Mineralogisch-geologische-(bergbaukundliche) Exkursionen durch den Spessart

von Joachim Lorenz, Karlstein a. Main
 

Tag des Geotops in Sailauf
Zum bundesweiten Tag des Geotops am 20.09.2009 kamen 22 Teilnehmer zum Steinbruch in Hartkoppe nach
Sailauf und hörten woher der Rhyolith des Steinbruches kommt und konnten die Besonderheiten sogar in kleinen
Proben mit nach Hause nehmen, denn es gab zum Abschluss Ganginhalte zum Aussuchen.


 

Tag des Geotops in Bieber  
Schweißtreibender Rundgang der Hälfte des Kulturrundweges "Bieberer Acht" bei Bieber(gemünd) der VHS-Mömbris in Zusammenarbeit
mit dem Geschichtsverein Biebergemünd zum bundesweiten Tag des Geotops am 20.09.2009 unter der Führung von Joachim Lorenz.
Die anfangs 38 Teilnehmer/innen begannen (wieder mit einem großen Hund) am Heimatmuseum und stehen hier auf der Halde des 1. Lochborner Kobalsschachtes.
Im Rahmen des Rundganges wurde erklärt, wie das Eisen, Kupfer, Silber und Kobalt dorthin kam.


Nach all dem was Sie gesehen und gelesen haben, möchten Sie in den Spessart kommen?

Ich biete Ihnen Ganz- oder Halbtages-Exkursionen für Gruppen* nach Ihren Wünschen zu mineralogisch oder geologisch interessanten Aufschlüssen des Spessarts an:
 


Terminkalender 2009:


Terminkalender 2010:



Wichtige Hinweise:

An Werktagen sind die noch in Betrtieb befindlichen Steinbrüche nicht zu besuchen. Neben dem Verkehr Lärm und Staub ist dann an der Abbaustelle auch keine Möglichkeit gegeben zu suchen. So bleiben dafür nur Feiertage, Samstag oder/und Sonntag.

Wenn ich Sie führe, besorge ich die notwendigen Genehmigungen, so dass keinerlei diesbezüglichen Probleme auftreten. Sie besuchen die Aufschlüsse auf eigene Gefahr und Risiko: Schutzhelm und festes Schuhwerk ist innerhalb der Steinbrüche zu tragen.

Achtung: Teilnehmer ohne Helm können an der Exkursion nicht teilnehmen, weil es diese dann erfahrungsgemäß doch wie die anderen an gefährlichen Stellen „hinzieht“!

Festes, mind. knöchelhohes Schuhwerk ist immer zu tragen um "Umknickunfällen" vorzubeugen. Meine Anweisungen zum Verhalten innerhalb der Aufschlüsse sind zu befolgen.

Bei oder unmittelbar nach Regenwetter wie auch bei einsetzendem Tauwetter ist das Arbeiten oder Suchen unterhalb der bis zu 30 m hohen Wände nicht möglich, weil die Gefahr des Herabfallens von Steinen je nach Lokalität sehr groß ist!

Um einigermaßen vernünftige Möglichkeiten des Abbaues nutzen zu können, ist ein Vorschlaghammer unbedingt anzuraten. Ebenso wichtig ist eine Lupe, da die meisten Mineralien nur in kleinen Kristallen vorkommen. Eine tragbare UV-Leuchte mit einer Decke ist ebenso dann wichtig, wenn man z. B. nach Powellit oder/und Uranglimmern suchen will. Zur leichteren Suche nach Uranmineralien ist ein Strahlenmessgerät („Geigerzähler“) sehr hilfreich.
Logischerweise sind die angegeben Mineralien nur dann zu finden, wenn auch an den entsprechenden Stellen Haufwerke vorhanden sind. Im Anstehenden sind in der Regel (in Sailauf und Dörrmorsbach ist aufgrund der Härte des Gesteins von Hand kein Abbau möglich) keine Funde möglich.

Ein sonniges und nicht zu warmes Wetter wäre wünschenswert. Insbesondere sind die bemerkenswerten Mineralien in Sailauf bei Regen kaum ansprechbar. Sollte es die letzten Tage vorher geregnet haben, so sind knöchelhohe Schuhe oder besser Gummistiefel anzuraten, da die Steinbrüche recht schlammig sind und nur schwer trocknen. Die Anmarschwege von den Parkmöglichkeiten bis zu den Fundstellen betragen bis zu 500 m und bis zu 70 Höhenmeter. Infolge des allgegenwärtigen, tonigen Hämatitpigmentes ist mit einer starken Verschmutzung der Kleidung zu rechnen. Ebenfalls stark abfärbend und kaum wieder entfernbar sind die Manganomelane aus Sailauf und von anderen Fundstellen.

Im Gegensatz zu den Basalten lassen sich Stücke aus dem Spessart kaum mit einer Quetsche formatieren. Es hat sich auch bewährt, lieber etwas größere Stücke und eine größere Mengen an Proben mitzunehmen und sie am Mikroskop auszusortieren. Für entsprechende Transportmöglichkeiten (Rucksack, Eimer, Karren o. ä.) ist zu sorgen.

Als Stärkung schlage ich eine Rucksackverpflegung vor, da sie kurzfristig und nach den Fundmöglichkeiten eingenommen werden kann. Ein Gasthausbesuch dauert erfahrungsgemäß trotz Voranmeldung bei ca. 10 Personen mindestens ca. 1,5 h.
Wird am Ende der Exkursion die Einkehr in ein Gasthaus gewünscht, so bitte ich um vorherige Ankündigung, damit ein Tisch reserviert werden kann (ist sicher notwendig, da es mir passiert ist, dass genau am diesem Tag wegen einer Familienfeier geschlossen war!). Bei der von mir vorgenommen Auswahl muss auch berücksichtigt werden, dass die Wirte dann die sicher nicht vornehme Kleidung und ein möglicherweise etwas verschwitzes Äußeres akzeptieren. Dies schließt die weiter bekannten und  „gehobenen Speisetempel“ aus.
 

Es sollten wenn möglich Fahrgemeinschaften gebildet werden. Die Exkursion mit mehr als 10 PKW in einer Kolonne gestaltet sich erfahrungsgemäß als etwas problematisch, weil durch Ampeln und Kreuzungen lange Verzögerungen auftreten und immer wieder gewartet werden muss bis alle die „Hindernisse“ überwunden haben. Auch müssen die  Fahrzeuge soviel Treibstoff mitführen, so dass niemand während der Exkursion tanken muss!
Auch ist es sinnvoll einen Ersatzschlüssel für das Auto mitzuhaben, denn an Feiertagen kann auch Erfahrung kein Ersatzschlüssel aufgetrieben werden.

Bei der Reihenfolge der Aufschlüsse ist der nicht die geologisch sinnvollste Reihenfolge gewählt worden, da sonst unnötige Wegstrecken zurückgelegt werden müssten.

Bei eigenen, späteren Besuchen ist die Genehmigung zum Betreten der Aufschlüsse über den jeweiligen Eigentümer selbst einzuholen.

(vielleicht werden Sie sich fragen, was diese Hinweise sollen? Aber alles was da steht war bei den zahlreichen Führungen in der Vergangenheit schon ein Problem!)

Wird bei der Exkursion ein außergewöhnlicher oder wirklich bedeutender Fund gemacht, so kann es notwendig sein, diese dann zur Sicherung des Fundes abzubrechen. Solche Funde haben Vorrang vor den Besuchen anderer Fundstellen.
 
 

weitere Literaturhinweise (zur Einstimmung in das Thema):

GEYER, G. (2002): Geologie von Unterfranken und angrenzenden Regionen.- Fränkische Landschaft Arbeiten zur Geolgraphie von Franken Band 2, 588 S., 234 Abb., 5 Tab., 1 Geologische Karte lose im Anhang, [Klett-Perthes] Gotha. (mit einer deutlichen Betonung der Sedimente und völlig ohne eine Mineralogie des Gebietes!)

MATTHES, S. & OKRUSCH, M. (1965): Spessart.- Sammlung Geologischer Führer, Band 44, 220 S., [Borntraeger] Berlin. (inzwischen vergriffen - wird 2010 mit einer Neuauflage erscheinen!)

SCHEINPFLUG, R. (1992): Main-Spessart-Geologie.- Publikation der mineralogisch-paläontologischen Privatsammlung Scheinpflug, 244 S., 1. Auflage, [Eigenverlag] Lohr. (Neu und mit Schwerpunkt auf Fossilien)

MURAWSKI, H. (1992): "Nur ein Stein" Geologie des Spessarts.- 308 S., Museen der Stadt Aschaffenburg. (Neu, aber aufgrund der zit. Literatur auch älter und für Laien nicht leicht verständlich; erhältlich im Naturwissenschaftlichen Museum der Stadt Aschaffenburg)

RUTTE, E. (1981): Bayerns Erdgeschichte. Der geologische Führer durch Bayern.- 1. Aufl., 266 S., München. (Für weitere Gebiete wie ganz Bayern, Spessart nur am Rand)

HENNINGSEN, D. & KATZUNG, G. (2002): Einführung in die Geologie der Bundesrepublik Deutschland.- 6. Aufl., 214 S., Stuttgart. (Für die gesamte BRD, aber gut! ca. 18 €)

STEINER, W. (1993): EUROPA IN DER URZEIT Die erdgeschichtliche Entwicklung unseres Kontinents von der Urzeit bis heute.- 192 S., Mosaik Verlag München (behandelt entgegen dem Titel nur Mitteleuropa mit deutschem Schwerpunkt!).

PROBST, E. (1986): Deutschland in der Urzeit Von der Entstehung des Lebens bis zum Ende der Eiszeit.- 479 S., C. Bertelsmann Verlag München (Sehr umfangreiches und ausführliches Werk).
 
 
 

 * auf Wunsch auch für Jugendliche mit einer ausreichenden Anzahl von Betreuern


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