E r z g ä n g e
und Störungen





Der Abbau wird durch die kleinprismatische Absonderung des Gesteins, hervorgerufen durch zwei, etwa senkrecht aufeinanderstehende Scharen relativ enggestellter Klüfte begünstigt. Beim Auffahren der 3. Sohle wurde die erzführende Zone 1988 bis 90 erneut abgebaut. Es traten aber im Gegensatz zur 2. Sohle, wo nur ein Gang beobachtet werden konnte, mehrere, parallel laufende Erzgänge (135° streichend und mit 85-90° einfallend) auf. Sie unterschieden sich sowohl in der Mächtigkeit als auch in der Mineralführung.
Diese schwankte in der Abfolge und Zusammensetzung erheblich, so dass eine generalisierte Abfolge, auch wegen der schnell wechselnden Aufschlussverhältnisse (meist sind die Gänge nur im gesprengten Haufwerk und nicht im Anstehenden beobachtbar und einzumessen), nur ansatzweise erstellt werden konnte.

Gang mit Brandtit Gang mit Manganerzen

Die Gänge, die bis zu 30 cm Stärke erreichen, keilen manchmal ganz aus oder erreichen als grobe Gangbrekzie, mit wenig Erzgehalt, Mächtigkeiten bis zu 1 m. Die Vererzungen fallen senkrecht ein und streichen in Richtung SO-NW. Die Störung ist wohl identisch mit der als vermutet in der GK 25 Blatt 5920 Schöllkrippen eingezeichneten Störung. Gut ausgeprägte Harnisch-Bildungen im Grenzbereich zwischen Erzgang und Rhyolith belegen die Bewegung der Störungen nach Abscheidung der Minerale.

Harnisch

Der Gehalt an Braunit und Manganit nimmt von NW nach SO zu, die Gangmächtigkeit ab. Reine Calcit-Gänge, deren Mächtigkeiten normalerweise 5 cm nicht überschreiten, führen bei größerer Mächtigkeit und in unregelmäßigen Abständen Zonen aus Mn-Calcit, Hausmannit und As-Mineralien.

Die Ganginhalte sind in der Regel stark brekziiert und höchst variabel im Mineralbestand, dazu noch stark absätzig.
brekzierter Braunit
Bemerkenswertes Stück aus dem Erzgang mit Braunit, Manganit, Kutnahorit, Fluorit,
Illit mit einer mit Braunit imprägnierten Rhyolith-Brekzie; Bildbreite ca. 20 cm.

Die Mn-Erzgänge fallen nahezu senkrecht ein. Im NW-Teil kreuzten sich an der Grenze zw. 2. und 3. Sohle eine auffällige Hämatit-Vererzung mit den Manganerz führenden Calcit-Gängen. Der Hämatitgang erreicht als Ruschelzone eine Mächtigkeit bis zu 0,5 m und hält, im Gegensatz zu den Mn-Mineralien, bis fast unter die ehemalige, jetzt abgebaute Oberfläche, durch. Am Fuß der 3. Sohle konnte grobtafeliger Hämatit in bis zu 5 cm starken Partien beobachtet werden.
Auf der 4. Sohle zeigte es sich, dass das Einfallen der jetzt an Erz sehr armen Gänge mit Carbonaten und Seladonit (± den As-Mineralien) bei ca. 60° liegt. Auch die Streichrichtung hat sich zu etwas mehr nach Nord verschoben. Es treten auch nebeneinander, dünnere Gangscharen auf. Sie führen nicht die Vielfalt an Mineralien der Hauptgänge.

Gang im Rhyolith

Im Bereich der Erzimprägnationen ist der Rhyolith verändert. Insebesondere die Feldspäte - sichtbar erst auf der 3. Sohle - sind dort in gelblichen Seladonit (?) umgewandelt.

Die Erzgänge wurden von den Prospektoren des Mittelalters nicht gefunden. Sie wären sonst mit Sicherheit untersucht oder gar abgebaut worden. Die Gründe für das Nichtauffinden dürften darin zu suchen sein, dass die Gänge aufgrund der leichten Löslichkeit des Mangans nicht bis zur Oberfläche durchgehalten haben. Ein weiterer Grund ist die enorme Härte des Gesteins, welches besonders auf der inzwischen abgebauten, ersten Sohle teilweise verkieselt war.

Bixbyit-Fundstelle

 Zwar nur von früherer regionaler Bedeutung, heute wirtschaftlich uninteressant, aber weltweit verbreitet finden sich hydrothermale Mn-Gänge in Andesiten und Rhyolithen. Insbesondere in Japan wurden sie bis in die 60er Jahre bebaut. Der Mineralinhalt ist carbonatisch mit viel Rhodochrosit und einigen Sulfiden.
Ebenfalls in vulkanischen Gesteinen finden sich Gänge aus "schwarzen Calciten" ebenfalls in Rhyolithen u. a. im Südwesten der USA. Sie enthalten Kryptomelan, Hollandit und Coronadit, Calcit als Gangart mit Anhydrit, Chalcedon und Baryt. Die Entstehung wird so gedeutet, daß die Mineralien aus tiefthermalen, postvulkanischen Lösungen ausgeschieden wurden.

Inzwischen konnten für den Kontakt, die Alterationen wie auch für die niedrighydrothermalen Erzgänge K-Ar- und (U+Th)-He-Alter ermittelt werden, die zu bemerkenswerten Ergebnissen geführt haben! Dies wurden in einem ersten Schritt auf der EUG-10 Tagung in Strasbourg vom 28.03.-01.04.1999 vorgestellt. Eine Abschließende Veröffentlichung der Alter steht noch aus.

Auch beim weiteren Abbau wurden die Gänge immer wieder angetroffen, leider fehlten dabei die seltenen Mineralien. So auch im Jahre 2008, als auf der untersten Sohle einer der Gänge neben Calcit, Dolomit, Rhodochrosit und Kutnahorit noch Braunit, Arseniosiderit beinhaltete.

Gang auf der untersten Sohle, 2008 mineralisierter Gang auf der untersten Sohle 2008
stark absätziger Gang mit sehr stark schwankender Gangmineralisation, rechts ein Ausschnitt, 5. Sohle, Frühjahr 2008
 


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