Mineralien
 
 

Teilpsudomorphose von Malachit nach Azurit
Aus dem Steinbruch in Altenmittlau stammen sicher die schönsten
Azurit-Kristalle in Deutschland: Hier ein ca. 2 cm großes Aggregat
aus blauem Azurit, partiell in grünem Malachit umgewandelt
(Pseudomorphose). Das Kristallaggregat hing an der Decke einer
flachen Druse!



Anglesit   Pb[SO]4
Das Sulfat soll in kleinen Kristallen neben Galenit gefunden worden sein (BOSSE & BLEUEL 1988). Das Mineral wird von SCHMITT (1991) als fraglich bewertet. Infolge des hohen Carbonatdargebotes erscheint es auch sehr unwahrscheinlich, dass hier ein Sulfat gebildet wurde..
 

Ankerit   Ca(Fe2+,Mg,Mn)[CO3]2
Die Mehrzahl der Drusen innerhalb des Dolomits ist mit einem Mischkristall der Carbonat-Reihe ausgekleidet. Die Mehrzahl der dunklen, oft angewitterten, spaltrhomboedrischen Kristalle erreicht kaum 3 mm an Größe.
 

Aragonit   Ca[CO3]
Als rezente, tropfsteinartigen Bildungen innerhalb des Dolomits aus den oberen Teilen konnte Aragonit nachgewiesen werden.
Auch 3 mm große Kristalle konnten von BOSSE & BLEUEL (1988) nachgewiesen werden.
 

Azurit   Cu3[OH/CO3]2
nadelige Azurit-Kristalle
Nadelige Azurit-Kristalle auf Dolomit (Bildbreite ca. 2 cm; gefunden 1974)

Das auffallenste und berühmteste Mineral kommt hier innerhalb von Klüften als dünner kristalliner wie auch erdiger Beläge vor. In Drusen können einzelne Kristalle bis zu 1 cm Größe, kugelige Aggregate aus einzelnen Kristallen auch 4 cm Größe erreichen. Aggregate aus oft wirr angeordneten Kristallen erreichen bis zu 2,5 cm.

kugeliger AzuritAzurit-KristalleAzurit-Kruste

Die Farbe der kleinen Kristalle ist oft hellblau, größere Kristalle sind meist viel dunkler und können bei kugeligen Aggregaten auch fast schwarz erscheinen. Der Azurit wird oft von weiteren Mineralien wie Konichalcit begleitet. Pseudomorphosen durch Malachit sind stellenweise verbreitet.
 

Baryt   Ba[SO4]
Das sonst sehr verbreitete Mineral im Spessart ist hier sehr selten. Wie jedoch die Spuren in den Drusen zeigen, war es einst in vielen Drusen als dünne Tafeln vorhanden. In wenigen Fällen konnte weißer Baryt als Relikte gefunden werden.
 

Calcit   Ca[CO3]
Farblose, skalenoedrische und glänzende Calcit-Kristalle sind sehr selten in den tiefen Dolomiten. Undeutliche spaltrhomboederförmige Calcit-Kristalle finden sich stellenweise reichlich als Auskleidung der Drusen in den höheren Dolomit-Schichten. Die Kristalle können angelöst und nicht glänzend 1,5 cm erreichen. Drusen wurden in einer Größe bis zu 25 cm gefunden. Der Boden der Drusen ist deutlich anders und immer dunkler ausgebildet.
 

Cerrusit   Pb[CO3]
Farbloser Cerrusit findet sich weit verbreitet in der Nähe von Galenit als bis zu 5 m große Kristalle. Zahlreiche Pseudomorphosen von Cerrusit nach Galenit wurden in den Drusen gefunden. Zwillinge und sehr selten auch Drillinge werden beobachtet. Die Kristallformen sind sehr vielfältig.

Cerrusit nach GalenitCerrusit-Kristalle
 

Chalkopyrit   CuFeS2
Verwitterte Kristalle von Chalkopyrit konnten in bis zu 1 cm Größe gefunden werden. Sie enthalten teilweise noch einen unzersetzten Kern.
 

Chrysokoll   (Cu,Al)2H2[(OH)4/Si2O5]·nH2O
Das amorphe Mineral wurde selten als Verwitterungsbildung auf Dolomit gefunden.
 

Cuprit   Cu2O
Kleine Pseudomorphosen von Malachit nach Cuprit konnten in den Dolomit-Drusen beobachtet werden.
Auch frischer Cuprit wurde selten im Dolomit gefunden (BLEUEL 1985).
 

Cuproadamin  (Cu,Zn)2[OH|AsO4]
KOHORST (1999) berichtet über den Nachweis von Cuproadamin aus dem Steinbruch. Die bis zu 1 mm großen, kugeligen Aggregate sitzen neben Tennantit und Malachit in einer Druse im Dolomit. Dabei ließ sich nicht klären, ob wirklich ein Zn-haltiger Cuproadamin oder ein Zn-Olivenit vorliegt, da die Menge des Materials nicht für eine Röntgendiffraktometrie ausreichte.
 

Dolomit   CaMg[CO3]2
Es handelt sich sicher um das häufigste Mineral innerhalb des Bruches. Fast alle Klüfte und Drusen sind damit ausgefüllt. Die Abgrenzung zum Ankerit ist im Handstück problematisch. Die Dolomit-Kristalle sind meist stark glänzend und erreichen bis zu 5 mm Größe. Sie sind selten fast farblos, meist jedoch gelblich bis braun gefärbt. Besonders die größeren Kristalle sind sattelförmig gekrümmt.

Dolomit

Der überaus größte Teil des Dolomit tritt in körniger Form gesteinsbildend auf.
 

Duftit   PbCu2+[OH/AsO4]
Duftit kommt als dünne Krusten auf Dolomit vor. Das grüne Mineral bildet dünne Krusten oder kleine Kristalle die immer in Verbindung mit Manganomelanen vorkommen  (BOSSE & BLEUEL 1988).

Duftit
 

Galenit   PbS
Bis zu 3 cm große, oberflächlich angewitterte Würfel kommen in den Drusen des Dolomits, insbesondere in den dünn gebankten Lagen vor. Die oberflächlich immer in Cerrusit umgewandelten Kristalle zeigen deshalb einen grauen Schimmer. Kombinationen mit dem Oktaeder sind selten. Komplette Pseudomorphosen mit Cerrusit und Mimetesit sind sehr häufig. Auch sitzen an den Stellen, wo sich Galenit-Kristalle fanden, oft ganze Gruppen von Cerrusit.
Galenit zwischen Dolomit
In einer dünnen Kluft wurden die Zwischenräume um die Dolomit-Kristalle mit Galenit gefüllt (Bildbreite ca. 7 cm; Fund von 1974)
 

ged. Kupfer   Cu
Wurden als kleine Bäumchen, teils in Malachit umgewandelt, im Kupferletten gefunden (BLEUEL 1985).
 

Goethit
Erdiger Goethit ist weit verbreitet als pulverige Drusenfüllung wie auch als färbender Bestandteil zahlreicher Drusenuntergründe. Pseudomorphosen nach Chalkopyrit sind selten.
 

Kaolinit   Al4[(OH)8/Si4O10]
Das Mineral wurde in Drusen als erdige Massen gefunden.
 

Konichalcit   CaCu[OH/AsO4]
Das grüne, oft runde Kügelchen bildende Mineral unterscheidet sich vom Malachit durch seinen glasigen Glanz mit glatten Oberflächen. Es ist sicher häufiger als Malachit und wird oft mit ihm verwechselt.

Konichalcit
 

Malachit   Cu2[(OH)2/CO3]
Glaskopfartige Massen von gebändertem Malachit findet sich selten in den Drusen. Die Massen erreichen Größen von bis zu 3 cm. Weiter verbreitet sind sind bis zu 2 cm große Pseudomorphosen von Malachit nach Azurit, besonders an den Decken von Drusen.

Malachit nach AzuritMalachit
 

Manganomelane
Nicht näher bestimmbare Manganomelane überziehen oft die Dolomit-Kristalle als dünner, rissiger und glaskopfartiger Belag.
Verbreitet treten auch auf den Kluftflächen hübsche Dendriten auf. Sie erreichen Größen von bis zu einigen dm². Selten sind sie auch direkt auf den Kristallen zu beobachten.
 

Mennige  Pb22+Pb4+O4
Das Mineral wurde als pulverige Unterlage unter Cerrusit von BOSSE & BLEUEL (1988) beschrieben.
 

Mimetesit   Pb5[Cl/(AsO4)3]
Gelber, stahliger Mimetesit ist verbreitet in den Galenit-führenden Partien. Die schwefelgelben bis bräunlichen, oft durchsichtigen Kristalle und Nadelbüschel erreichen 5 cm, Beläge auch einige cm² an Größe. Pseudomorphosen von Mimetesit nach Galenit sind weit verbreitet; oft weist nur ein rechteckiger oder quadratischer Fleck aus Cerrusit und Mimetesit auf den ehemaligen Galenit hin. Die Mimetesit-Büschel sitzen oft nur lose auf.

Mimetesit
 

"Muskovit"
Das für einen Dolomit als Neubildung sicher bemerkenswerte Mineral wurde von BOSSE & BLEUEL (1988) beschrieben. Dabei handelt es sich sicher um einen Illit wie dies an anderen Fundorten auch als sekundäre Bildung der Fall ist.
 

Olivenit   Cu2[OH/AsO4]
Das ebenfalls grüne Mineral findet sich als grüne Kriställchen mit ausgefaserten Spitzen und Beläge (BOSSE & BLEUEL 1988).
 

Pyromorphit   Pb5[Cl/(PO4)3]
Das Mineral wurde von BOSSE & BLEUEL (1988) beschrieben. Es handelt sich hellgrünlichgelbe Kristalle einschließlich von Mischkristallen zu Mimetesit, die röntgenografisch nachgewiesen wurden.
 

Quarz   SiO2
Kleine, farblose Dihexaeder finden sich reichlich in den schichtgebundenen, schmalen Hohlräumen der dünn gebankten Partien. Die gar nicht so seltenen Kristalle, auf Dolomit aufgewachsen und auch von Eisenoxiden überkrustet erreichen bis zu 5 mm Größe. Sie sind wenn farblos nur schwer zu erkennen und werden deshalb wohl oft übersehen.

Quarz

Jahre zurück liegt ein einmaliger Fund von großen Quarzkristallen aus den oberen Dolomiten. An einem regenreichen Tag war eine unbedarfte Familie aus Miltenberg im Bruch. Eine damals ca. 40jährige Frau bückte sich nach einem weißen Stein und zog einen ca. 3 cm große Quarzspitze aus dem Schlamm. Beim Nachsuchen konnte ich ein Stück Dolomit finden, welcher offensichtlich aus den oberen Bereichen stammte und noch Reste des Quarzes trug, so dass sicher war, dass das Stück auch von hier stammte.
 

Tennantit   (Cu,Fe)12As4S13
Fand sich als kleine Erzbröckchen im Dolomit; frisch sind sie sehr selten (BLEUEL 1985).
 

Tirolit   Ca2Cu9[(OH)5/(AsO4)2]2·10H2O
Das bläuliche Mineral bildet selten strahlige Massen neben Azurit auf dem Dolomit als Verwitterungsbildung von Fahlerz (BOSSE & BLEUEL 1988).
 

Tsumebit   Pb2Cu[OH/SO4/PO4]
Das sicher sehr seltene Mineral wurde als leicht Zn-haltige von BOSSE & BLEUEL (1988) beschrieben. Es handelt sich um hellbraunolive Krusten.
Nach den Ausführungen von ZIMMERMANN (mündl. Mitteilung 1995) handelt es sich um eine Fehlbestimmung!
 

Wulfenit   Pb[MoO4]
Das rote, tafelig ausgebildete, sehr seltene Mineral wurde mehrfach gefunden. Es bildet bis zu 5 mm große, stark glänzende und teils transparente Kristalle, welche aus den tiefen Lagen geborgen wurden.

Wulfenit

In kleinen, tafeligen bis säuligen Kristallen von rötlicher Farbe konnte das sicher seltene Mineral auf zersetztem Galenit gefunden werden. Die bis zu 1 mm großen Kristalle sitzen mit Azurit und Cerrusit auf Galenit aus den dünngebankten Schichten des Zechstein-Dolomites.
 


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