Der Zechstein-Dolomit im Spessart ist in allen Schichten sehr arm an
Fossilien.
Sehr lokal lassen sich sehr schlecht erhaltene, kaum bestimmbare Reste
und Steinkerne von Muscheln oder/und Brachiopoden finden. Sie erreichen
kaum 3 cm Größe. An den Aussenseiten der Abdrücke lassen
sich in wenigen Fällen die Strukturen der Oberfläche erkennen.
Relativ häufig sind bei den Funden noch beider Schalenhälften
zusammen zu finden. Diese Hohlräume sind meist mit Dolomit
ausgekleidet, auf dem dann noch einzelne Kristalle von Galenit,
Cerrusit
und Mimetesit aufgewachsen sind.
Hohlraum eines Brachiopoden im Querbruch; Bildbreite ca. 1 cm
In den liegenden Sichten konnten in großen Mengen 1986 bis 1987 die fossilen, leicht verkohlten Reste der Konifere Voltzia hexagona (BISCHOFF) GEINITZ (1861) gefunden werden. Neben bis zu 10 cm mächtigen, verdrückten Sprossachsen fanden sich Zweige mit Nadeln, Rinde und die Samenstände. Als Besonderheit konnten auch wenige männliche und weibliche Blütenstände in den Resten bestimmt werden.
isolierte Nadeln und Zapfenschuppen der Konifere Voltzia hexagona;
Bildbreite ca. 30 cm
Die ersten Fossilien dieser Art wurde bereits 1828 bei Huckelheim entdeckt und von BISCHOFF als Lycopodites hexagonus beschrieben. Bereits 1858 wurden an der gleichen Stelle weibliche Zapfen zu Tage gefördert, so dass die Reste von GEINITZ (1861) zur Koniferengattung Voltzia gestellt wurden. BÜCKING beschreibt als weiteren Fundort Hofstädten und sagte eine weitere Verbreitung voraus, was sich mit diesem Fund bestätigte.
Die Hauptmenge der Funde aus Altenmittlau besteht aus sterilen Zweigen, aber auch aus männlichen und weiblichen Zapfen. Die Stücke zur Untersuchnung wurden von dem Mineraliensammler Erwin BRENNEIS aus Kahl zur Verfügung gestellt. Die Funde wurden in einem wenig befestigten Sandstein des Zechstein-Konglomerates unter der Basis des Zechstein-Dolomites gefunden. Es handelt sich im eine Fundstelle, an der das Material zusammengeschwemmt sedimentiert wurde. Infolge der geringen Zerstörung kann der Wuchsort der Bäume nicht allzuweit entfernt gelegen haben. Bemerkenswerterweise fehlen andere Pflanzen, so dass zu dieser Zeit die Gegend mit Reinbeständen der Konifere bestanden sein müssten. Die Fossilien sind in der Form von Hohl- und Abdrücken dreidimensional erhalten. Das holzige Material ist infolge des porösen Gesteins nicht mehr erhalten, was die Untersuchungen erschwert hat. Der Erhaltungszustand, die Art der Reste wie auch die Einregelung spricht für eine gewaltsame Entfernung der Baumteile, etwa durch Stürme.
Zweigende der Konfere Voltzia hexagona; Bildbreite ca. 15 cm
Die Konifere Voltzia hexgona hatte bis zu 15 cm lange Nadeln
an den Ästen, für einen Nadelbaum eine stattliche Länge.
Die Pflanze hatte weibliche und männliche Zapfen. Sie werden von den
Ästen noch durchwachsen. Aufgrund der gefundenen Exemplare lässt
sich der Bau der Fruktifiaktion bis ins Detail klären, da die fossilen
Reste nur wenig verdrückt sind. Die Zapfenschuppen erreichten 5 cm
Länge und hierin waren 3, ovale Samenanlagen angewachsen. Der männliche
Zapfen ist im Gegensatz zu den weiblichen endständig. Hierbei nimmt
die Nadelgröße zum Zapfen ab und geht fließend über.
Die Zapfen werden bis zu 9 cm lang und 3 cm dick. Sie sind sehr viel kompakter
gebaut als die weiblichen Zapfen. Der Pollen konnte nicht mehr nachgewiesen
werden.
Aus den Funden ergeben sich weitgehende Folgen für die systematische
Stellung der Gattungen Voltzia und Pseudovoltzia (SCHWEITZER
1996).