| Anhydrit | Devillin | Powellit |
| Baryt | Gips | Scheelit |
| Bassanit |
A n h y d r i t Ca[SO4]
Bis zu 6 cm lang und 3 cm breit, konnte in den Calcit-Gängen der 4.
Sohle als finale Drusenfüllungen spätig-strahliger, leicht grünlicher
Anhydrit nachgewiesen werden. Die gut spaltbare Masse ist in mm-dicken Spaltstücken
durchsichtig. Vom Baryt unterscheidet sich das Mineral durch den mehr seidigen
Perlmutterglanz. Als Begleitmineral tritt noch etwas Dolomit und Gips auf.
Durch Reste von Anhydrit in Calcit-Drusen belegt, konnten die seit langem
beobachteten feinen, parallelen Abdrücke auf den Calcit- und Fluorit-Kristallen dem
ehemals vorhandenen Anhydrit zugesprochen werden.
Mit großer Wahrscheinlichkeit sind die manchmal in den Gängen sehr
zahlreichen, primatischen bis tafeligen Höhlungen im Calcit/Kutnahorit mit ±Fluorit, die früher
weggelöstem Baryt zugeschrieben wurden, in Wirklichkeit ehemalige Anhydrit-Kristalle
gewesen, die später weggelöst wurden.
Weißer, blättriger Anhydrit wurde in bis zu einem cm großen
Einschlüssen im Gang (4. Sohle) neben Brandtit beobachtet. Die im Querbruch strahlig
aussehenden Aggregate bestehen aus ca. 0,5 mm dicken, gut spaltbaren, rissigen
Täfelchen. Als Begleitmineral tritt nur etwas Illit auf.
Die Spuren von tafeligen bis stengeligem (teilweise mit quadratischem Querschnitt,
1 mm dick bis 1,5 cm Länge) Anhydrit (Baryt wäre weniger wahrscheinlich)
fanden sich praktisch in allen Teilen des Ganges. Auffällig ist, dass
insbesondere die Enden und dünnen Stege und Zwickel zwischen den ehemaligen
Anhydrit-Tafeln aus Kutnahorit bestehen und oft von Brandtit begleitet werden.
Die Hydratisation des Anhydrit erfolgte beim gleichzeitigem Weglösen,
so dass keine Risse durch die Volumenzunahme zu beobachten sind.
B a r y t BaSO4
Selbständige Gängchen bis zu einer Mächtigkeit von 15 cm (in
der 1. Sohle) können ganz mit weißem, grobspätigen Baryt
gefüllt sein. Zerbrechliche Kristalle erreichen bis zu 3 cm Größe.
Dieser führt nur etwas feinschuppigen Hämatit. Das unmittelbare Nebengestein
ist auffällig gebleicht. Der weiße Baryt zeigt bei der Bestrahlung
mit der UV-Leuchte eine blauweiße Fluoreszenz. Der Baryt durchbricht
sowohl den Rhyolith als auch den dann stark brekziösen Muskovit-Biotit-Schiefer.
1989 wurden sehr schöne und formenreiche, farblose, tafelige und stengelige
Baryt-Kristalle mit Hämatit und in Quarz-Gängen im Kontakt mit dem Muskovit-Biotit-Gneis gefunden.
Bei den tafeligen Kristallen kann das Pinakoid (001) so zurücktreten,
dass "oktaederähnliche" Kristalle, max. 1 mm groß, entstehen konnten.
Auch langsäulige, wasserklare, an Quarz erinnernde Kristalle konnten
beobachtet werden. Sie sind als 2. Generation über dem meist grobspätigen
Baryt, der an vielen Stellen angelöst wurde, oder auf Fluorit von der
3. Sohle, aufgewachsen.
Als Letztausscheidung füllt spätiger, weißer bis brauner
Baryt auch Hohlräume in den an Braunit reichen Teilen der Erzgänge.
Hier ist er manchmal angelöst und mit einer 2. Generation, farbloser,
stark glänzender Kristalle überwachsen.
Ebenso findet sich der Baryt als Füllung in Hohlräumen der Lithophysen. Weiße,
idiomorphe, blättrige Kristalle sind in den Hohlräumen selten beobachtet
worden.
In einer Calcit-Druse wurden 2 mm große, glänzende, honiggelbe Baryt-Kristalle entdeckt. Sie haben prismatischen Habitus bei einem qadratischen Umriss.
Drusen aus der Brandtit-Zone der 4. Sohle führen selten auch farblose,
dicktafelige Baryt-Kristalle in einer Größe bis zu 0,5 mm. Sie
sind teils zoniert, innen weiß und mit einer farblosen Hülle überwachsen.
Auch sechskantige Prismen wurden beobachtet.
G i p s CaSO42·H2O
In kleinen, mit Hämatit und Calcit ausgekleideten Hohlräumen in
dem von Braunit und Mn-Calcit durchsetzten Calcit von der 3. Sohle lassen sich bis 0,5
mm große, vollkommen farblose, teilweise längsgestreifte (angelöste)
Kriställchen beobachten. Sie sind meist plattig, aber auch säulig
ausgebildet und lebhaft glänzend.
Weiße, "zuckerartige" Drusenfüllungen, die leicht herausfielen,
erregten die Aufmerksamkeit beim Öffnen von weißen Calcit-Drusen
der Störung auf der 4. Sohle. Unter der Mikroskop kann man erkennen,
dass sich die bis zu mehreren cm-großen Füllungen aus max. 0,1
mm-großen, völlig farblosen, glasglänzenden Kristallen zusammensetzen.
Die Kriställchen sind regellos angeordnet.
Die typischen Formen wie die geringe Härte machten die Bestimmung als
Gips leicht. Die sonst verbreiteten, charakteristischen Zwillinge treten hier
nicht auf. Die Bestimmung wurde röntgendiffraktometrisch gesichert.
D e v i l l i n CaCu4[(OH)6/(SO4)2]·3H20
Gemeinsam mit rissigem Chrysokoll auf
blau angelaufenem Chalkosin in einer
sehr dünnen Kluft im Rhyolith findet sich noch leicht grünliche,
bis zu 0,8 mm große Devillin-Täfelchen ohne markante Begrenzungsflächen.
Die überkrustete Fläche ist ca. 1 cm2 groß. Weder eine Radioaktivität
wie eine Fluoreszenz wurde an dem von der 4. Sohle stammenden Stück
beobachtet.
S c h e e l i t Ca[WO4]
In einem Hohlraum in der Braunit-Brekzie konnte ein ca. 1 cm großes,
weißes Mineralkorn, lose darinliegend, gefunden werden. Es unterscheidet
sich durch die gute Spaltbarkeit und mehr weißliche Fluoreszenzfarbe
- gelblich im langwelligen Bereich - vom Powellit.
Die nähere (röntgendiffraktometrische) Bestimmung ergab, dass es
sich um Scheelit handelt. Aufgrund der Fluoreszenzfarbe ist ein deutlicher
Mo-Gehalt anzunehmen.
Im Frühling 1991 konnte auf einem Stück aus dem Erzgang - aus
Calcit, Seladonit, jedoch ohne Mn-Mineralien -
max. 0,5 mm messende, pyramidale bis dipyramidale, graugrüne Scheelit-Kriställchen
gefunden werden. Sie sitzen auf Rhodochrosit.
Die Untersuchung mit der Mikrosonde erbrachte neben W und Ca, einen Mo-Gehalt
von ca. 9 %. Es liegt somit Scheelit vor.
P o w e l l i t Ca[MoO4]
Bei der Bestrahlung von Erzproben, bestehend aus Braunit, Calcit und etwas Manganit, besonders
mit kurzwelligem UV-Licht (254 nm) fallen kleine, chreme- bis goldgelb fluoreszierenden
Pünktchen oder dünne Kluftbeläge auf. Bei Tageslicht betrachtet
erkennt man gelbliche, braune oder graue Krusten und glasige Körner,
die eine maximale Größe von 3 mm erreichen. Kleine Körnchen
sind in geringen Mengen in den Erzgängen weit verbreitet. Idiomorphe
Kristalle werden bis heute nicht beobachtet. Verbreitet treten auch körnige
Powellit-Einschlüsse in massigem Illit
auf. Begleitminerale sind Calcit und Todorokit.
In lagigen Erzstücken, aus Braunit, Seladonit, Calcit und Kutnahorit können im Anschliff zehntel mm dünne Lagen aus Powellit beobachtet werden. Da mehrere Lagen nebeneinander zu finden sind, muss es mehrmals nacheinander abgeschieden worden sein.
Die Erzzone, die Aragonit und Brandtit führt, ist ebenfalls sehr stark mit kleinen Powellit-Körnchen durchsetzt.
Deber Braunit, der neben etwas Todorokit und Kryptomelan in Drusen fast keine weiteren Mineralien führte, ist teilweise auch mit Powellit durchsetzt. Es sind hier mehr bis zu 1 mm große, oft deutlich sichtbare Körner, die im Braunit eingeschlossen sind.
Auch konnte ein Stück eines Biotit-Gneis-Xenolithes gefunden werden, der völlig mit Powellit-Blättchen durchsetzt ist.
Zur Abgrenzung gegenüber dem Scheelit wurde eine Untersuchung mit der Mikrosonde durchgeführt, bei der eindeutig Ca, Mo, W und Y gefunden wurde. Das Verhältnis von MoO3 und WO3 verhält sich etwa wie 4 : 1. Mn und As wurden als Bestandteile des Braunits gedeutet, mit dem der Powellit verunreinigt ist.
"Gewöhnlich entsteht Powellit durch Zersetzung aus Molybdänit. Dies ist aufgrund blättriger Strukturen in Powelliten auch für Sailauf anzunehmen, weshalb mit dem Vorkommen von Molybdänit in der Teufe zu rechnen ist." Mit diesem Absatz wurde vom Autor 1991 ein primäres Mo-Mineral gemutet. Mit dem Nachweis von Jordisit ist dann 1992 ein primärer Mo-Lieferant nachgewiesen worden.
Dunkelbraune, glasige, bis zu 1 mm große, stark glänzende Kristalle
im Kutnahorit von der 4. Sohle konnten als Powellit bestimmt werden. Sie
fluoreszieren unter kurzwelligem (selten auch im LW-UV-Licht) UV-Licht typisch
gelblich. Die meist dipyramidalen Kriställchen sind in Krusten im Carbonat
randnah zum Rhyolith eingewachsen und lassen sich leicht durch das Weglösen
mittels HCl gewinnen.
Bevorzugtes Auftreten der hier bis zu 5 mm großen, chremefarbenen Einschlüsse
wurde in den Bereichen des Ganges beobachtet, wo die brekziöse Gangfüllung
außer den Carbonaten keine weiteren Mineralien führen.
In der Brandtit-Paragenese der 4. Sohle
konnten teils im Illit bzw. im Calcit
neben Brandtit eingewachsen, reichlich prismatische, dunkelbraune Powellit-Kristalle
entdeckt werden. Die flächenreichen und z. T. transparenten, idiomorphen
Kristalle werden bis zu 2 mm groß, sind teilweise länglich ausgebildet
und fallen durch ihren lebhaften Glanz gegenüber den Carbonaten auf.
Die Körner sind sehr spröde und nur undeutlich spaltbar. Es ist
mit KW-UV-Licht eine dunkle, gelbliche Fluoreszenz zu beobachten. Seltener
sind die Powellit-Kristalle direkt auf einem Tilasit-Rasen aufgewachsen.
Der Powellit ist wohl weit verbreitet und wird wohl oft übersehen. In
der Störungszone ist er möglicherweise an dünne Kutnahorit-/Calcit-Gänge
gebunden, die nahe am Rhyolith verlaufen und bei denen die sonst üblichen
Mineralien fehlen. Als Begleitmineral tritt lediglich Tilasit auf.
Die Fluoreszenfarbe ist abhängig von Mo-W-Verhältnis. Scheelit
mit <0,35 % Mo fluoresziert unter KW-UV-Licht bläulichweiß,
bei 0,35 - 1 % Mo Weiß, >1 % Mo zunehmend gelbstichig und über
4,8 - 48 % ausgeprägt gelb. Merkwürdigerweise können Mischkristalle
zwischen Powellit und Scheelit auch bei Bestrahlung mit langwelligem UV-Licht
gelb fluoreszieren.
B a s s a n i t
Ca[SO4]·½H2O
Bassanit wurde von LORENZ 2004 beschrieben.