Franz Ludwig von Cancrin
(Франц Людвиг фон Канкрин)
(*1738 †1816)
 
Die Biographie über den Bergbauingenieur,
Architekten, Juristen, Geologen, Mineralogen,
Hüttenmann, Schriftsteller und Vater.  

 

von Joachim Lorenz, Karlstein a. Main

   
  Umschlag Cancrin-Biographie
Die Biographie über Franz Ludwig von Cancrin im Format DIN A4.
Es wird auch gleichzeitig der Band 111 der Nachrichten des Naturwissenschaftlichen Museums Aschaffenburg.




Bezugsquellen in der Region sind:

Beispielseiten aus dem Buch:

Geburt  
Geburt:
Das Taufregister von Breidenbach mit dem
schwer lesbaren, weil abkürzungsreichen
Eintrag. 
 

Biographie S. 24 - 25  
Erste Veröffentlichung:
Nach den Lehrjahren in Bieber und der
Reise zu den damals bekannten Bergwerken
schrieb er ein Buch über die
Kupfererzverhüttung. 

Biographie S. 44 - 45  
Russland:
Nachdem er unschuldig im Gefängnis in
Babenhausen einsitzen musste, bekam er
einen Ruf nach Russland und wurde Direktor
der Saline von Staraja Russa südlich von
Novgorod in Russland. 


Biographie S. 54 - 55  
Schriften:
Das Schriftenverzeichnis ist lang; je nach
Zählart sind es 84 Publikationen und
Übersetzungen, die im Umfang von wenigen
Seiten bis zu ein paar hundert Seiten reichen.  



Und wie es dazu kam:
Jeder, der sich mit dem Bergbau von Bieber im nordwestlichen Spessart beschäftigt, stößt automatisch auf Franz Ludwig (von) CANCRIN (CANCRIN 1787). Dabei fallen einem dann schnelle einige Merkwürdigkeiten auf, die sich ohne die Historie bzw. die Biographie von Franz Ludwig nicht erklären lassen. Zum Beispiel, warum ist die Landkarte aus dem Gedächtsnis gezeichnet worden, wenn er dort die Aufsicht über die Bergwerke hatte. In Altenkirchen schreibt er das Vorwort und darin, dass er seine "umständliche Biographie" beschlossen habe [zu schreiben]. Zu dem Zeitpunkt ist er auf "Urlaub" (heute würde man das als "Sabbatical" bezeichnen) aus Russland wieder in Deutschland.  
Das jetzt gedruckte Heft entstand aus einer Liste der zahlreichen Schriften Cancrins (HOFMANN 1979), die, wie ich damals schnell feststellen musste, lückenhaft war. Dies galt für alle bisher publizierten Verzeichnisse und die Kurzbiographien mit den Schriften, wie z. B. bei POGGENDORF (1863). Ich entdeckte die erste, nicht in den Listen aufgeführte Schrift auf der Suche nach Veröffentlichungen im Nachlass von Hugo BÜCKING in Heidelberg und fand in den vielen von uns besuchten Antiquariaten hin und wieder einen Teil der Berg- und Salzwerkskunde.
Es dauerte aber dann doch über 20 Jahre, bis ich dies veröffentlichte, da ich dachte, dass Gerhard SEIB aus Kassel eine Biographie schreiben würde, wie er es am Ende eines Nachwortes in dem Nachwort zu CANCRIN 1767 angekündigt hatte. Bei den weiteren Forschungen stößt man dann auch auf das Mineral Cancrinit und den Umstand, dass im Schrifttum die Namensherkunft meist falsch angegeben wurde. Deshalb schrieb ich 2009 den Beitrag über den Sohn Georg CANCRIN (Egor KANKRIN), der es in Russland zu einem hoch geachteten Finanzminster gebracht hatte und unter 3 Zaren arbeitete, mit Alexander von HUMBOLDT korrespondierte und ihm eine Reise über den Ural bis zum Altei ermöglichte. Dann kam der Kulturweg des ASP von den Weyberhöfen bei Sailauf bis nach Rothenbuch; auch hier wieder die CANCRIN´s und der Cancrinit. Dabei konnte geklärt werden, wie die badische Linie der Cancrins aus Durlach bei Karlsruhe mit denen in Russland zusammen hängt. 
Auch versuchte ich alle Schriften selbst in der Hand halten zu können, was infolge der Seltenheit (weil geringe Auflage?) aber nicht gelang; es gibt keine Bibliothek, die alle Schriften zusammen tragen konnte und in ihrem Bestand führt. Infolge der geringen Verfügbarkeit gelingt das wohl auch nicht in einem Leben, selbst wenn man in Jahrzehnten über unbegrenzte finanzielle Mittel verfügen könnte. Selbst die Salzwerkskunde, von CANCRIN in den fast 30 Jahren von 1773  bis 1791 heraus gegeben, liegt kaum in einer öffentlichen Bibliothek vollständig vor und dann in der Regel in ganz unterschiedlichen Büchern gebunden, weil sich der Geschmack über den langen Zeitraum geändert hat. Oder die Tafeln sind in einem eigenen Format separat gebunden worden, so dass ein Teil in 2 Bänden gebunden sein kann. Der Grund liegt wohl in der geringeren Zahl der Faltungen der Bögen begründet. GOOGLE-books ist eine große Hilfe, aber wieder eine Endtäuschung, wenn man dann sieht, dass die Tafeln gefaltet und nicht ausgeklappt gescannt wurden! Solche einfchen scans werden dann im Internet als paperbacks und print on demand in schlechter bis sehr schlechter Qualität angeboten. Man erkennt diese an den kryptisch merkwürdigen bis sinnentstellenden und dann teils völlig unverständlichen Titelangaben, weil die Programme die in Fraktur gesetzten, unterschiedlich großen Buchstaben der Titelseiten nicht "lesen" können. 
Der Auslöser für die erneute Beschäftigung war die 200. Wiederkehr des Todes im Jahr 2016. Hier sprach ich kurz vor dem Geschichtsverein in Biebergemünd über Franz Ludwig und veröffentlichte anschließend eine kleine Biographie in dem NOBLE-Magazin (LORENZ 2017). Ich besuchte dann auch alle Orte, an denen CANCRIN baulich wirkte und musste feststellen, dass das Wissen darum sehr dürftig war, z. Bad Nauheim oder Bad König. Dabei verfestigte sich der Wunsch, dass es doch sinnvoll wäre, zeitnah eine Biographie zu veröffentlichen, damit das in vielen Jahren zusammen getragene Wissen in einer Kombination aus Bergbau, Mineralogie, Technikverständnis und Lokalhistorie nicht eines Tages spurlos verloren ist. Im Geburtsort Breidenbach traf ich Norbert NOSSEK, der die Daten aus dem Kirchenbuch und die Daten zum Vater beitrug. Und in Peter NICKEL vom Geschichtsverein Biebergemünd habe ich einen Freund, der die Daten der Kindheit aus Bieber wie Wohnhaus, Schule und Kornspeicher erfoschte.
Im November 2017 war es so weit, aber mir fehlte der russische Teil, denn alle (Kurz-)Biographen schrieben im Prinzip das mehr ober minder Gleiche - aber mit großen Unterschieden, denn selbst das Sterbejahr und der Ort waren nicht einheitlich. Keiner der Autoren war in Russland und hat selbst nachgesehen. Ohne Russischkenntnisse ist eine Recherche über das Internet in Russland nicht sinnvoll und auch das Suchen über einen kundigen Menschen und nebendran sitzen erwies sich als nicht zielführend, weil ungemein langsam. Die russischen Übersetzung der Berg- und Salzwerkskunde sind zwar in den online-Katalogen zu finden, aber es ließ sich nicht erkennen, warum es so wenige Bände waren. Die Lösung bestand darin, dass der Erfasser in Russland einfach den ersten Titel abschrieb und die Seitenzahl am Ende des Buches. Dass mehrere Bücher in einem Band zusammen gebunden waren, konnte er damit nicht erkennen. So fotografierte ich dann in Russland alle Titel ab und verfasste ein eigenes, geprüftes Verzeichnis.
So fragte ich meine Frau Helga, ob wir 2018 nicht einfach mal selbst nach Russland fahren können. In der Folge fragte ich bei meiner Freundin Ludmila in Moskau an, ob sie Lust hat, uns auf einer Reise auf den Spuren der CANCRIN´s zu begleiten. Leichtfertig sagte die ja und so planten wir eine Reise nach St. Petersburg, Novgorod und Staraja Russa. Und sie organisierte die Zugänge zu den Institutionen, Museen und Bibliotheken. So flogen wir Anfang April 2018 nach St. Petersburg und reisten auf den Spuren der Cancrins durch Russland. Und wir erfuhren, dass Cancrin bzw. Kankrin in Russland sehr bekannt ist und dass man umgekehrt das gleiche Problem mit der Sprache (und den Kosten) für eine Reise nach Deutschland hat.
Nach der Rückkehr schrieb ich zunächst das Tunnelbuch fertig und vollendete dann die Biographie, die bis Ende Oktober 2018 fertig sein musste, so dass Ludmila die Dankeschön-Exemplare mit nach Russland nehmen konnte; das ist auch der Grund für das in Russisch verfasste Grußwort für die russischen Leser.
Jetzt warten wir auf die Rückmeldungen.

Im Mai 2019 wird es im neuen Museum in Biebergemünd Bieber eine Ausstellung zu den CANCRIN´s geben, die vom Geschichtsverein Biebergemünd zusammen gestellt wird.






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