Historie:
Bis 1962 gewann die Fa. Fuchs manuell Gestein für den örtlichen
Straßenbau. Der Abbau wurde mittels Preßlufthämmern vorangetrieben.
Das losgebrochene Gestein konnte nur mit Vorschlaghämmern zerkleinert
werden. Danach erfolgte auch die Beladung der LKW von Hand. Im September 1962
konnte ein erster Pachtvertrag mit der Gemeinde Sailauf abgeschlossen werden.
Nachdem auch eine Sprenggenehmigung vorlag, stellte man einen Sprengmeister
ein. Mit weiteren 4 Mitarbeitern wurden ca. 50 t/d Gestein abgebaut. Der Stundenlohn
lag damals bei 1,56 DM/h. Später kaufte H. FUCHS eine Raupe (amerikanisches
Fabrikat) und mit einem einfachen Sieb ließen sich Schrotten gewinnen.
Erst 1966 konnte ein Brecher, Förderbänder, ein hölzernes Silo
mit 4 Kammern je 25 m3 Inhalt, eine Siebanlage und ein Stromerzeuger (250
KVA, mit Deutz-Motor) gekauft und in Betrieb genommen werden.
In diese Zeit fallen auch Prospektionen der Gewerkschaft Brunhilde, Uetze/Han.,
auf Uran. Sie wurden jedoch nie wirtschaftlich bedeutsam.
In Jahre 1968 beschaffte der Steinbruchbetreiber eine Waage zur Wägung
der LKW. Ein Anschluß an das öffentliche Stromnetz erfolgt. 1978
wird eine wesentliche Erweiterung der Produktion durch die Montage der jetzigen
Anlagen und die Abspaltung des Steinbruches von der Baufirma durch Umwandlung
in eine GmbH durchgeführt. Die 2. Sohle (15 m hoch) wird beginnend von
Süden her aufgefahren.
Im Jahre 1982 konnte eine neue Siloanlage gebaut werden, die inzwischen
mehrfach umgebaut worden ist. Nur 8 Jahre nachdem die 2. Sohle begonnen wurde,
wird 1986 ebenfalls von Süden her die 3. Sohle mit einer Höhe von
ca. 15 m aufgefahren.
1989 wurde die Schranke am Eingang zum Bruch erneuert. Der alte Brecher, gelb
lackiert und auf einen Felsblock gestellt, bildet das feste Widerlager der
Schranke.
1990 wurde die Halle aus Stahlblech, die auf der 2. Sohle stand und als Werkstatt
bzw. als Garage für die Muldenkipper diente, abgebaut und hinter der
Brecheranlage neu aufgebaut. Dort befindet sich auch eine Tankstelle - ein
10 m3 großer, zylindrischer Stahltank mit einer üblichen Zapfsäule
auf einem betonierten Platz.
1991 wurde das Waagehäuschen - nach mehrmaligen Einbrüchen -
zu einem richtigen Haus umgebaut. Es wurden Sozialräume, ein Labor und
Büroräume geschaffen und neu eingerichtet.
Im Frühjahr 1992 wurde damit begonnen, den Abbau auf der 2. Sohle einzustellen;
der umlaufende Absatz wurde weggesprengt, so daß die Wand jetzt 30
m hoch ist.
Nachdem seit dem Winter 1991/92 Straßenaufbruch, Betonteile und anderes,
recycling-fähige Material angefahren wurde, begann man im Juli 1992
mit der Aufarbeitung. Dazu wurde eine gemietete (von der Fa. KOLB aus Obernau),
mobile Anlage (Brecher, Magnetabscheider, Siebe, verbunden mit Fördereinrichtungen)
auf der 1. Sohle aufgebaut und in Richtung Haldenschwenkband der 2. Sohle
gefördert. Das Material wurde mit Rhyolith gemischt um die Qualität
zu heben und die Verarbeitung zu erleichtern. Die Arbeit wurde gänzlich
von fremden Personal ausgeführt. Eine Genehmigung zur Verarbeitung lag
1992 nur für insgesamt 6 Wochen im Jahr vor.
Neben der Stahlblechhalle wurde ein aus Beton gefertigter, kleiner Lagerraum
für Sprengmittel mit einer besonders geschützten Stahl-Tür
eingerichtet und mit großen Steinblöcken eingerahmt.
Im Herbst 1992 wurde im westlichen Teil der 3. Sohle begonnen, eine 4. Sohle
aufzufahren. Sie wurde erst nur mit einer Tiefe von ca. 7 m begonnen, um
die Straße zum Abtransport nicht zu steil werden zu lassen. Mittels
einer Pumpe mit einem Dieselmotor (gesichert in einem Stahlschrank) wurde
begonnen, die zusitzenden Wässer abzupumpen. Das Wasser wird auf die
1. Sohle gepumpt und läuft der Abbruchkante entlang zum Eingang des Bruches
(Schranke). Dort läuft das Wasser in einer sich Straße entlangziehende
Rinne zum Sailauf-Bach. Später kam eine weitere Pumpe zur Förderung
größerer Mengen hinzu. Auf einem schwimmenden Ponton aus 200l-Fässern
wurde die elektrische Tauchpumpe montiert, die über einen A-Druckschlauch
das Wasser zu einer festen Rohrleitung bis zum Rand des Steinbruchs fördert.
Im April 1993 wurde ein neuer Bagger (RH30 der Fa. O&K, gleiche Größe
wie der schon vorhandene) für ca. 800.000 DM gekauft. Er wird im Bruch
den alten ersetzen. Dieser wird später am 2. Rhyolithvorkommen (Nr.
286 im Sammlungsverzeichnis des Autors), welches seit dem Winter 1992/93 gerodet
wurde, eingesetzt.
Im Juni 1993 wurde eine mobile Brecher und Sortieranlage (Fa. Finley, Großbritannien)
angeschafft. Sie wird unter anderem zur Gewinnung von Wasserbausteinen an
der jeweiligen Abbaustelle eingesetzt, vor allem jedoch zur Aufarbeitung
von Recyclingmaterial und des "Abraumes" auf der 1. Sohle.
Im Frühjahr 1994 wurde mit dem zaghaften Abbau am neuen Vorkommen begonnen. Dem Abbau auf der 4. Sohle mit einer Höhe von nur ca. 8 m ist die Hälfte der Fläche zum Opfer gefallen. Weiter wurde geplant und genehmigt, eine ganze 15m-Sohle als 5. Sohle in den nächsten Jahren abzubauen.
Von den wenigen, noch im Betrieb befindlichen Steinbrüchen im Vorspessart nimmt der Bruch eine Spitzenstellung ein. Flächen für die Ausweitung sind vorhanden. Aufgrund der guten Qualität und der geschätzen Färbung ist das Gestein des Bruches weit bekannt.
Der Abbau erfolgt zur Zeit in 4 Sohlen mit je ca. 15 m Höhe. Die Abbruchkanten der einzelnen Sohlen werden durch Freisteine gesichert. Die zur Sprengung notwendigen Bohrlöcher werden vorwiegend vertikal angebracht, mit max. 60 kg Sprengstoff pro Bohrloch besetzt und elektrisch gezündet.
Nach der Sprengung wird das Material mit einem Bagger (RH 30C der Fa. Orenstein & Koppel) auf Muldenkipper (Tragfähigkeit 25 - 35 t) geladen und zum Aufgabebunker (Kippbunker) der Brecheranlage gefahren. Der Vorbrecher kann Felsblöcke bis zu einer Kantenlänge von 0,8 - 1 m zerkleinern. Der Durchsatz des Brechers (Doppelkniehebelbrecher) liegt je nach der Feinheit des Brechgutes und der eingestellten Spaltbreite zwischen 120 - 200 t/h. Ein Teil des Materials wird vor dem Brecher zwischengelagert. Sehr große Brocken werden ausgesondert und mit einem Bagger, der mit einem hydraulischen Meißel ("Picker") ausgerüstet ist, so weit zerkleinert, daß sie vom Brecher aufgenommen werden können.
Das im Aufgabebunker lagernde Gestein wird mittels Schubwagen auf ein Stufensieb transportiert; dort werden die Feinanteile 0 - 60 mm im Maschendurchgang auf einer Rutsche zum Haupttransportband vorausgeschieden, restliches Gesteinsmaterial gelangt in den Brecher (1.000 x 800) und wird auf eine Körnung 0 - 150 mm vorgebrochen. Beide Körnungen, Vorabsiebung 0 - 60 mm und 0 - 250 mm gelangen auf einem Transportband zu einer Vibrations-Siebmaschine (2.000 x 5.000). Hier wird das gebrochene Material 0 - 150 mm nochmals sortiert. Die Körnung 0 - 45 mm wird mit dem Förderband auf ein Haldenschwenkband transportiert und auf einer Freideponie gelagert.
Das nun verbleibende, reine Gesteinsmaterial wird auf einem Transportband in ein Puffersilo mit 300 m3 Inhalt befördert und zwischengelagert. An das Puffersilo ist eine Prallmühle (Nachzerkleinerungsbrecher) angeschlossen, die durch eine elektromagnetische Abzugsrinne beschickt wird. Von hier aus wird das aus dem Puffersilo lagernde Material, Körnung 45 - 150 mm nachzerkleinert und mit einem Förderband auf die über den Stahlsilos installierten Siebmaschinen gebracht. Hier wird das Endprodukt auf die nachstehenden Körnungen getrennt: Brechsand 0 - 2 mm, Edelsplitte 1 - 3, 2 - 5, 5 - 8, 8 - 11, 11 - 16 und 16 - 32 mm, Schotter 32 - 56 mm. Über einen Kreiselbrecher ist eine weitere Zerkleinerung bis zur gewünschten Korngröße möglich (Kreislauf durch die Anlage). Anschließend geht das Material erneut ins Silo oder auf die Freideponie. Durch die moderne Dosieranlage, lochkartengesteuerte Schaltzentrale) können sämtliche Werksgemische nach Kundenwünschen hergestellt werden.
Die LKW für den Abtransport werden entweder über eine Ladestation aus den Silos oder mit einem Schaufellader von der Halde beladen. Es werden zur Zeit (1991) von 9 Mitarbeitern ca. 1500 t pro Tag abgebaut und vorwiegend zu Schotter und Edelsplitt in unterschiedlichen Körnungen und Sand gebrochen. Der Steinbruch wächst somit ständig.
Tonnenschwere "Findlinge" werden aus dem Haufwerk ausgesondert; sie eignen sich zur Gartengestaltung. Größere Steine werden im Gewässerbau verwendet.
Die feinsten Fraktionen werden als Tennenbeläge für Sportplätze, Parkwege usw. und zum Einkehren von Verbundpflaster verwendet. Der Splitt mit einer rötlichen Färbung eignet sich besonders als Betonvorsatz (zur Herstellung von Fassadenelementen, Verbundpflaster, Platten usw.) - wozu der Splitt in die gesamte, ehemalige BRD, die Niederlande, nach Belgien, Frankreich, Österreich und in die Schweiz gefahren wird! Die Produkte werden ausschließlich mit LKW abgefahren.
Eine Besonderheit ist ein sehr künstlerisches Haus im Vorspessart, nach
den Ideen von Rudolf Steiner hauptsächlich aus den bis zu tonnenschweren
Bruchsteinen des Rhyolithes errrichtet. Nur runde Formen, unermalt mit mächtigen
Hölzern und dezenter Beton machen das Gebäude einzigartig. Mit
weiter Sicht aus den großen Fenstern ist es auch innern ein Erlebnis.
Die Bauzeit betrug ca. 3 Jahre.
Im Jahr 1990 wurden folgende Produkte hergestellt (nach Anteilen in % geordnet:
Oder man schlichtet die Gesteinsbrocken in Drahtkörbe und befestigt damit
die
Böschungen von Straßen (so in Hösbach nach Wenighösbach)
Je nach Verwendungszweck werden verschiedene Festigkeitsqualitäten
aneboten. Der zonenweise sehr harte Rhyolith erreicht eine Druckfestigkeit
von 2.500 - 3.100 dN/cm2. Die Rohdichte liegt bei 2,48 t/m3. Die Farbe ist
rotbraun. Das Schüttgewicht beträgt 1,53 t/m3, die Trockendichte
liegt bei 1,81 t/m3.
Die stark verwitterten Zonen und Deckschichten eignen sich als Auffüllmaterial.
Es erfolgt eine ständige Güteüberwachung durch das Materialprüfungsamt
der Landesgewerbeanstalt Bayern in Nürnberg.
Seit 1995 wurden die Recyclingbemühungen deutlich ausgeweitet. Ständig
steht ein Bagger dort und bringt Material wie Beton oder Straßenaufbruch
in die Aufbereitung.
Aber Achtung:
Mit dem aus der Umgebung herbei geschafften Gesteine, Abbruchmassen
und Felsen kommt auch Fremdmaterial in den Steinbruch. So wurde auch reichlich
die feinkörnige bis großblockige Schlacke aus dem heute nicht
mehr vorhandenen Kohlekraftwerk Bayernwerk von Ashcaffenburg angefahren und
gebrochen. Diese Stücke sehen aus wie Schlacke und sind teilweise strahlig
aufgebaut und erinnern an Amphibole, sind aber Ofenprodukte.
Es wurden weitere Geräte angeschafft: Muldenkipper, neuer Radlader mit Wechselschaufel. Der Abbau auf der 4. Sohle kommt an seine Grenzen, so daß sporadisch schon von der 1. Sohle Gestein abgesprengt wurde. Die Zufahrten zur 4. Sohle wurden bereits verlegt, so daß weiteres Gestein hereingewonnen werden konnte Anfang 1996).
Der Betrieb hat inzwischen die 5. Sohle errreicht, weiter investiert und neue Geräte angeschafft, zuletzt im Jahr 2002 einen neuen Bohrwagen. Im Bereich der Aufbereitung wurde eine weitere Halle mit Werkstatträumen errichtet.
Im Jahr 2003 wurde ein neuer Bagger gekauft und auch die Waage wurde durch eine Neue ersetzt. Man baut verstärkt das neue Vorkommen am Reheberg ab. Hier entsteht einige hundert Meter entfernt im Wald gelegen der Steinbruch der Zukunft. Zur Aufbereitung werden die bestehenden Anlagen an der Hartkoppe genutzt, so daß nur ein etwas weiterer Transportweg anfällt. Da der neue Bruch jedoch weiter weg von der Wohnbebauung des Ortes Sailauf liegt, sind die Belästigungen viel geringer.
2004 und 2005 erfolgte eine weitere Vertiefung des Steinbruches in der Hartkoppe. Im Zuge des Anlegens des sailaufer Kulturrundweges wurde auf der 1. Sohle eine Tafel mit Erläuterungen zum Steinbruch angebracht.
2006 und 2007 war der Abbau infolge des Problems mit dem Regenwasser aus dem Steinbruch ruhend, so dass nur in geringem Umfang Gestein gewonnen wurde. Dafür konnte der Abbau am Rehberg beschleunigt werden.
Im Jahre 2008 wurde ein neuer Bagger in Betrieb genommen.
Weitere Einzelheiten zum Steinbruch und zum Betrieb finden Sie auf den offiziellen Seiten der Fa. Hartsteinwerk Sailauf GmbH im Internet..