von Joachim Lorenz, Karlstein a. Main
Staurolith-Kristall (Durchkreuzungszwilling) im Glimmerschiefer,
Bildbreite 1 cm.
Lage
Es handelt sich um einen kleinen bewaldeten Rücken, der neben einem
alten, kleinen Steinbruch auch noch Felsen zeigt.
Geologie
Am Rande des kristallinen Grundgebireges des Spessarts steht hier ein
Staurolith-Gneis umittelbar an den Sedimenten des Maines an. Nicht weit
davon verläuft die Spessart-Randverwerfung. Während der letzten
Kaltzeit floss der Main unmittelbar an den Felsen vorbei.
In dem kleinen Steinbruch und die oberhalb anstehenden Felsen ("Kettelerfelsen",
aber stark verwachsen) besteht aus einem kaum geklüfteten Gneis, der
sehr reich an den braunen, bis zu cm-großen, idiomorphen Staurolith-Kristallen
ist. Diese sind meist von den Glimmern umschmiegt und lösen sich deshalb
nur bedingt aus dem Gestein. Da oft auch im Innern der Staurolith-Kristalle
die anderen Gesteinsmineralien eingewachsen sind, brechen sie leicht oder
weisen keine glatten Kristallflächen auf.
Stück Gneis (angeschliffen und poliert)
mit den im Bruch kaum sichtbaren Feldspat-Körnern
(Bildbreite ca. 15 cm)
Im Gegensatz dazu finden sich auch kleine, dünne, schwarze Turmalin-Säulchen mit Endflächen, die jedoch nicht von Glimmer umschmiegt werden und leicht herauspräparierbar sind.
Historie
Der sehr kleine Steinbruch am Hang mit den wenign Felsen ist sicher länger
als 30 Jahre nicht mehr genutzt worden. Beim Bau des Schützenhauses
und der Straße konnten von lokalen Sammlern gute Funde gemacht werden.
Die letzen feststellbaren "Abbau"-Tätigkeiten erfolgten wohl anlässlich
der Jahrestagung der Oberrheinischen Geologischen Gesellschaft 1967 in
Aschaffenburg, als das 547 Engineer-Corps dankenswerterweise für "frisches
Gestein" gesorgt hat! Die Genehmigung für die Aktivitäten wurde
nach BACKHAUS von der Gemeinde "Mainaschaff" (?) gegeben.
Der markante Felsen der sich wenig südlich und oberhalb des Parkplatzes
des Schützehauses befindet wurde als Naturdenkmal vom Bewuchs freigelegt
und geschützt:
Es findet sich jedoch genügend Gestein in der Umgebung, welches nach den Staurolith-Kristallen durchsucht werden kann.
Mineralien
Das Gestein führt folgende Mineralien, aber in stark wechselnden
Anteilen:
Stück Gneis mit sehr zahlreichen, braunen, stumpfen,
Staurolith-Kristallen (Bildbreite ca. 13 cm)
* Der beste mir bekannte Fund machte Herr Dr. AICHERT, Hanau, um 1974.
Literatur
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Wetterau, in der Hanau-Seligenstädter Senke und dem Sprendlinger Horst
vom 28. März bis 1. April 1967.- Jber. u. Mitt. oberrh. geol. Ver. N.
F. 49, S. 23 - 33, Stuttgart.
LORENZ, J. mit Beiträgen von M. OKRUSCH, G. GEYER, J. JUNG,
G. HIMMELSBACH & C. DIETL (2010): Spessartsteine.
Spessartin, Spessartit und Buntsandstein – eine umfassende Geologie
und Mineralogie des Spessarts. Geographische, geologische, petrographische,
mineralogische und bergbaukundliche Einsichten in ein deutsches
Mittelgebirge.- s. S. 470ff.
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der Metamorphose der Paragneise im mitteleren kristallinen Vorspessart unter
Berücksichtigung der Staurolith-Genese.- Fortschr. Mineral. 32,
S. 47 - 51, Berlin.
MATTHES, S. (1963): Exkursion in das Kristallin des Spessarts am 17. September
1962.- Fortschr. Miner. 41, S. 37f, Stuttgart.
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Führer Band 44, S. 85 - 89, Berlin.
MATTHES, S. (1978): Der kristalline Spessart (Exkursion C am 31. März
1978).- Jber. Mitt. oberrhein. geol. Ver., N. F. 60, S. 48, Stuttgart.
NEUBAUER, D. & REISS, W. (1967): Mineralien aus dem Spessart.- Der
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OKRUSCH, M., GEYER, G. & LORENZ, J. (2011): Spessart.
Geologische Entwicklung und Struktur, Gesteine und Minerale.- 2. Aufl.,
Sammlung Geologischer Führer Band 106, VIII, 368 Seiten, 103
größtenteils farbige Abbildungen, 2 farbige geologische Karten
(43 x 30 cm) [Gebrüder Borntraeger] Stuttgart.
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zur Geologischen Karte von Bayern 1:25000 Blatt 5920 Alzenau i. Ufr.- S.
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256 S., Würzburg.
WEINER, K. L. & HOCHLEITNER, R. (1985): Steckbrief: Staurolith.- Lapis
10, Heft 2 Februar 1985, S. 8 - 11, München.
Zusatz
Neben dem Parkplatz am Schützenhaus liegen mind. 2 unscheinbare Felsen
aus einem hellbraunen Quarzit, bei dem es sich um die verkieselten Zechstein-Dolomite
handelt, die ca. 1 km weiter westlich an der Spessart-Randverwerfung anstehen;
sie wirden bei/nach Bauarbeiten hierher geschafft.
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