Der in der Verfüllung befindliche Steinbruch am 10.05.2008
| Dravit | Illit | Quarz |
| Goethit | Kaolinit | Romanechit |
| Granat | Lithiophorit | Schörl |
| Hämatit | Muskovit | Crandallit |
Kluftfüllungen aus Hämatit mit mehr oder minder großen Massen an Lithiophorit, Romanechit und Goethit können bis zu 10 cm mächtig werden und man kann diese auch über 1 bis 2 m verfolgen. Ein schönes Beispiel einer solchen Kluft fand Vater und Sohn Streefkerk von der Gea-Gruppe Amstelland im Mai 2004 am Fuß der Steinbruchwand und konnte daraus sicher einige hundert schöne Stufen bergen:
Die Bergung solcher, nicht alltäglicher Funde ist ein spannendes Erlebnis,
aber infolge der enormen Färbewirkung der Manganoxide eine unglaublich
schmutzige Angelegenheit! Da nicht mehr abgebaut wird, sind solche Funde
kaum mehr zu erwarten.
H ä m
a t i t Fe2O3
Feinschuppiger Hämatit, auch sehr
treffend als "Eisenrahm" zu bezeichnen, ist weit verbreitet auf den Kluftflächen
des Quarzites bzw. der glimmerreichen Schichten. In Klüften finden sich
bis zu 1 mm große, stark glänzende Hämatit-Blättchen
neben farblosen Quarzkristallen. Sie finden sich auch
als stark färbende Beläge auf den Klüften der seltenen Quarzknauern
zusammen mit größeren Quarzkristallen. Teilweise sind sie auch
in die Quarzkristalle eingewachsen.
In feindisperser Form ist der Hämatit
der färbende Bestandteil der meist rötlich gefärbten Tonmineralien
in den Klüften, die bei dem Abbau freigelegt, dort alles - insbesondere
die Fahrwege mit den Pfützen und die Einrichtungen des Bruches - einfärben.
Im Quarzit findet sich körniger, teils zersetzter Hämatit, als Pseudomorphosen nach Magnetit. Die bis zu 3 cm starken Lagen fallen durch ihre dunkle Färbung auf und sind als synsedimentäre Bildungen aufzufassen, die während der Metamorphose in Magnetit umgewandelt wurden.
Im Bereich der Störung mit den Mn-Mineralien treten Klüfte auf, die reichlich bis zu 2,5 mm große Pseudomorphosen von Hämatit nach einem rhomboedrisch kristallisierendem Mineral, wie z. B. Siderit, Ankerit oder Dolomit führen.
In dünnen Spalten sind sie als
0,5 mm dicke Flächen bis zu 4 mm groß. Flächen von bis zu
15 cm² Größe können bis zu einige 100 Kristalle aufweisen.
Die Pseudomorphosen weisen meist einen zonaren Aufbau auf, bei dem die Dichte
und die Korngröße des Hämatits schwankt. Auch wurden kleinste
Hämatit-Schüppchen (±Illit) gebildet und einseitig sedimentiert,
womit sich die ursprüngliche Lage des Stückes rekonstruieren läßt.
Sie werden von kleinen, farblosen Quarzkristallrasen und weißem, schuppigen
Illit begleitet. Glaskopfartiger Lithiophorit
ist deutlich seltener als weiteres Begleitmineral. Teilweise ist der Hämatit
auch schon in rostbraunen, teils erdigen Goethit, teils mit lamellarem bzw.
zelligem Aufbau, umgewandelt. Stellenweise finden sich auch die gleichen Pseudomorphosen,
jedoch größer und nur flach ausgebildet aus Lithiophorit gemeinsam
mit dem Hämatit.
G o e t h
i t FeOOH
Das braune Mineral ist als erdiger Limonit
sehr weit verbreitet. Ganze Klüfte sind damit überkrustet. Er findet
sich auch in den weit verbreiteten Hohlräumen ehemaliger, almandinbetonter
Granate.
Auch als Pseudomorphose von Hämatit-Pseudomorphosen nach einem Carbonat liegt
das Mineral in zellig-poröser bis lamellarer Form vor. Unförmige,
erdigbraune Krusten erreichen in Ausnahmefällen bis zu 5 mm Dicke und
bedecken einige cm² große Flächen mit eingestreuten Pseudomorphosen
nach dem rhomboedrischen Mineral.
Als glaskopfartige, glänzende und dünne Überkrustungen überzieht Goethit die farblosen Quarzkristalle in Drusen. Auf Kluftflächen erreichen die Überzüge Dicken von bis zu 2 mm. Er ist am strahligen Aufbau und den typischen Innenreflexen von den Manganomelanen unterscheidbar. Begleitet wird das dunkelbraune Mineral von erdigem, braunen Goethit.
Als bis zu 1,5 cm dicke, matte und hellbraune,
glaskopfartige aber stumpfe Massen durchzieht der von kleinen, bis zu 1 cm
großen Gesteinsbruchstücken durchzogene Goethit. Das Vorkommen
liegt in der Nordwestecke der 3. Sohle. Es konnten bis zu 30 cm große
Stücke der Beläge auf dem Quarzit. Es handelt sich um Stücke
aus einer stark tonigen, nur wenige cm breite Spaltenfüllung handelt,
die parallel zu der Lithiophorit-Störung verläuft. Sie konnte nur
über eine Entfernung von ca. 1 m verfolgt werden.
Q u a r z
SiO2
Farblose bis leicht milchige Quarzkristalle
überziehen auf weite Bereiche die Kluftflächen der Quarzite. Die
bis zu 2 mm großen Kristalle zeigen die typische Tracht des Tiefquarzes.
Seltene Formen wurden bis heute nicht beobachtet. Begleitmineralien sind neben
Illit, Limonit noch die Fe- und Mn-Mineralien der Störungen.
Die wenigen Quarzgängchen und größeren
Quarzmobilisaten in den Glimmerschiefern enthalten stellenweise Störungen,
die mit neu gebildeten, farblosen Quarzkristallen überzogen sind. Die
meist in eine Richtung orientiert aufgewachsen Kristalle erreichen in Ausnahmefällen
Größen von 2 cm bei 1 cm Durchmesser. Die Flächen spiegeln
und weisen auf den Prismenflächen die typische Streifung auf. Stellenweise
ist feinschuppiger Hämatit ein- oder aufgewachsen. Seltener sind die
Kristalle von Tonmineralien sedimentiert worden, der teilweise vom Quarz
eingeschlossen wurde. Die von Kristallen bestandenen Flächen erreichen
bis zu 10 x 20 cm Größe.
L i t
h i o p h o r i t Al2LiMn4+2Mn3+O6(OH)6
In einer senkrecht einfallenden Störung,
die das mit ca. 45° einfallende Gestein insbesondere auf der 2. und 3.
Sohle des Steinbruches durchzieht, findet sich ein bis zu 30 cm mächtiger
Gang aus einer tonigen Kluftbrekzie.
Der Glimmerschiefer ist völlig zu einem "fettigen" Ton zersetzt. Darin findet sich ein erdiges, stark abfärbendes Mn-Mineral (stark zerbröselter Lithiophorit), in das einzelne, festere Lithiophorit-Bruchstücke, zum Teil mit Romanèchit, eingebettet sind. Der sehr spröde Lithiophorit ist hier glaskopfartig ausgebildet, jedoch so stark rissig und der schalige Aufbau wird durch zahllose Tonlagen unterbrochen, so daß ein Bergen schwer und eine Reinigung ohne Zerstörung fast unmöglich ist. Das sehr spröde, schon vor dem Sprengen rissige Mineral läßt sich infolge der Abbauweise für Schotter nur selten unbeschädigt sammeln.![]()
Innerhalb des weniger zersetzten, sehr festen Quarzites ist der bis zu 5 cm starke Gang neben dem bis zu 3 cm starken Lithiophorit mit rotem Ton gefüllt. Hier fanden sich die erhaltbaren Stück des Lithiophorits mit einem bläulichen Schimmer aus den frischen Bruchflächen. Die bis zu 2 cm breiten und einige dm²-großen Hohlräume sind mit warzigen bis nierig-traubigen, glaskopfartigen Lithiophorit-Bildungen überkrustet. Einzelne Halbkugeln erreichen bis zu 1 cm Größe. Die kleinen Quarzkristalle der Quarzit-Klüfte dienen wohl oft als Kristallisationskeime, weil sich unter den Kügelchen oft mittig eine Quarzspitze zeigt. Die Oberfläche ist stumpf, glanzlos und immer mit Resten des Tones überkrustet, die sich auch mittels Ultraschall nicht immer rückstandfrei entfernen läßt, da der Ton oft mit dem Manganmineral verwachsen ist. In den Zwickeln und am Rand der Klüfte befindet sich Gesteinszerreibsel in dem Mn-Erz. Auch sieht manches Stück aus, als seit es von der Zerreibselmasse übergossen worden. Selten lassen sich auch glaskopfartige Lithiophorit-Schichten beobachten, die von einem Netz dünner Schrumpfrisse durchzogen sind. Die Schrumpfrisse können auf zahlreichen Ebenen der aus sehr zahlreichen, dünnen Lagen der glaskopfartigen Lithiophorit-Aggregate gesichtet werden. Als Begleitmineral tritt weiter auf der Gesteinsseite der Lithiophorit-Stücke selten etwas Hämatit auf. In stärker alternierten Partien findet sich erdbrauner, stumpfer Goethit als Überzug auf den Quarzkristallen der Kluftflächen.![]()
Der schalige Aufbau, teils im Wechsel mit einer unterscheidbaren kristallinen Phase, enthält auf der Oberfläche der Glasköpfe teilweise kleinste, idiomorphe Kristalle. In Zwischenräumen bei schaligem Aufbau sind ebenfalls mit kleinsten Kristallen überzogen. Sie sind jedoch so klein, daß ihr Tracht und Habitus wohl nur mit einem Raster-Elektronenmikroskop ansprechbar ist.![]()
R o m a
n è c h i t BaMn9O16(OH)4
Innerhalb des Lithiophorits
fällt sehr harter und lebhaft metallisch glänzender, silbriger Romanèchit
auf. Er bildet als strahlige Blättchen von bis zu 1 mm Größe.
Gruppiert sitzen sie als lagige Einschlüsse, die sich bis über
cm innerhalb des Lithiophorits verfolgen lassen. Romanèchit wurde
aber nur in den Lithiophorit-Stücken aus dem weichen, stark färbenden
und im trockenen Zustand pulverigen Lithiophorit der Störung gefunden,
welche innerhalb des Glimmerschieferes auftritt.
C r a n d a l l i t
H(Ca,Sr,La,Ce,Pb)Al3[(OH)3|PO3]2
In einer Quarzdruse konnten bis zu 2 mm große, weiße, matte und
porzellanartige Kügelchen aus Crandallit gefunden werden. Sie wurden
in Hohlräumen im Quarz des Gimmerschiefers gefunden, die durch Weglösen
eines nicht bekannten Minerals (vielleicht Apatit?) entstanden sind. Als
Begleitmineral tritt etwas Hämatit in dünnen Scheiben aus kleinen
Blättchen und Strunzit (MnFe2[OH|PO4]2·6H2O) auf. Die außen
sehr harten Kügelchen sind innen hohl und mit zellig-löchrigem Crandallit
teilweise gefüllt.
G r a n a t
Die Glimmerschiefer enthalten reichlich
bis zu 1 cm große xeno- bis idiomorphe Granat-Porphyroblasten. Sie sind
lagenweise angereichert und es dürften Gehalte von bis zu 20% vorliegen.
Leider sind sie ausnahmslos in einen rissigen Mulm aus Limonit, Goethit und Illit umgewandelt,
wobei die einzelnen Anteile stark schwanken können. Die rhombendodekaedrische
Kristallform ist deutlich erkennbar.
Aufgrund der Vergleiche zu anderen Vorkommen,
sollte es sich um einen almandinbetonten Granat gehandelt haben. Die Granate
sind z. T. auch gestreckt und verformt worden, so daß zerbrochene und
mit Quarz "verheilte" Kristalle vorliegen.
Der sehr schlechte Erhaltungsgrad der
Granate macht es unmöglich, die chem. Zusammensetzung und damit die
Art des Minerales aus der Granat-Gruppe zu bestimmen. Der hohe Anteil an
Eisenoxiden macht einen Almandin-betonten Granat wahrscheinlich.
S c h ö
r l NaFe2+3Al6(BO3)3Si6O18(OH)3(OH)
Kleine, schwarze Schörl-Nädelchen
(Turmalin bis zu 1 cm lang und 1 mm Durchmesser) finden sich ab und zu auf
den Schieferungsflächen des Quarzites neben Muskovit. Die Nädelchen
sind üblicherweise längsgestreift und zeigen keine Kopfflächen.
Quarzverfüllte Risse in den kleinen Kristallen sind verbreitet.
2005 konnte eine größere Masse
aus schwarzem Turmalin im Quarz gefunden werden, die ca. 5 x 7 cm groß
war. Die einzelnen Stängel zwischen 1 mm und 2 cm dick.
D r a v i t
NaMg3Al6(BO3)3Si6O18(OH)3(OH)
In einer Partie des sehr gut in dünne
Lagen spaltbaren Quarzitschiefers konnten in grünem, chromhaltigem Glimmer
auch grünliche, bis zu 7 mm lange Turmalin-Nädelchen gefunden werden.
Sie treten auf den Schieferungsflächen des etwas angewitterten, grünlichen
Gesteins auf. Oft sind die kleinen, bis zu 0,5 mm dicken Stengel zerbrochen
und die Bruchstellen sind mit grauem Quarz gefüllt.
M u s k o
v i t KAl2[(OH)2/AlSi3O10]
Auf den Schieferungsflächen der Glimmerschiefer
ist Muskovit der bei weitem häufigste Glimmer. Die gut eingeregelten,
silbrigen Schüppchen erreichen maximal nur wenige mm Größe.
Sie verursachen die gute Spaltbarkeit des Gesteins.
Selten konnte auch die grüne, Cr-haltige
Varietät des "Fuchsits" gefunden werden. Der ca. 2 % große Cr-Gehalt
wurde indirekt über den Cr-Turmalin vermutet und später sicher
nachgewiesen, womit auch die grüne Farbe zu erklären ist.
I l l i t -
2 M 2 K0,7Al2(Si,Al)4O10(OH)2
I l l i t - 1 M
Das weiße, in bis zu cm3-großen
Massen auftretende und sich fettig anfühlende Mineral ist ein auffallender
Bestandteil der Klüfte im Quarzit wie auch der Glimmerschiefer.
In den Mn-Erzgängen tritt Illit als
weißer Rasen aus kleinsten Schüppchen auf, der bis auf Quarz alle
anderen Mineralien überzieht. Er ist deshalb als finale Bildung anzusehen.
Wie der Hämatit, können feinste Schüppchen mit dem Hämatit
und vor allem danach einseitig sedimentiert worden sein. Das Sediment aus
Illit hellt die Kristalle deutlich auf. Insbesondere zwischen den Pseudomorphosen
von Hämatit oder Lithiophorit
nach dem rhomboedrisch kristallisierenden Mineral findet sich reichlich schneeweißer
Illit als finale Kluftfüllung in bis zu 3 mm dicken, feinschuppigen
Belägen in starkem Kontrast zu den fast schwarzen Erzmineralien.
Die Granate können auch in rissige
aussehenden Illit mit Hämatit als färbender Bestandteil umgewandelt
sein.
K a o l i
n i t Al2Si2O5(OH)4
Weiße Hohlraumfüllungen der
Mn-Mineralisation konnten röntgendiffraktometrisch als Kaolinit bestimmt
werden. Sie sind in die Klüften des Gesteins weit verbreitet, in der
Regel jedoch nur schwer von anderen Tonmineralien unterscheidbar. Innerhalb
der Mn-Vererzung konnten größere Massen (bis zu einigen cm) dieses
schneeweißen Minerals gefunden werden. Auf Klüften wurden bis
faustgroße Brocken des weißen Minerals gesichtet.
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