Der Gotthardsberg vom Amorbach aus gesehen, aufgenommen am 22.10.2001. So sahen die Teilnehmer der Tagung den Berg aus dem Tagungsraum des Pfarrsaals der katholischen Gemeinde St. Gangolf in Amorbach. Übringens besteht das Pflaster um die Kirche in Amorbach aus Buntsandstein, an vielen Stellen ergänzt durch ein kleinstückiges Porphyr-Plaster aus Italien! |
Ausschnitt aus dem Bild links, die Kirche auf dem Gotthardsberg, aufgenommen am 22.10.2011 |
Herr Kuhn beim Festvortrag in Weilbach (infolge der schwachen Beleuchtung links schwer erkennbar) |
Der Rathaussaal in Weilbach mit den ca. 30 Zuhörern und ~innen der Tagung am 21.10.2011, die Qualität der Redebeiträge hätte mehr Besucher verdient! |
Die ca. 60 Zuhörer der Tagung am Nachmittag lauschen den Ausführungen von Harald Rosmanitz zur den Ergebnissen der Ausgrabung am Gotthardsberg |
Frau Orly Senior-Niv aus Israel beantwort unter der Moderation von Dr. Gerhard Ermischer Fragen der Teilnehmer in englischer Sprache. Sie war extra aus Israel angereist, nachdem Sie über das Internet von der Tagung erfahren hatte! |
Da Vilma Ruppinie von der Universität Würzburg nicht kommen konnte, spricht Prof. Dr. Martin Okrusch über die Ergebnisse der Dissertation zu den fremden Gesteinen. die bei den Ausgrabungen der Colonia Ulpia Traiana (CUT) in Xanten gefunden wurden. |
Helga Lorenz trug auf der Tagung erstmals einen Anhänger aus einem in 750er Gold gefasstes Blättchen des lakonischen Porphyrs (Bildbreite 9 cm) mit einer ausgeprägten Zeichnung und dessen Wiederholung am Rand in Gold. Das außergewöhnliche und sehr dekorative Schmuckstück wurde von Theresia Konrad aus Aschaffenburg angefertigt (Schmuckatelier Theresia Konrad, Im Hofgut Schweinheim, Unterhainstr. 50, 63743 Aschffenburg, Internet: www.theresia-konrad.de, Tel. 0 176 / 70 06 95 64). |
Links:
Eine Bruchfläche des faszinierenden Gesteins
Porfido verde antico mit dem porphyrischen Gefüge
und einer andesitischen Zusammensetzung. Gefunden 1973 am Denkmal
zur Schlacht an den Thermophylen von Prof. Dr. Martin Okrusch, Universität
Würzburg (heute in der Belegsammlung des Instituts für
Geodynamik und Geomaterialforschung), Bildbreite 7 cm.
Rechts:
Zonierter Feldspat-Kristall in einer geschliffenen
Fläche des gleichen Stückes, Bildbreite 3 cm.
Das auch als "Labradorit-Porphyrit" beschriebene,
andesitische Gestein von der Fundstelle "Maratonisi", Peleponnes
Halbinsel, Griechenland, Sammlung Martin SCHUSTER, Schöllkrippen,
Bildbreite 9 cm. Hier ist die Grundmasse dunkelbraun und die alterierten
Feldspat-Kristalle grünlich.
Zur Sicherung des Befundes fuhren wir im heißen Juli 2011
nach Griechenland, suchten das Vorkommen und nahmen Proben am originalen
Fundort:
Die Stadt Krokees (früher Krokee) südlich von Sparti auf dem Peleponnes, in dessen Nähe sich die Fundstellen befinden, aufgenommen am 14.07.2011 |
Denkmal aus weißem Marmor auf dem zentralen Platz in Krokees in Griechenland. Im Sockel sind Bruchstücke des Porphyrs eingemauert, aufgenommen am 14.07.2011. Vor Ort ist über das markante Gestein kaum etwas bekannt. |
Der Porphyr in plattiger Absonderung als Fundstücke (Lesestein) aus einem Olivenhain bei Krokees in Griechenland, Bildbreite 20 cm |
Die Fundstelle an einer Straßenböschung bei Krokees in Lakonien in Griechenland mit Geologenhammer als Maßstab. Das sind unvergessliche Momente, nach einer langen Fahrt von 2.200 km und 35 °C im Schatten - und auch Stechmücken. Die in der Sonne liegenden Steine waren so heiß, dass man diese mit der bloßen Hand nicht angreifen konnte! Aufgenommen am 14.07.2011. |
Bruchrauhe Fläche des Porfido verde antico aus der Gegend von Krokees in Griechenland, Bildbreite 20 cm |
Anstehender Fels - leider tiefgründig verwittert - des andesitischen Porphyrs bei Krokees in Griechenland, aufgenommen am 15.07.2011. |
frische Bruchfläche des ornamenatalen Gesteins, welcher auch als "Krokeischer Stein" bekannt ist, Bildbreite 6 cm |
Im berümten Mykene auf dem Peleponnes in Griechenland wurde das Gestein bereits um 1.250 v. Chr. zur Herstellung von Kunstgewerblichen Gegenständen verarbeitet, wie man im örtlichen Museum sehen kann. Aufgenommen am 14.07.2011 |
das geschliffen und polierte Gestein zeigt sehr schön die teils kreuzförmig verwachsenen Feldspäte, aber auch Risse und ehemalige Gasblasen, die mit weißem Quarz gefüllt sind, Bildbreite 10 cm |
das Schliffbild offenbart 3 Arten von Rissen: der helle links ist rezent, der im unteren Viertel parallel zur Bildkante ist mit Quarz verheilt und der diagonal in der rechten Hälfte weist eine Vergrünung auf, Bildbreite 8 cm |
Der nicht grüne Porphyr unter dem Mikroskop: Ein Teil der Feldspäte sind noch als Plagioklase erkennbar. Bild eines Dünnschliff SE1 mit einer Bildbreite von 5 mm im polarisiertem Licht bei gekreuzten Polarisatoren |
Der grüne Porphyr: In der Grundmasse finden sich zahllose Körnchen aus schwarzem Magnetit. Die Feldspäte sind teils gänzlich verändert und im Randbereich mit einem Reaktionssaum (hier hell) umgeben. Bild eines Dünnschliff (SE2) bei 5 mm Bildbreite und linear polarisiertem Licht. |
Unterschiedlich alterierter grüner Porphyr, angeschliffen und poliertes Handstück, Bildbreite 17 cm. |
Ausschnitt aus dem Stück links mit den stark veränderten Plagioklas-Kristallen, Bildbreite 3 cm. Anmerkung: Die Bilder der Nahaufnahmen scheinen unscharf, aber das liegt an den Feldspäten, die nicht ganz scharf gegen das Gestein abgegrenzt sind (Reaktionssaum), so dass eine "Unschärfe" entsteht. |
Weitere Ergebnisse und der Exkursionsbericht wird dann im Tagungungsband im Herbst 2012 veröffentlicht.
| Hauptbestandteile in Gew.-% |
"Porphyr" von Molai Probe M819, ohne nähere Beschreibung (nach PE-PIPER & PIPER 2002) |
| SiO2 |
47,21 |
| TiO2 |
1,18 |
| Al2O3 |
16,87 |
| Fe2O3 |
3,51 |
| FeO |
3,8 |
| MnO |
0,12 |
| MgO |
7,6 |
| CaO |
8,84 |
| Na2O |
3,77 |
| K2O |
0,25 |
| P2O5 |
0,2 |
| SO3 |
n. b. |
| LOI |
2,31 |
| Summe: |
99,48 |
| Spurenelemnte in ppm |
|
| Ba |
112 |
| Ce |
25 |
| Co |
42 |
| Cr |
528 |
| Cu |
42 |
| Eu |
1,28 |
| Ga |
20 |
| Hf |
2,05 |
| La |
10,7 |
| Lu |
0,34 |
| Nb |
5 |
| Nd |
14,7 |
| Ni |
99 |
| Rb |
<5 |
| Sc |
36 |
| Sm |
3,8 |
| Sr |
351 |
| Ta |
0,09 |
| Tb |
0,68 |
| Th |
2,3 |
| U |
1,76 |
| V |
370 |
| Y |
18 |
| Yb |
1,85 |
| Zn |
64 |
| Zr |
94 |
Literatur:
FEES, I. [Hrsg.] 2005: Die Höfe - dein Denkmal. Zur karolingischen
Burg und salischen Königspfalz bei Dreihausen.- 118 S.,
zahlreiche SW-Abb., Zeichungen, Arbeitskreis Dorfgeschichte
Dreihausen, [Druckhaus Marburg] Marburg.
HUCKENRIEDE, R. & DÜRR, S. (1975):
Geologische und Kulturgeschichtliches zu einigen verschleppten
Gesteinen in Hessens Boden (Devon-Kalke, Muschelkalk, Lakonischer
Porfido verde antico).- Geologica et Palaeontologica 9,
S. 125 - 139, 1 Tafel, Fachbereich Geowissenschaften der Philipps-Universität
[N. G. Elwert Verlag] Marburg.
JACOBSHAGEN, V. [Hrsg.] (1986): Geologie
von Griechenland.- Beiträge zur Regionalen Geologie der
Erde Band 19, 363 S., 112 Abb (davon 2 mehrfach gefaltet
in Umschlagtasche), [Verlag Gebrüder Borntraeger] Berlin –
Stuttgart.
KLEMM, R. & KLEMM, D. D. (1993): Steine
und Steinbrüche im alten Ägypten. 465 S., 484 Abb.,
16 Farbtafeln mit 96 Einzeldarstellungen, [Springer-Verlag]
Berlin.
LEGNER, A. [Hrsg.] (1975): Monumente Annonis.
Köln und Siegburg. Welt und Kunst im hohen Mittelalter.
Eine Ausstellung des Schnütgen-Museums der Stadt Köln
in der Cäcilienkirche vom 30. April bis 27. Juli 1975.-
248 S., 12 Seiten Farbabbildungen im Anhang, zahlreiche SW-Abb.,
[Greven & Bechtold] Köln.
LORENZ, J. A., OKRUSCH, M., REICHERT, C. &
ROSMANITZ, H. (2011): "Porfido verde antico" im Odenwald. Der
Tragaltar vom Gotthardsberg.- Beiträge zur Archäologie
in Unterfranken 7/2011, S. 175 - 194, 11 Abb., 4 Tafeln (davon
1 in Farbe auf S. 171), Hrsg. vom Bayerischen Landesamt für
Denkmalpflege [Verlag Dr. Faustus] Büchenbach.
MEHLING, G. [Hrsg.] (1993): Naturstein-Lexikon
für Handwerk und Industrie.- 4. Aufl., 668 S., 16 Farbtafeln,
zahlreiche Abb. im Text, [Verlag Georg D. W. Callwey] München.
MURAWSKI, H. (1992): Geologisches Wörterbuch.-
9. Aufl., 254 S., 82 Abb., 7 Tab., [Ferdinand Enke Verlag]
Stuttgart.
OKRUSCH, M. & MATTHES, S. (2009): Mineralogie.
Eine Einführung in die spezielle Mineralogie, Petrologie
und Lagerstättenkunde.- 8. vollständig überarbeitete
und erweiterte Aufl., 658 S., 438 Abb., davon 133 in Farbe),
zahlreiche Tab., [Springer Verlag] Berlin.
PE-PIPER, G. & PIPER, D. J. W. (2002): The
ingneous rocks of Greece. The anatomy of an orogen.- Beiträge
zur regionalen Geologie der Erde Band 30, 288 figs., 11 tab.,
[Gebrüder Borntraeger] Berlin- Stuttgart.
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