen
kann. Da die Steinbrüche oder Aufschlüsse oft erst am Nachmittag
oder im Winter gar keine Sonne erhalten, kann man morgens oft keine guten
Fotos schießen. So sind die Bilder ein Kompromiss und Zeitdokumente.
Alle anderen Aufschlüsse weisen keine nennenswerten
Veränderungen
auf; meist weil sie aufgelassen sind,
Naturschutzgebiet oder ~denkmal oder sind
so nur historisch interessant.
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