Es wurden bis heute mehrere Rhyolith-Vorkommen neben dem Vorkommen an der Hartkoppe bekannt (früher Quarzporhyr-Vorkommen) aufgefunden:
Das hier behandelte Rhyolith-Vorkommen befindet sich an einer herzynisch
(SO-NW) streichenden Störung.
Seine Schlotnatur und Meilerstellung konnte durch Kluftmessungen (welche nicht
mehr greifbar sind - siehe unten) an der 1. Sohle nachgewiesen werden. Mit
fortschreitendem Abbau der 2. und 3. Sohle, wurde die Meilerstellung der
Säulen sehr gut sichtbar.
Befand sich hier im heutigen Sailauf ein Vulkan?
Die einfach klingende Frage kann nicht sicher mit ja oder
nein beantwortet werden. Als Vulkane bezeichnet man Orte auf der Erde, an
der flüssige, feste oder gasförmige Stoffe heiß die Erdorberfläche
erreichen. Es muss also nicht immer so aussehen wie der Ätna oder der
Vesuv, sondern auch Maare (wie in der Eifel) sind Vulkane.
Da bis heute keine Schlotbrekzie oder Sediment-Xenolithe festgestellt werden konnten, ist davon
auszugehen, dass keine Überdeckung oder Durchschlag von Sedimenten vorlag.
Möglich ist aber auch, dass die jetzige Schlotfüllung bis auf eine
so große Teufe abgetragen wurde, dass keine solchen Belege mehr gefunden
werden können. Damit ist also nicht mehr nachzuweisen, ob der Rhyolith
die frühere Erdoberfläche erreichte und somit ein Vulkan war oder
ob es sich bei dem Vorkommen um einen im Gestein stecken gebliebenen Gang
oder kleinen Lakkolithen handelt.
Da die Schmelze sicher kein offenes Loch in der Erde vorfand,
muss der heute durch den Rhyolith eingenommene Raum erst ausgeräumt werden.
Dies kann eine zähe Schmelze erreichen, die bei dem Hochsteigen an der
Wandung ständig den Felsen mechanisch wie thermisch löst, in die
Schmelze einschließt und mit dieser fördert. So wird mit zunehmender
Fördermenge der Aufstiegskanal größer. Infolge der geringen
Masse an Gneis-Xenolithen im Rhyolith von der Hartkoppe ist davon auszugehen,
dass der größte Teil der geförderten Massen erodiert wurden
und damit die frühere Oberflächer erreichte. Damit wäre die
Bedingung für einen Vulkan gegeben. Sicher nachweisen lässt sich
dies leider nicht.
Infolge der unterschiedlichen Gesteine ist mindestens von
2 Schmelzschüben oder von 2 unterschiedlichen Schmelzen auszugehen. Dies
können zeitlich nicht so eingeordnet werden, so dass man wüsste
vielviel Zeit dazwischen lag.
Rhyolithische Magmen haben bedingt durch den hohen SiO2-Gehalt sehr hohe Viskositäten (>106 größer als Wasser - so etwa wie "Zahnpaste") und neigen deshalb zur Bildung von Staukuppen und/oder zur Bildung kurzer, aber sehr mächtiger Lavaströme. Ausbrüche - insbesondere der entweichenden Gasmassen - sind in der Regel sehr explosiv und damit auch für Menschen sehr gefährlich. Auch bilden sich häufig Glutwolken und als Ablagerung davon Ignimbrite; sie sind oft nur schwer als solche erkennbar, da sie auch nach der Ablagerung noch fließen können und dann gewöhnlichen Lavaströmen ähneln. Hier in Sailauf sind sicher mehrere Schmelzschübe nachweisbar und im Gefüge unterscheidbar.
Grenze zwischen zwei verschiedenen Schmelzen in der Bildmitte
Im Zuge der Arvernensisdonau fließt der Klingenberger Strom - ein
Vorläufer des heutigen Maines von der Wetterau über Aschaffenburg
- Miltenberg zur Donau hin. Sedimente in einem Tal zwischen Schippach und
Mechenhardt belegen dies durch ca. 1% Anteil von Rhyolith aus Sailauf. Durch
den Rhyolith wird die Flussrichtung eindeutig belegt. Zu diesem Zeitpunkt
(Ältest-Pleistozän) stand noch im Spessart über dem Buntsandstein
der Muschelkalk an.